Sucht

Infos A-Z » Sucht » Alkohol

In Wien darfst du ab deinem 16. Geburtstag in der Öffentlichkeit Alkohol trinken und kaufen.

Geregelt ist das im Jugendschutzgesetz. Bei einem Verstoß kann eine Geldstrafe verhängt werden - sowohl gegen dich als auch gegen die Erziehungsberechtigten. Auch das Lokal oder Geschäft, das dir den Alkohol verkauft hat, kassiert eine (wesentlich höhere) Geldstrafe.

Ist es dein erstes Mal, dass du eine gesetzliche Bestimmung nicht eingehalten hast, kommt es meist nur zu einem Informations- und Belehrungsgespräch am Jugendamt.

 

Wie viele Suchtmitteln hat Alkohol auf jede Person eine andere Wirkung.

  • Ab 0,2 Promille verändert sich das Erleben: Geschmackssinn und Schmerzempfindlichkeit gehen zurück. Du fühlst dich aufgedreht, schätzt Situationen leichtsinnig ein. Du kannst dich schlechter konzentrieren, erinnern und lernen.
  • Bei 0,5 Promille verdoppelt sich die Gefahr eines Verkehrsunfalls.
  • Ab 1 Promille Rauschstadium: Deine Reaktionsfähigkeit und dein Gleichgewicht sind stark gestört. Du kannst zu lallen beginnen, deine Hör- und Sehfähigkeit ist eingeschränkt. Vielleicht wird dir schlecht und du musst dich übergeben.
  • Ab 2 Promille - Betäubungsstadium: Alle Sinne sind betäubt, du bist orientierungslos, kannst nicht mehr gehen, hast geistig abgeschaltet. Deine Muskeln sind schlaff, du kannst bewusstlos werden. Einschlafen und Erfrieren ist möglich, weil die Körpertemperatur sinkt. Wenn du im Schlaf oder bewusstlos erbrechen musst, kannst du ersticken.
  • Ab 3 Promille Lähmungsstadium – akute Vergiftung, Atmung und Puls werden schwach, Bewusstlosigkeit kann eintreten. Weder Ansprechen noch Aufwecken geht, du hast keine Reflexe mehr. Die Haut ist kalt und feucht, die Körpertemperatur sinkt.
  • Ab 4 Promille kann ein Koma eintreten. Das bedeutet tiefe Bewusstlosigkeit, es kann zu Atemstillstand und Tod kommen.

Mit einem Promillerechner kannst du relativ unkompliziert deinen Blutalkoholgehalt bestimmen.

Trink keinen Alkohol...

  • wenn du arbeitest oder lernst.
  • wenn du Sport betreibst.
  • wenn du mit Fahrrad, Moped oder Auto unterwegs bist.
  • wenn du unsicher, traurig oder wütend bist.
  • wenn du Stress in den Griff bekommen willst.
  • wenn du Medikamente nimmst.
  • wenn du schwanger bist.


Wenn du Alkohol trinkst...

  • trinke langsam.
  • trinke zwischendurch Wasser oder nichtalkoholische Getränke.
  • mach dir bei neuen Getränken bewußt, wie stark sie sind.
  • misch nicht mit Medikamenten, Cannabis und andere Drogen.
  • lass Auto, Moped oder Fahrrad stehen.
  • rechne damit, dass du manchmal empfindlicher auf Alkohol reagierst als an anderen Tagen.


Alkohol und andere Menschen:

  • Alkohol macht lustig, bringt Partylaune und lässt dich deine Schüchternheit überwinden. Manchmal macht Alkohol auch aggressiv. Pass auf deine eigenen und die Grenzen der anderen Menschen auf.
  • Wenn du Sex hast, vergiss nicht, dich zu schützen (Kondom verwenden!).
  • Steige zu niemandem ins Auto oder aufs Moped, die/der Alkohol getrunken hat.

Stark betrunkene Menschen brauchen Hilfe. Am besten ist es, du bringst sie oder ihn nach Hause. Vorwürfe sind zu diesem Zeitpunkt sinnlos.

1. Erste Hilfe bei Kreislaufproblemen, Übelkeit oder Herzrasen:

  • beruhigen
  • hinlegen, Beine hoch lagern
  • Bewusstlose und Schlafende in stabile Seitenlage bringen
  • ruhige Umgebung schaffen
  • für Frischluft sorgen
  • bei Kälte zudecken, um einer Unterkühlung vorzubeugen
  • Wasser anbieten

Der Ärztefunkdienst 141 kann dich beraten und hat Schweigepflicht.

