jugendrecht

Rechtsinfos: Ausziehen & Wohnen

Du kannst von zu Hause ausziehen, wenn deine Eltern damit einverstanden sind.

Sie müssen weiterhin für deinen Unterhalt sorgen, solange du dich noch nicht selbst erhalten kannst. Zum Unterhalt gehören z.B. die Kosten für eine Wohnung, für Kleidung, Lebensmittel und eine Ausbildung.

Ziehst du gegen den Willen deiner Eltern aus, können sie dich nach Hause holen lassen. Nimmt eine Person dich auf, um dich zu schützen, muss sie die Polizei, das Jugendamt oder deine Eltern informieren. 

Vernachlässigung und Gewalt

Falls die Situation für dich zu Hause nicht mehr erträglich ist, kannst du auch gegen den Willen deiner Erziehungsberechtigten ausziehen. Für den Auszug braucht es allerdings einen wichtigen Grund. Es reicht nicht, dass dir die Vorschriften und Regeln deiner Eltern nicht passen.

Es geht vielmehr um Situationen, in denen du bedroht bist, z.B. bei körperlicher und psychischer Gewalt oder wenn du vernachlässigt wirst. Lebst du in einer derartigen Situation, ist es notwendig, dass du dich an das Jugendamt (MAG ELF) wendest.

Unter 18-Jährige dürfen einen Mietvertrag unterschreiben. Durch das Bezahlen der Miete darf dein sonstiger Lebensunterhalt nicht gefährdet sein. In der Praxis verlangen VermieterInnen die Unterschrift der Eltern.

Mehr zum Thema Wohnen

Wohnort als Lebensmittelpunkt

Nach einer Scheidung wird festgelegt, bei welchem Elternteil du in Zukunft hauptsächlich wohnen wirst. Selbst wenn du abwechselnd bei deinen Eltern wohnst, gibt es einen Wohnort, der dein Lebensmittelpunkt ist.

Können die Eltern sich nicht einigen, trifft das Pflegschaftsgericht eine Entscheidung. Vor dieser Entscheidung wirst du persönlich befragt und kannst deine Meinung sagen.

Wechsel des Wohnortes

Möchtest du zu deinem anderen Elternteil ziehen, musst du dich an das zuständige Pflegschaftsgericht wenden. Das ist das Bezirksgericht an deinem Wohnort.

Ab deinem 14. Geburtstag kannst du in Fragen der Obsorge selbständig handeln und den Antrag auf Wohnortwechsel einbringen. Das Gericht entscheidet dann, was seiner Ansicht nach für dein Wohl am Besten ist.

Rechtsinfos: Beziehung & Sexualität

Ab dem 14. Geburtstag sind sexuelle Kontakte mit Geschlechtsverkehr erlaubt. Diese Altersgrenzen gelten für homo- und heterosexuelle Kontakte.  

Der Kontakt muss freiwillig und von beiden Seiten gewollt sein. Der Altersunterschied spielt dabei keine Rolle.  

Ausnahmen:

  • Ist die jüngere Person 13 Jahre alt, die andere bis zu drei Jahre älter, ist der sexuelle Kontakt straffrei.

  • Ist die jüngere Person 12 Jahre alt, die andere bis zu vier Jahre älter, sind sexuelle Kontakte ohne Geschlechtsverkehr (z.B. Petting) erlaubt.  

Strafbar sind z.B.:

  • Sexuelle Kontakte zwischen Autoritätspersonen (z.B. LehrerIn, TrainerIn) und Minderjährigen.

  • Sexuelle Kontakte mit Minderjährigen, bei denen pornografische Bilder gemacht werden.

  • Sexuelle Kontakte mit Minderjährigen, für die bezahlt wird.

  • Sexuelle Kontakte mit Minderjährigen unter 16, bei denen eine Notlage ausgenutzt wird.

  • Sexueller Kontakt, wenn du ihn nicht möchtest, aber dazu gezwungen wirst.

Pornografie ist die Darstellung von sexuellen Handlungen mit dem Ziel, den/die ZuseherIn zu erregen.

Jugendliche unter 18 dürfen pornografisches Material

  • nicht verwenden (z.B. Anschauen im Internet).

  • nicht besitzen (z.B. Downloaden).

  • nicht weitergeben (z.B. Handyfilme tauschen).

Mehr Infos zu Pornografie

Das Gesetz geht davon aus, dass einsichts- und urteilsfähige Jugendliche medizinische Fragen selbst entscheiden können. Diese Fähigkeit wird ab dem 14. Geburtstag angenommen.

Ein Arzt oder eine Ärztin kann dir deshalb ab 14 die Pille oder andere Verhütungsmittel verschreiben. Das gilt auch für die Pille Danach.

Mehr Infos zur Verhütung

Ein Abbruch ist innerhalb der ersten drei Monate einer Schwangerschaft möglich. Ab dem 14. Geburtstag kannst du dich selbständig für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

Mehr Infos zur Schwangerschaft

Heiraten können nur ehefähige Personen. Ab dem 18. Geburtstag bist du ehefähig. Willst du vorher schon heiraten, dann kannst du ab 16 für ehemündig erklärt werden.

