Piercing

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Ein Piercing ist eine spezielle Form von Schmuck (z.B. Ringe, Stäbe), der durch die Haut oder Hautfalten gestochen wird.

 

Ein Piercing ist ein Fremdkörper und kann vom Körper abgestoßen werden. Allergien, Unverträglichkeiten oder (zum Teil große) Schmerzen sind möglich.

Jedes Piercing hat unterschiedliche Verheilungszeiten. Erkundige dich im Vorfeld, mit welcher Zeitspanne du rechnen musst.

In manchen Arbeitsbereichen musst du Piercings im Gesichtsbereich aufgrund von Hygienevorschriften rausnehmen oder abkleben (z.B. als Koch/Köchin). Überlege also, was Eltern und Familie, FreundInnen, die Schule, Vorgesetzte oder ArbeitskollegInnen sagen werden.

Auch beim Sport kann ein Piercing stören.

Willst du dein Piercing nicht mehr haben, kannst du es einfach herausnehmen. Eine kleine Narbe bleibt trotzdem.

Jeder Körper reagiert verschieden auf Eingriffe. Das ist auch bei Piercings so. Was bei der einen Person nicht weh tut und problemlos abheilt, kann bei der anderen zu Schmerzen und Komplikationen führen.

Manche Menschen sind auf bestimmte Metalle allergisch. Piercingschmuck sollte z.B. niemals aus Nickel sein, Silber und Gold sind auch nicht unproblematisch. Piercingschmuck besteht meist aus Chirurgenstahl oder Titan, was im Allgemeinen gut verträglich ist. Bist du AllergikerIn, sprich vorher mit deiner/deinem ÄrztIn darüber.

Bei Arztbesuchen wird oft verlangt, dass man das Piercing für die Dauer der Untersuchung entfernt. Musst du operiert werden, ist es ebenfalls vorgeschrieben, alle Piercings herauszunehmen.

Tipps rund ums Piercing:

  • Erkundige dich bei gepiercten Menschen nach ihren Erfahrungen.
  • Kommt ein längerer Krankenhausaufenthalt auf dich zu, verschieb das Piercen auf die Zeit danach.
  • Planst du ein Intimpiercing, besprich dich im Vorfeld mit deiner/m GynäkologIn oder deiner/m UrologIn.
  • Kontrolliere regelmäßig, ob dein Schmuck ordnungsgemäß verschlossen ist.

Das Piercen dauert meist nur sehr kurz. Nach ca. 10 Minuten ist alles vorbei.

Manchmal verträgt der Körper das Piercen nicht und es kommt zu Kreislaufproblemen. Ausreichend essen und trinken im Vorfeld können das "Umkippen" mitunter verhindern. Nimm dir eine Vertrauensperson mit, wenn du Lampenfieber hast.

Schalte dein Handy auf "Lautlos", damit ihr ungestört seid, und lass dir jeden Schritt erklären.

Konkret läuft es dann so ab:

  • Der Arbeitsbereich wird großflächig sterilisiert, die Einwegnadel aus der Verpackung genommen und der Schmuck vorbereitet.
  • Die/der PiercerIn reinigt und desinfiziert die zu piercende Stelle.
  • Eine örtliche Betäubung ist nicht vorgesehen. Durch Betäubungssalben kann sich der Heilungsprozess verzögern. Für die Schleimhäute sind viele Salben ohnehin nicht geeignet.
  • Mit einem Stift wird die Stelle markiert, wo das Piercing sitzen soll. Die Position wird so gewählt, dass keine Blutgefäße verletzt werden.
  • Du hast nun die Möglichkeit, den genauen Sitz des Piercings im Spiegel zu begutachten. Bist du nicht zufrieden, sag es und finde gemeinsam mit der/dem PiercerIn eine Lösung.
  • Anschließend fixiert eine Piercingzange die zu durchstechende Hautfalte oder den Knorpel. Mit einer speziellen Hohlnadel, die von einer Kunststoffhülle umgeben ist, wird die Stelle durchstochen. Die Hohlnadel stanzt dabei ein Loch in die Haut und wird anschließend entfernt. Über den im Stichkanal verbleibenden Kunststoffüberzug wird nun der Schmuck eingefädelt.