2. Hilfe, wenn die/der Betrunkene vor sich hindämmert oder nicht mehr ansprechbar ist:

Bei Bewusstlosigkeit, Atemstörungen, fehlenden Reflexen (zwicken!) ruf sofort die Rettung unter 144. Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar - es kann zu Problemen mit der Polizei oder mit dem Gericht kommen.

Bei einer Alkoholvergiftung wird die betroffene Person ins Spital gebracht. Dort wird der Kreislauf unterstützt und Flüssigkeit (Infusion) gegeben.

Für den Krankentransport und Spitalsaufenthalt entstehen Kosten, die man unter Umständen selber tragen muss. Das ist allerdings von Fall zu Fall unterschiedlich und kommt auf deine Versicherung an. Rechtlich passiert nichts. Die Polizei wird nicht verständigt, bei Fällen von "Komasaufen" manchmal das Jugendamt.

Hol jedenfalls immer dann Hilfe, wenn du dir unsicher bist, wie du richtig reagieren sollst.
Lass deine betrunkenen Freund_innen nicht alleine.

Wenn du den Führerschein gerade erst erhalten hast, dann gilt:

  • Maximal 0,1 Promille für die ersten zwei Jahre (=Probezeit). Hältst du dich nicht daran, ist eine teure Nachschulung verpflichtend und die Probezeit verlängert sich.
  • Für Mopedfahrer_innen gilt 0,1 Promille bis zum 20. Lebensjahr.
  • Verstöße führen zu einer Geldstrafe.

Für Auto- und Mopedlenker_innen nach der Probezeit gelten 0,5 Promille.

Bei Unfällen kann man auch bei geringeren Promillewerten zur Verantwortung gezogen werden. Denn bereits unter 0,5 Promille werden Informationen im Gehirn langsamer verarbeitet, verschlechtert sich das Sehvermögen und die Reaktionsfähigkeit nimmt ab.

Für Radfahrer_innen gelten 0,8 Promille.

Ab 0,8 Promille werden Führerschein oder Mopedausweis abgenommen. Das kann auch nach einer Kontrolle am Fahrrad sein. Außerdem ist betrunken am Rad erwischt werden empfindlich teuer - manche Verwaltungsstrafen betragen 1.000€ und mehr.

Anton Proksch Institut - Beratung für Jugendliche

  • Beratung für Jugendliche von 13 bis 18 Jahren, deren Eltern alkoholkrank sind

Dialog: Integrative Suchtberatung

  • Suchtberatung für Jugendliche, junge Erwachsene und Angehörige

Kolping Drogenberatung für Jugendliche

  • Suchtberatung für Jugendliche und Angehörige

 Letzte Aktualisierung: April 2017

Infos A-Z » Sucht » Cannabis

Cannabis gehört zur Familie der Hanfpflanzen.

Hanf ist ein staudenartiges Gewächs, das vielseitig genutzt werden kann.

Die weibliche Pflanze entwickelt den psychoaktiven Wirkstoff THC. THC sammelt sich in Blüten, Blättern und abgesondertem Harz.
Der Wirkstoff THC ist verantwortlich für die Rauschwirkung von Cannabis: Die Psyche wird aktiviert, indem Gefühle, Wahrnehmungen, Gedächtnisleistungen, Bewusstsein u.s.w. beeinflusst werden.

Die Konzentration von THC ist unterschiedlich je nach Sorte des Hanfs und des verwendeten Pflanzenteils. Bei gezüchtetem Marihuana kann der THC-Gehalt hoch sein.

Neben THC enthält Cannabis noch zahlreiche andere Stoffe, die einen Einfluss auf die Qualität und die Art der Wirkung haben. Zumischungen (zum Beispiel Pilzsporen oder Unkrautvertilgungsmittel) verändern die Wirkung. Die einzelnen Wirkmechanismen sind aber nicht genau geklärt.

In Österreich regelt das Suchtmittelgesetz (SMG) den Umgang mit Cannabis.

Verboten sind:

  • der Erwerb und der Besitz,
  • die Erzeugung, Beförderung, Ein- oder Ausfuhr,
  • das Verschaffen (= Weitergabe und Verkauf),
  • das Überlassen oder Anbieten,
  • der Anbau von Cannabispflanzen, um daraus konsumierbare Cannabisprodukte zu gewinnen.

