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Beim Tätowieren wird mit einer (elektronischen) Tätowiermaschine Farbe in die Haut gestochen. Mit dieser Technik sind kunstvolle Muster und komplexe Motive in sämtlichen Farben machbar.

In der Regel sind Tattoos teuer und für immer. Überleg dir also das Motiv gut und lass dich im Tattoo-Studio deiner Wahl beraten, damit du dich nicht später über deine jugendlichen Tattoo-Sünden ärgern musst.  

Bei der Motivwahl musst du für dich einige Fragen klären:

  • Schwarz-weiß oder in Farbe?
  • Wie groß soll es sein?
  • Auf welche Körperstelle?
  • Wird mir das Motiv noch gefallen, wenn ich 30, 40, 50 bin? 

Besprich dich mit Freund_innen und überlege, ob du für immer damit rumlaufen magst. Als tätowierter Mensch wird man auf seine Tattoos immer wieder angesprochen, was manchmal unpassend oder unangenehm sein kann.

Außerdem verändert sich eine Tätowierung: Feine Linien erscheinen etwas ausgewaschen und verbreitern sich. Die Haut dehnt sich bei Gewichtszunahme. Umgekehrt schrumpft sie bei Gewichtsabnahme. Vor allem am Bauch oder auf den Oberschenkeln können sich die dort gestochenen Tätowierungen verändern. 

Bestimmte Körperstellen tun mehr weh als andere. Frag im Tattoo-Studio nach, wenn Unklarheiten auftreten.

Für die meisten Menschen ist der Tätowierungsvorgang schmerzlich. An manchen Körperstellen tut es mehr weh als an anderen, z.B. dort, wo die Haut sehr dünn ist (Knöchel, Nierengegend).

Manche Personen sind auf die Inhaltstoffe von Tattoofarben allergisch. Das Tattoo kann sich "erhaben" anfühlen, brennen oder jucken, obwohl es abgeheilt ist. Das ist äußerst selten der Fall. Leider bemerkt man das in den allermeisten Fällen erst dann, wenn das Tattoo bereits gestochen wurde. Bist du Allergiker_in, sprich vorher mit deiner/deinem ÄrztIn darüber.

Wenn Muttermale "überstochen" werden, sind sie oft nicht mehr sichtbar. Bei der hautärztlichen Untersuchung können somit gesundheitsgefährdende Veränderungen nicht erkannt werden. Weise die/den ÄrztIn darauf hin.

In vielen Arbeitsbereichen repräsentiert man mit seinem Aussehen das Unternehmen. Die Angestellten tragen Dienstkleidung, Kostüm oder Anzug. Tätowierungen und Piercings sind nicht immer gern gesehen, auch wenn sie die eigene Persönlichkeit unterstreichen. Zum Beispiel müssen im Gastronomiebereich Piercings oft entfernt oder abgeklebt werden. Auch Tattoos können problematisch sein.

Tattooentfernung?
Dank moderner Technologien kann eine Tätowierung (fast) vollständig entfernt werden. Damit verbunden sind allerdings finanzielle Kosten, Schmerzen und mitunter Narben. Großflächige Tattoos oder spezielle Farben wie z.B. Grün- oder Gelbtöne sind bei manchen Menschen schwieriger zu entfernen. Je nach chemischer Beschaffenheit der Farben bleibt eine Art "Resttattoo" übrig.

Wer seine Tätowierung nicht mehr haben möchte, wendet sich an eine/n HautärztIn mit Erfahrung in der Tattoo-Entfernung. Rechne mit hohen Kosten.

Eine durchschnittliche "Tattoositzung" dauert zwei bis drei Stunden. Meist sind schon Liege bzw. Sessel und benötigte Arbeitsmittel desinfiziert und vorbereitet. Die Farbe wird in kleinen Fingerhüten (Farbkappen) frisch abgefüllt und darf nicht für andere Personen verwendet werden.

Tipps rund ums Tätowieren:

  • Trink am Vortag keinen Alkohol. Dein Kreislauf wird es dir danken.
  • Nimm dir eine Begleitung mit. Das mindert das Lampenfieber.
  • Bring was zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen mit.
  • Traubenzucker ist gut für die Nerven.
  • Vereinbare mit der/dem Tätowierer_in eine STOPP-Regel, wenn gar nichts mehr geht.
  • Schalte dein Handy auf "Lautlos", damit ihr ungestört seid, und lass dir jeden Schritt erklären.