Läuft alles planmäßig, dann blutet es kaum.

Manchmal kann der gewünschte Schmuck erst nach der vollständigen Heilung getragen werden.  Bei einem Zungenpiercing wird z.B. zu Beginn ein längerer Stab verwendet, um möglichen Schwellungen Raum zu lassen. Ist alles gut verheilt, wird ein kürzerer Stab eingesetzt.

Wenn Probleme nach dem Piercen auftreten, kontaktiere das Piercingstudio oder eine/n ÄrztIn.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Stichkanal ist, desto länger dauert die Heilung. Sehr warme Temperaturen, Schmutz und ständiges Herumspielen am Piercing verzögern den Heilungsprozess. Auch enge bzw. reibende Kleidung und Besuche im Schwimmbad, Sauna oder Solarium sind in den ersten Wochen zu vermeiden.

Im Piercingstudio wird dir im Idealfall ein Infoblatt zur Pflege mitgegeben. Falls du Fragen hast, sprich mit der/dem PiercerIn darüber:

  • Reinige und desinfiziere dein Piercing ein- bis zweimal am Tag.
  • Halte es sauber und trocken und wasch dir die Hände, bevor du es berührst. Solange es nicht vollständig verheilt ist, kann sich das Piercing leicht entzünden.
  • Bei Piercings im Mundbereich gilt für die ersten Tage ein Rauch- und Kussverbot. Auch auf Oralsex soll verzichtet werden.
  • Es wird empfohlen, nach jedem Getränk oder jeder Mahlzeit den Mund zu spülen, damit sich Bakterien und Keime nicht ansiedeln können.
  • Ferner macht es Sinn in der ersten Woche keine Milchprodukte wie Käse oder Jogurt zu konsumieren, da sie Milchsäurebakterien enthalten. Diese verzögern den Heilungsprozess.
  • Auch heißes oder scharfes Essen kann zu Schmerzen und Entzündungen führen.

Ausgebildete TätowiererInnen und PiercerInnen

  • verfügen über ein Ausbildungszertifikat
  • den Gewerbeschein
  • viel Erfahrung
  • haben medizinisches Grundwissen
  • wissen, worauf sie beim Tätowieren oder Piercen achten müssen
  • geben Informationen aller Art; z.B. welche Stellen besonders schmerzempfindlich sind.

Außerdem ist es für sie selbstverständlich

  • über mögliche Nachteile aufzuklären; z.B. Schädigung der Zähne durch Lippenpiercing
  • Motivwünsche zu hinterfragen; z.B. "Willst du wirklich den Namen deiner Freundin auf der Stirn haben?"

Auch über die Größe des Motivs, Farben, Formen und den Preis geben TätowiererInnen und PiercerInnen zuverlässig Auskunft.

Unter 14-Jährige dürfen nicht gepierct werden. Ab deinem 14. Geburtstag kannst du dich mit Zustimmung deiner Eltern piercen lassen. Auf diese Zustimmung kann verzichtet werden, wenn das Piercing voraussichtlich innerhalb von 24 Tagen heilt.

Viele Studios haben in ihrer Hausordnung festgelegt, dass sie z.B. grundsätzlich erst ab 16 Jahren piercen oder bei allen Minderjährigen (also alle unter 18) eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern verlangen.

Die Hausordnung gibt sich jedes Studio selbst. Diese beinhaltet Richtlinien für die Arbeit im Studio.

Ab deinem 18. Geburtstag bist du volljährig und bestimmst selbst über deinen Körper. In vielen Studios unterzeichnest du – unabhängig vom Alter – eine Einverständniserklärung für den Eingriff an deinem Körper.

Infos und Tipps zur Wahl des Motives, Studiowahl, Stechvorgang, Preise und rechtliche Hinweise rund um Tattoo und Piercing

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Letzte Aktualisierung: April 2017

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