Das heißt, dass auch das Tauschen, Schenken (lassen), Aufbewahren, Halten und Weiterreichen strafbar ist. Das gilt für jede Menge. Auch die Übergabe eines Joints in einer Runde von Personen – ohne einen Zug zu machen – ist wegen Besitzes oder Überlassung strafbar.

Eigenbedarf

Cannabisbesitz ist illegal und führt daher zur Beschlagnahme, wenn die Polizei etwas findet. Für den Eigenbedarf von Cannabisprodukten gibt es keine Ausnahme von der Strafbarkeit, jedoch ist Eigenbedarf mit einer geringeren Strafe bedroht.

Lass dich rechtlich beraten, wenn du mit Cannabis erwischt wird.

Als Rauschmittel wirkt Cannabis auf Körper und Psyche. Die Wirkung hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel von der Umgebung, in der konsumiert wird und von der Substanz selber. Deshalb lässt sich die konkrete Wirkung nicht exakt vorhersagen.

Manche Konsument_innen empfinden bestimmte Wirkungen als angenehm, andere als unangenehm oder gar beängstigend. Einige spüren keine Wirkung, anderen wird schlecht oder schwindelig.

Wenn Freund_innen mit dir Cannabis rauchen und den Rausch als angenehm empfinden, muss das nicht heißen, dass es für dich so ist.

Mögliche Wirkungen von Cannabis sind zum Beispiel:

  • Heiterkeit und Euphorie,
  • erhöhte Sensibilität und Einlassen auf veränderte Sinneswahrnehmungen,
  • Entspannungsgefühl, Verlust des Zeitgefühls und eingeschränkte Gedächtnisleistung,
  • Gereiztheit, Nervosität, Unsicherheit, Ängstlichkeit und Verwirrung,
    Einschränkung der Koordinations- und Orientierungsfähigkeit,
  • vermehrtes Hungergefühl, trockener Mund, Durstgefühl, gerötete Augen, erweiterte Pupillen, Erhöhung der Herzfrequenz, Blutdruckabfall, leicht herabgesetzte Körpertemperatur, Pulsrasen, Schwindelgefühl, Zittern, Kopfschmerzen.

Bei Überdosierung (auch bei Erstkonsum) sind Schwindel, Übelkeit bis zum Erbrechen, Herzrasen und Kreislaufprobleme möglich. Es kann zu Angstzuständen, Verwirrung, Verfolgungsideen und Halluzinationen kommen.

Wenn Schwindel, akute Übelkeit oder negative Gefühle wie Angst oder Panik auftreten, dann hilft:

  • Säfte mit Vitamin C oder Zuckerwasser anbieten,
  • Kopf, Nacken und Unterarme kühlen,
  • Person nicht alleine lassen.

Achtung - Kaffee oder Energie-Drinks bringen keine Besserung.

Wenn Angstzustände oder Stressgefühle auftreten, ist es sinnvoll, sich in einem ruhigen Raum (mit frischer Luft) und bestenfalls im Beisein einer Freundin/eines Freundes aufzuhalten.

Bei einem Kollaps (die Augen rollen nach hinten, Atemnot, kalter Schweiß, Koordinationsstörungen und Übelkeit) Erste Hilfe leisten:

  • rasch für frische Luft und Ruhe sorgen,
  • Personen in Not in die stabile Seitenlage bringen und Atmung und Puls kontrollieren – bei Erbrechen die Mundhöhle säubern (Erstickungsgefahr),
  • bei Kälte mit Decken warm halten,
  • keine Panik, Ruhe bewahren und die betroffene Person nicht alleine lassen.

In Notfällen immer die Rettung (144) verständigen. Angehörige der Rettung stehen unter Schweigepflicht. Deine oder die Gesundheit deiner Freund_innen ist auf alle Fälle wichtiger, als die Angst vor rechtlichen Konsequenzen.

checkit!

  • Beratung zum Thema Sucht und Drogen (Schwerpunkt Freizeit- und Partydrogen)

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Infos rund um die Wirkungen von Cannabis, Auskunft über Cannabis und das Gesetz, über Abhängigkeit und Sucht, Adressen von Beratungsstellen

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Letzte Aktualisierung: April 2017

Infos A-Z » Sucht » Ess-Störungen

Du hast Fragen zu Essstörungen? Du kennst jemanden, der eine Essstörung hat und du weißt nicht, wie du dich verhalten sollst? Du bist dir nicht sicher, ob du selbst eine Essstörung hast?