Konkret läuft es dann so ab:

  • Zu Beginn wird die betreffende Hautstelle rasiert und mit Desinfektionsspray eingerieben. Dann zeichnet die/der Tätowierer_in das Motiv auf eine Art Pauspapier, das dann befeuchtet und auf die Haut geklebt wird. Die Konturen deines Motivs (Outlines) werden so auf deine Haut übertragen.
  • Nun hast du Gelegenheit zu prüfen, ob alles zu deiner Zufriedenheit ist. Oft benötigt es mehrere Versuche, bis der Entwurf an der besten Stelle platziert ist. Das ist ein kreativer Prozess – sag, wenn dir etwas nicht gefällt. Immerhin ist es dein Körper, der ein Leben lang damit verziert ist.
  • Damit die Haut etwas weicher wird, wird Vaseline aufgetragen. Die/der Tätowierer_in beginnt dann mit dem Stechen der Outlines. Die ersten Stiche können unangenehm und schmerzhaft sein. Nach ca. zehn Minuten gewöhnt sich der Körper an den Schmerz und es tut in der Regel weniger weh.
  • Die/der Tätowierer_in trägt die ganze Zeit Handschuhe und wechselt diese regelmäßig. Außerdem sollte sie/er immer wieder nachfragen, wie es dir geht und kurze Pausen anbieten. Wenn das nicht der Fall ist und du das Gefühl hast, dass dir schlecht oder schwindelig wird, fordere eine Pause ein.
  • Durch das Tätowieren beginnt deine Haut zu bluten. Die/der Tätowierer_in wischt neben dem Stechen permanent mit besonders saugfähigen Tüchern Blut und überschüssige Farbe weg.
  • Sobald ihr fertig seid, kommt eine dicke Schicht Vaseline auf dein Tattoo. Mit Frischhaltefolie klebt die/der Tätowierer_in die Tätowierung ab. Dadurch ist diese vor Schmutz geschützt und der Heilungsprozess kann beginnen.
  • Ein neues Tattoo ist wie eine frische Wunde zu behandeln – nimm die Folie erst nach ein paar Stunden ab, säubere deine Haut mit lauwarmem Wasser und tupfe es vorsichtig trocken. Nach wenigen Stunden bildet sich eine Kruste.

Wenn Probleme nach dem Tätowieren auftreten, kontaktiere das Tattoostudio oder eine/n ÄrztIn.

Halte dein Tattoo sauber und trocken. Creme es zwei- bis dreimal am Tag mit einer Heilsalbe ein. Auch wenn es noch so juckt – versuche nicht zu kratzen. Als Alternative kannst du mit der flachen Hand auf das juckende Tattoo klopfen.

Vermeide während des Heilungsprozesses:

  • Direkte Sonnenbestrahlung
  • Enge Kleidung
  • Sauna, Solarium und Schwimmbad (Duschen ist kein Problem)
  • Schmutz

Dein Tattoo ist anfangs wie eine offene Wunde zu behandeln, die mit der Zeit verheilt. Wenn es sehr warm ist, wird die Heilung länger dauern.

Lass viel frische Luft an dein Tattoo – nach zwei bis vier Wochen sollte alles abgeheilt sein.

Ausgebildete Tätowierer_innen und Piercer_innen

  • verfügen über ein Ausbildungszertifikat
  • den Gewerbeschein
  • viel Erfahrung
  • haben medizinisches Grundwissen
  • wissen, worauf sie beim Tätowieren oder Piercen achten müssen
  • geben Informationen aller Art, z.B. welche Stellen besonders schmerzempfindlich sind.
  • beraten dich ausführlich, verständlich und freundlich.

Außerdem ist es für sie selbstverständlich

  • über mögliche Nachteile aufzuklären, z.B. Schädigung der Zähne durch ein Lippenpiercing
  • Motivwünsche zu hinterfragen, z.B. "Willst du wirklich den Namen deiner Freundin auf der Stirn haben?"...

Auch über die Größe des Motivs, Farben, Formen und den Preis geben Tätowierer_innen und Piercer_innen zuverlässig Auskunft.

Wenn du an Bodymodification aller Art interessiert bist: Frag im Studio deines Vertrauens nach, ob sie dir Kontakte empfehlen können.

Unter 16-Jährige dürfen nicht tätowiert werden.

Mit Zustimmung der Eltern ist es ab dem 16. Geburtstag erlaubt.

Einige Studios bestehen auf eine schriftliche Bestätigung der Erziehungsberechtigten und einen gültigen Lichtbildausweis (Pass oder Personalausweis). Andere Studios tätowieren grundsätzlich keine Minderjährigen.

Infos und Tipps zur Wahl des Motives, Studiowahl, Stechvorgang, Preise und rechtliche Hinweise rund um Tattoo und Piercing

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Letzte Aktualisierung: Mai 2018

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