Prüfung der Ehefähigkeiten

Das Gericht prüft, ob du für eine Ehe reif bist. Eine Ehe zwischen zwei Minderjährigen ist nicht möglich, eine/r der beiden muss das 18. Lebensjahr vollendet haben. Außerdem müssen deine Eltern der Eheschließung zustimmen.  

Mit der Heirat ändert sich rechtlich für dich einiges: So gilt z.B. das Jugendschutzgesetz für dich nicht mehr, die Eltern sind nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet.  

Zwangsheirat

Eine Heirat gegen deinen Willen (Zwangsheirat) ist verboten. Du musst selbst entscheiden können, wen und ob du überhaupt heiraten willst.

Eine eingetragene Partnerschaft ist zwischen zwei Personen des gleichen Geschlechts möglich. Beide müssen volljährig sein.

Vor dem 18. Geburtstag ist eine eingetragene Partnerschaft nicht möglich.

Linktipp

Bist du noch nicht volljährig und Mutter, unterstützt dich das Jugendamt. Du bist für die Erziehung deines Kindes zuständig. Solange du minderjährig bist, übernimmt das Jugendamt die rechtliche Vertretung des Kindes.

Rechtsinfos: Eltern & Kinder

Bis zum 18. Geburtstag bist du minderjährig. Deine Eltern handeln in deinem Sinn, treffen Entscheidungen und vertreten deine Rechte. Als Erziehungsberechtigte dürfen sie ihre Rechte aber nicht um jeden Preis über deine stellen. Sie können z.B. ihren Willen nicht mit Gewalt durchsetzen.

Kindeswohl

Bei allen Entscheidungen steht dein Wohl an erster Stelle. Die Entscheidungen müssen in deinem Sinne gefällt werden. Das heißt nicht, dass deine Wünsche erfüllt werden. Vielmehr müssen deine Bedürfnisse und deine Entwicklung berücksichtigt werden.  

Eltern und das Gesetz

Das Gesetz gibt den Eltern einen Rahmen vor, in dem sie ihr Kind erziehen. Kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, sieht das Gesetz vor, dass jemand anders die Verantwortung für das Kind übernimmt.

Erziehungsberechtigte

Üblicherweise sind Eltern die Erziehungsberechtigten. Es kann aber auch Situationen geben, in denen jemand anderes (z.B. die Großeltern, das Jugendamt) diese Verantwortung übernimmt. Sind die Eltern geschieden, kann auch nur eine Person der/die Erziehungsberechtigte sein.

Bei unverheirateten Eltern bekommst du den Namen deiner Mutter, deines Vaters oder einen aus den Familiennamen beider Elternteile gebildeten Doppelnamen.

Heiraten deine Eltern, bekommst du den gemeinsamen Familiennamen. Ab deinem 10. Geburtstag muss bei Namensänderungen deine Meinung berücksichtigt werden.  

Ab deinem 14. Geburtstag musst du der Namensänderung zustimmen. Deine Erziehungsberechtigten können nicht gegen deinen Willen deinen Namen ändern.

Bis zum 10. Geburtstag können deine Eltern deine Religion bestimmen.  

Ab dem 10. Geburtstag

Bei einem Religionswechsel  muss deine Meinung gehört werden.  

Ab dem 12. Geburtstag

Deine Eltern können gegen deinen Willen keinen Wechsel deiner Religion durchführen.

Ab dem 14. Geburtstag

Du kannst selbständig entscheiden, welcher Religion du angehören willst. Du kannst ohne Einwilligung deiner Erziehungsberechtigten aus einer Glaubensgemeinschaft aus- oder eintreten.

Die Abmeldung vom Religionsunterricht in der Schule ist ohne Zustimmung der Eltern möglich.

Eltern haben für ihre minderjährigen Kinder das Recht und die Pflicht zur Obsorge und zum Unterhalt.  

Sie müssen für dich sorgen und sind verantwortlich für:

  • die Gesundheit und die körperliche Entwicklung (Pflege)

  • den Schulbesuch, die Ausbildung und die Förderung deiner Fähigkeiten (Erziehung)

  • die Verwaltung deines Vermögens (Vermögensverwaltung)

  • die Vertretung deiner Interessen (gesetzliche Vertretung)  

Gemeinsame Obsorge

Sind deine Eltern verheiratet und leben gemeinsam mit dir, sind beide automatisch mit der Obsorge betraut. Das Gesetz sieht vor, dass sie sich in allen Belangen der Obsorge und Erziehung einigen und gemeinsam vorgehen.  

Es gibt einige Entscheidungen, die nur mit Zustimmung beider Elternteile möglich sind (z.B. die Änderung deines Namens).  

Nach einer Scheidung entscheiden sich deine Eltern für die gemeinsame oder alleinige Obsorge. Deine Meinung und deine Wünsche dazu werden vom Gericht gehört und in die Entscheidung miteinbezogen.

Sind deine Eltern nicht verheiratet, so haben entweder beide die gemeinsame Obsorge oder nur ein Elternteil die alleinige Obsorge. Meist vereinbaren Eltern das bereits bei der Geburt des Kindes.