Dann informier dich und hol dir Unterstützung:

Was ist eine Essstörung?

Eine Essstörung ist eine psychische Erkrankung, eine Krankheit mit seelischen Ursachen. Essstörungen können auftreten, wenn Menschen nicht mehr wissen, wie sie mit schwierigen Situationen, unangenehmen Gefühlen oder mit inneren Konflikten umgehen sollen.

Hinter der Essstörung stecken persönliche Probleme und Sorgen.


Wer kann eine Essstörung bekommen?

Von Essstörungen sind Mädchen und Burschen betroffen. Lange Zeit haben Fachleute geglaubt, dass Essstörungen nur bei Mädchen auftreten.

Heute weiß man, dass Burschen genauso an einer Essstörung erkranken können.


Warum bekommt jemand eine Essstörung?

Wie bei jeder psychischen Erkrankung gibt es auch bei Essstörungen bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung dieser Erkrankung begünstigen.  

Menschen, die zum Beispiel unsicher sind, ständig an sich zweifeln, immer unter Druck stehen oder gerne wie jemand anders aussehen würden, haben ein höheres Risiko, an einer Essstörung zu erkranken. Diese Risikofaktoren führen aber nicht automatisch zu einer Essstörung, denn die Ursachen für Essstörungen sind meistens vielfältig(er).

Diäten, Schönheitsideale und der Wunsch, den eigenen Körper zu verändern, können bei bestimmten Formen von Essstörungen ebenfalls eine Rolle spielen: Manche Mädchen möchten schlank sein, viele Burschen wollen einen muskulösen Körper haben.  

Wird dieses Ziel mit allen Mitteln verfolgt, kann das der Einstieg in eine Essstörung sein.


Welche Essstörungen gibt es?

Bei der Magersucht oder Anorexie essen die Betroffenen möglichst wenig. Sie fühlen sich zu dick, auch wenn sie es nicht sind. Um nicht zuzunehmen, betreiben sie z.B. intensiv Sport.

Bei der Ess-Brech-Sucht oder Bulimie bekommen die Betroffenen Heißhunger und Essanfälle. Sie unterscheiden zwischen guten und schlechten Lebensmitteln. In einem Essanfall werden meistens innerhalb von kurzer Zeit die schlechten Lebensmittel gegessen. Um einen Essanfall wieder "rückgängig" zu machen, erbrechen die Betroffenen. Manche nehmen Medikamente, um ihr Gewicht zu halten, machen viel Sport oder fasten.

Bei der Esssucht oder Binge-Eating haben die Betroffenen Essanfälle. Sie essen sehr schnell und auch, wenn sie nicht hungrig sind. Meistens essen sie alleine, da sie sich für ihr Verhalten schämen. Im Gegensatz zur Ess-Brech-Sucht unternehmen die Betroffenen nichts, um die Essanfälle "rückgängig" zu machen und ihr Gewicht zu kontrollieren. Das kann zu Übergewicht führen.

Es gibt andere Erkrankungen, die mit einem schwierigen Essverhalten zusammenhängen. So dreht sich z.B. bei der Orthorexie das Leben der Betroffenen um "gesundes" Essen. Lebensmittel werden in gut und schlecht eingeteilt und gegessen wird nur, was (angeblich) gut für den Körper ist. Wie bei den anderen Essstörungen bestimmt das Essen das Leben der Menschen.


Was sind die Folgen einer Essstörung?

Essstörungen haben soziale, seelische und körperliche Folgen.

Die Folgen können z.B. sein:

  • Rückzug von Freund_innen und der Familie
  • Einsamkeit
  • Traurigkeit, Aussichtslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • geringe Belastbarkeit
  • ständige Unzufriedenheit
  • Schlafstörungen
  • Schwierigkeiten beim Konzentrieren
  • Schädigung der Zähne und der Speiseröhre durch Erbrechen
  • Kreislaufstörungen
  • Muskelkrämpfe durch viel Bewegung
  • Ausbleiben der Regel bei Mädchen
  • Verlust von sexuellem Verlangen und der Potenz bei Burschen

Was hilft bei einer Essstörung?

Die Behandlung von Essstörungen braucht Zeit und Geduld. Der erste Schritt ist das Eingeständnis, dass man eine Essstörung hat. Dann kann man sich Unterstützung suchen.

Eine Essstörung alleine zu bewältigen, ist schwierig. Die größte Chance auf Heilung hat man mit einer Psychotherapie und medizinischer Betreuung.

In einer Psychotherapie beschäftigen sich die Betroffenen mit sich selbst, ihrem Umfeld und ihrem Essverhalten. Sie lernen mit den Problemen anders als bisher umzugehen und sie zu lösen.


Was mache ich, wenn ich eine Essstörung habe?

Den ersten Schritt auf dem Weg zum Gesundwerden, hast du gemacht: Du hast dir selbst eingestanden, dass mit deinem Essverhalten etwas nicht stimmt.

Der zweite Schritt: Wende dich an eine Beratungsstelle, einen Arzt oder eine Ärztin, einen Therapeuten oder eine Therapeutin.


Wie kann ich jemandem helfen, der eine Essstörung hat?

  • Informier dich über Essstörungen.
  • Frag die betroffene Person, wie es ihr geht.
  • Beschreibe, was du beobachtest hast und sag, dass du dir Sorgen machst.
  • Versuche, ohne Vorwürfe zu sprechen.
  • Fang nicht an zu kontrollieren, Druck auszuüben oder Tipps zu geben.
  • Sprich nicht übers Essen (was, wieviel…).
  • Du kannst dir auch selbst Unterstützung holen: Sprich mit einer erwachsenen Vertrauensperson, einer Beratungsstelle, einer Freundin oder einem Freund.

Wichtig ist: Eine Essstörung ist eine Krankheit. Du kannst keine Diagnose stellen und niemanden dazu bringen, ihr oder sein Verhalten zu ändern.


Linktipps


Beratungsstellen

Hotline für Essstörungen der Wiener Gesundheitsförderung

  • Telefonische Beratung und Information für Menschen mit Essstörungen
  • Tel. 0800/20 11 20, Mo-Do 12:00-17:00, kostenlos

FEM

  • Beratung für Mädchen, junge Frauen und Paare zu Gesundheit, Liebe, Partnerschaft und Sexualität

MEN Jugendberatung

  • Beratung für Burschen und junge Männer

sowhat

  • Beratung für Betroffene, Angehörige und andere Bezugspersonen

Letzte Aktualisierung: Jänner 2018

Infos A-Z » Sucht » Glücksspiel

Beim Spielen dominiert die Hoffnung, den großen Gewinn zu machen.

Das funktioniert aber nicht, denn die Automaten und Spielprogramme sind so programmiert, dass die Anbieter_innen das große Geld verdienen – und leider nicht die Spieler_innen.

  • Du spielst so lange, bis du kein Geld mehr hast und borgst dir sogar Geld, um weiter spielen zu können.

  • Du erfindest Lügen, um andere darüber zu täuschen, dass du dein ganzes Geld verspielt hast. Oder du belügst andere, um an Geld zu kommen.

  • Du vernachlässigst deine Freund_innen und Familie. Generell wird dein Interesse an deinem Umfeld geringer.

  • Du bist in deinen Gedanken ständig beim Spielen.

  • Du gehst nicht mehr in die Schule/zur Arbeit, weil du dich nicht vom Spielen lösen kannst.

  • Du spielst, um Glücksgefühle zu bekommen oder um Ärger und Frust zu vergessen.

Glücksspielsucht ist eine Krankheit und kann zum Verlust von Familie, Freund_innen, Job und Geld führen. Deshalb ist es wichtig, dass du dir Hilfe holst, sobald du denkst, gefährdet zu sein.

Spielsuchthilfe

  • Beratung und Behandlung für Spielsüchtige und Angehörige

Anton Proksch Institut

  • Beratung und Betreuung für Glücksspielsüchtige und Angehörige

Letzte Aktualisierung: April 2017

Infos A-Z » Sucht » Internet- und Computerspielsucht

Von Online- oder Internetsucht spricht man, wenn eine Person

  • den Großteil ihrer freien Zeit im Internet verbringt,
  • den Freund_innenkreis, Hobbys, Schule, Arbeit vernachlässigt
  • Panik bekommt, wenn der Computer oder das Handy mal nicht verfügbar ist und
  • in Extremfällen auch die Bedürfnisse des eigenen Körpers (z.B. Essen, Schlafen) stark vernachlässigt.

Therapie- und Beratungsstelle für Mediensucht

  • Beratung und Therapie für Internet-, Computer- und Handysüchtige und Angehörige

Anton Proksch Institut

  • Beratung und Therapie für Internet- und Computerspielsüchtige

Letzte Aktualisierung: April 2017

Infos A-Z » Sucht » Kaufsucht

Von Kaufsucht spricht man, wenn eine Person regelmäßig Dinge kauft, die sie nicht braucht. Oft werden die Sachen danach unausgepackt in den Kasten geräumt oder sogar weggeworfen.

Es geht dabei um den Vorgang des Kaufens. Für Nicht-Betroffene ist diese Form der Sucht sehr schwer begreiflich. Hol dir Hilfe, wenn du davon betroffen bist.

  • Bist du kaufsüchtig, so hast du die Kontrolle darüber verloren, wie oft und wie viel du einkaufst. Auch Geld spielt dabei keine Rolle. Viele Kaufsüchtige haben hohe Schulden.

  • Im Moment des Kaufens fühlst du dich wunderbar. Dieses Hoch vergeht schnell wieder und du musst wieder einkaufen.

  • Nach dem Kauf fühlst du dich schlecht, wirst von Schuldgefühlen geplagt und ärgerst dich, schon wieder etwas Unnötiges gekauft zu haben.

  • Manche Kaufsüchtige haben das Gefühl, immer wieder etwas kaufen zu müssen und es müssen immer teurere Produkte sein – nur so kann z.B. eine innere Unruhe kurzfristig gestoppt werden.

  • Du erkennst dein eigenes süchtiges Verhalten nicht oder verdrängst es. Meist kommt der Hinweis auf die Sucht von Familie und Freund_innen. Sucht ist eine Krankkeit - hol dir Hilfe und lass dich unterstützen.

Anton Proksch Institut - Ambulatorium Wiedner Hauptstraße

  • Beratung und Betreuung für Kaufsüchtige und Angehörige

Letzte Aktualisierung: April 2017

Infos A-Z » Sucht » Rauchen

Viele Jugendliche rauchen, weil sie das Gefühl haben, dass es sie entspannt oder beruhigt. Andere können sich durch das Rauchen besser konzentrieren, es hilft bei Nervosität und Aufregung.

Rauchen kostet aber viel Geld, ist ungesund und macht abhängig. Bist du Raucher_in? Dann informier dich und versuche, die Risiken möglichst gering zu halten.

Das am meisten gebräuchliche Suchtmittel in Österreich sind Zigaretten. Der psychoaktive Wirkstoff in Zigaretten wird Tabak oder Nikotin genannt. Wenn wir von Tabak sprechen, dann meinen wir damit dasselbe wie Zigaretten, Wuzeltabak (also Tabak zum selber Drehen), Pfeifentabak und E-Zigaretten.

An keiner anderen Droge sterben weltweit mehr Menschen und die gesundheitlichen Langzeitfolgen sind enorm. Die meisten Menschen, die rauchen, wissen darüber Bescheid.  

Wie bei anderen Drogen gibt es auch beim Tabak Rauchen Tipps, um das Risiko dabei möglichst gering zu halten:

  • Beachte die Jugendschutzbestimmungen: Du darfst ab 16 Jahren Zigaretten und Wuzeltabak kaufen und öffentlich konsumieren.
    Wenn du unter 16 bist und erwischt wirst, kann die Konsequenz eine Ermahnung durch das Jugendamt oder eine Geldstrafe sein.
  • Rauche nicht aus Langeweile oder weil du gerade nichts zu tun hast.
  • Mach dir bewusst, wie viele Zigaretten du täglich konkret rauchst. Passt das für dich? Ist es zu viel? Möchtest du aufhören?
  • Wird an deinem Arbeitsplatz geraucht und stört es dich, dann versuche dagegen vorzugehen. Lass dich dazu von der Arbeiterkammer beraten.
  • Viele Jugendliche rauchen, weil sie nicht an Gewicht zunehmen wollen. Es ist zwar richtig, dass Rauchen zu weniger Appetit führen kann. Dennoch eignet sich Tabak nicht als Diätmittel, da das Gewicht eines Menschen von vielen verschiedenen Dingen abhängt (wie z.B. Stoffwechsel, Ernährung...).
  • Bedenke beim Rauchen, dass die meisten NichtraucherInnen unter Passivrauch leiden.
  • Rauche nicht, wenn du schwanger bist und halte dich nicht in Räumen auf, in denen geraucht wird.
  • Hol dir Unterstützung, wenn du aufhören möchtest. Bitte z.B. deine Familie oder deinen Freund_innenkreis weniger zu rauchen, wenn du anwesend bist.

Wichtige Tipps, wenn du zum Rauchen aufzuhören willst, findest du bei feel-ok sowie beim Rauchfrei-Telefon.

Das Rauchen von Tabak mit einer Wasserpfeife oder Shisha fühlt sich für manche Menschen weniger kratzig an als Zigaretten, trotzdem ist es noch schädlicher für die Lunge als normale Zigaretten.

Der Rauch wird über Wasser gekühlt, was ihn im Hals und in der Lunge "weicher" erscheinen lässt. Der Rauch ist allerdings nur kälter als bei Zigaretten und kann somit tiefer inhaliert werden. Die Shisha-Tabaksorten gibt es in vielen Geschmacksrichtungen wie z.B. Apfel, Erdbeere oder Rose.

Bei Wasserpfeifen ist der Filter durchlässiger als bei Zigaretten und es geraten dadurch noch mehr Schadstoffe wie Teer, Arsen oder Nickel direkt in die Lunge. Außerdem ist die Nikotinkonzentration höher - nach dem Shisha Rauchen ist sie im Blut nachweisbar und höher als nach dem Konsum von 20 Zigaretten in sieben Stunden.

Shisha wird meist nicht täglich geraucht, sondern nur zu besonderen Anlässen. Bedenke, dass für das Rauchen von Shisha ebenfalls die Jugendschutzbestimmungen gelten: Du darfst also ab 16 Jahren Wasserpfeife rauchen. 

Auch wenn du einige Shisha-Clubs oder Cafés schon ab 12 Jahren betreten darfst: Es gilt trotzdem das Jugendschutzgesetz. Betreiber_innen machen sich strafbar, wenn sie Jugendlichen unter 16 Jahren das Rauchen von einer Shisha im Lokal ermöglichen.

Eine E-Zigarette (das E steht für Elektrisch) ist ein batteriebetriebenes Plastikröhrchen in der Größe einer Zigarette. Darin wird eine Flüssigkeit mit Nikotin und Aromastoffen verdampft.

E-Zigaretten können nachgefüllt werden. Außerdem gibt es E-Zigaretten mit und ohne Nikotin. In der Regel enthalten E-Zigaretten genauso viel oder mehr Nikotin als herkömmliche Zigaretten. Sie eignen sich also nicht dazu mit dem Rauchen aufzuhören.

Es gibt auch E-Zigaretten, die laut Verpackung kein Nikotin enthalten. Chemische Analysen haben ergeben, dass in als nikotinfrei gekennzeichneten E-Zigaretten dennoch Nikotin enthalten war. Über die genauen Inhaltsstoffe weiß man also nicht Bescheid - daher ist generell Vorsicht geboten, da man sehr wenig über die gesundheitlichen Auswirkungen sagen kann.  

Eine E-Shisha ist ein längliches, ca. 10cm großes Plastikrohr, das - wie die E-Zigarette - mit einer Batterie betrieben wird. Im Inneren wird eine Flüssigkeit verdampft, das sogenannte "Liquid". Dieses besteht aus Aromen, Aerosol und anderen unbekannten Inhaltsstoffen. Ähnlich wie bei normalen Shishas gibt es die E-Shisha in unzähligen Geschmacksrichtungen.

Rechtliche Infos zu E-Zigaretten und E-Shisha:

E-Zigaretten und E-Shishas, die Nikotin enthalten, sind ab 16 Jahren erlaubt.

Rauchfrei-Telefon

  • Telefonische Beratung rund ums Rauchen
  • Tel. 0800/81 00 13, Mo-Fr 10:00-18:00, kostenlos

Infos zum Thema Tabak, Nikotin, gesundheitliche Auswirkungen und Tipps zum Aufhören bzw. weniger Rauchen

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Letzte Aktualisierung: April 2017

Infos A-Z » Sucht » Selbstverletzendes Verhalten

Wenn Menschen sich absichtlich selbst wehtun, Schmerzen oder Wunden zufügen, dann spricht man von selbstverletzendem Verhalten (SVV).

Es gibt viele verschiedene Arten des selbstverletzenden Verhaltens, wie z.B. das Ritzen der Haut oder das Verbrennen mit Zigaretten. Auch exzessives Sporteln oder das Verweigern von Essen können Formen von SVV sein.

Manche Menschen verletzen sich häufig und/oder auf mehrere unterschiedliche Arten. Die meisten brauchen Hilfe, um damit aufhören zu können. Wenige schaffen es aus eigenem Antrieb.

Bei SVV geht es darum, innere Spannungen abzubauen, sich selber zu spüren oder Schmerzen, wie z.B. Liebeskummer zu überdecken.

Gründe für SVV gibt es unzählige, zum Beispiel erlebte Gewalt, schlimme Erfahrungen in der Kindheit, Depressionen oder andere psychische Erkrankungen.
Für manche stellt die Selbstverletzung ein Ventil dar, um Wut, Trauer oder Ängste ausdrücken zu können.

Betroffene tun das nicht aus Spaß, weil es "in" ist oder um andere zu ärgern.

Den Menschen geht es unmittelbar nach der Selbstverletzung meist besser. Dieses Gefühl der Erleichterung hält allerdings nur kurz an. Sobald die Betroffenen erkennen, was sie getan haben, kehren die Schuldgefühle zurück und der Kreislauf beginnt von vorne.

Im Gehirn wirkt selbstverletzendes Verhalten wie eine Droge. Bei der Verletzung werden Glückshormone freigesetzt und der Körper verlangt immer wieder danach. Betroffene können Entzugserscheinungen entwickeln und es fällt ihnen schwer, damit aufzuhören.

Auch wenn Betroffene sich deswegen behandeln lassen und nicht mehr verletzen wollen, besteht die Gefahr rückfällig zu werden oft ein ganzes Leben lang.

Wichtig ist, die Betroffenen ernst zu nehmen und sie für ihr Verhalten nicht zu verurteilen.

Insgesamt sind Mädchen häufiger von SVV betroffen als Burschen.

Der Drang zum Selbstverletzen entwickelt sich oft unter großem Stress oder in Zeiten der Veränderung, wie zum Beispiel der Pubertät. Wird nichts dagegen unternommen, verletzen sich viele Betroffene auch im Erwachsenenalter weiter.

Bedenke, dass selbstverletzendes Verhalten meist mit Gefühlen wie Scham oder Schuld verbunden.

  • Sprich die betroffene Person in einem ruhigen Moment darauf an.
  • Blamiere sie nicht vor anderen.
  • Biete deine Hilfe an. Zeige Verständnis für ihre/seine Situation.
  • Höre zu, wenn die Person reden möchte.
  • Akzeptiere, wenn sie aktuell nicht darüber sprechen kann oder mag.
  • Bist du unsicher, wende dich an eine Beratungsstelle und lass dir Tipps geben, wie du vorgehen kannst.  

Sei geduldig und denke daran: Helfen kann man erst, wenn der betroffene Mensch es selber möchte.

Besteht zur/zum Betroffenen kein enges Verhältnis, dann versuche, eine Vertrauensperson zu finden. Diese Person kann dann das Ansprechen übernehmen.

Es gibt keinen Grund, dich schuldig zu fühlen oder zu schämen. Such dir eine Person, der du vertraust und die bereit ist, dir zu helfen oder wende dich an eine Beratungsstelle.

Statt Ritzen kann kurzfristig helfen:

  • FreundInnen anrufen, allein sein vermeiden
  • Kreative Tätigkeiten wie Schreiben, Malen oder Musik machen
  • Umgebung wechseln, rausgehen, Sport machen, sich auspowern
  • Gummibänder gegen die Haut schnalzen lassen
  • kalt duschen
  • Eiswürfel in den Mund nehmen oder auf die Haut drücken
  • Gegen Matratze oder Kissen boxen
  • SVV immer wieder um 15 Minuten verschieben

Informationen für Betroffene und deren Familienangehörige, FreundInnen, LehrerInnen, Sozial- und JugendarbeiterInnen

Downloaden oder kostenlos bestellen

 

 

Letzte Aktualisierung: April 2017

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