Bei einer Trennung kann sich diese Obsorgeregelung ändern.

Alleinige Obsorge

Hat ein Elternteil die alleinige Obsorge (z.B. weil deine Mutter alleinerziehend ist), trifft sie oder er Entscheidungen alleine. Der andere hat das Recht, über wichtige Veränderungen informiert zu werden. Sie oder er darf ihre/seine Meinung zu diesen Veränderungen äußern.  

Streit um die Obsorge

Können sich deine Eltern nicht einigen, trifft das Gericht eine Entscheidung. Du wirst angehört und deine Meinung wird berücksichtigt. Bist du mit der Entscheidung nicht einverstanden, kannst du dich ab dem 14. Geburtstag selbständig an das Pflegschaftsgericht wenden und Anträge stellen.

Nach einer Scheidung hast du das Recht auf Kontakt mit beiden Elternteilen. Dieses Recht kann eingeschränkt werden, wenn das zuständige Gericht findet, dass ein Kontakt nicht gut für dich ist (z.B. wegen Gewalt).  

Ab deinem 14. Geburtstag hast du das Recht, den Besuch bei bzw. den Kontakt mit einem Elternteil abzulehnen.

Du kannst selbständig beim zuständigen Gericht, dem Bezirksgericht an deinem Wohnort, Anträge betreffend deiner Kontaktregelungen einbringen.

Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder zu erziehen und gemeinsam für den Unterhalt aufzukommen, bis das Kind für sich selbst sorgen kann.  

Unterhalt bei Scheidung der Eltern

Sind die Eltern geschieden, leistet die Person, bei der du lebst, den Unterhalt grundsätzlich in Form von Naturalien (Wohnen, Essen, Lebensmittel, Schulbedarf). Der andere Elternteil bezahlt deinen Unterhalt mit finanziellen Beiträgen. Den Unterhalt bekommst nicht du, sondern der Elternteil, bei dem du lebst und der für dich sorgt. 

Unterhalt bei getrennten Haushalten

Wohnst du nicht mehr zu Hause, müssen beide Elternteile in Form von Geldleistungen für deinen Unterhalt aufkommen, solange du dich noch nicht selbst erhalten kannst.  

Unterhalt bei eigenem Einkommen

Jugendliche mit einem eigenen Einkommen haben weiterhin das Recht auf Unterhalt, wenn sie von ihrem Verdienst nicht leben können. Die Eltern müssen dann weniger Unterhalt zahlen.

Unterhalt bei Heirat

Erklärt dich das Gericht für ehefähig und du heiratest, ist dein/e EhepartnerIn zum Unterhalt verpflichtet. Um überhaupt heiraten zu dürfen, muss eine/r der beiden volljährig sein. Nach der Heirat sind deine Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig.

Die Familienbeihilfe bekommen die Eltern oder der Elternteil, in dessen Haushalt du wohnst.

In Ausnahmefällen kannst du selbst Familienbeihilfe beantragen, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst und sie ihrer Verpflichtung, für deinen Lebensunterhalt zu sorgen, nicht nachkommen.

Zuständig ist das Finanzamt an deinem Wohnort.

Rechtsinfos: Freizeit & Reisen

Ausgehzeiten

Das Wiener Jugendschutzgesetz legt fest, wie lange Jugendliche am Abend ohne erwachsene Begleitperson in Lokalen, auf Straßen und Plätzen unterwegs sein dürfen:  

  • bis zu deinem 14. Geburtstag – bis 22:00
  • zwischen 14 und 16 Jahren – bis 1:00  
  • ab 16 Jahren: keine Beschränkungen

Wer sich außerhalb dieser Zeit auf dem Heimweg befindet, wird nicht bestraft.  

Unter 16-Jährige dürfen vor 5:00 ohne Begleitperson nicht im öffentlichen Raum unterwegs sein, außer es gibt einen wichtigen Grund (z.B. Arbeitsweg für Bäckerlehrling).  

Das Gesetz gibt den Maximalrahmen vor. Die Entscheidung, wie lange du tatsächlich ausgehen darfst, treffen die Erziehungsberechtigten.  

Jugendschutzgesetze in den Bundesländern

Diese Bestimmungen gelten nur für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. In den anderen Bundesländern gelten andere Regelungen. Infos zu den Jugendschutzgesetzen der Bundesländer bekommst du deiner Jugendinfo.

Begleitperson

Bist du außerhalb dieser Zeiten unterwegs, muss eine Begleitperson dabei sein. Begleitpersonen müssen volljährig sein und deine Erziehungsberechtigten müssen ihr die Aufsichtspflicht übertragen haben.  

Ausweis

Bei einer Kontrolle musst du dich ausweisen können, um zu beweisen, dass du die Tätigkeit, die du gerade machst, (z.B. um 1:00 in der Nacht noch auf der Straße zu sein) schon ausüben darfst. Daher solltest du stets einen Lichtbildausweis bei dir haben.  

Bei manchen Veranstaltungen (z.B. Konzerten) musst du ein Mindestalter erreicht haben, um sie besuchen zu können. So kann es durchwegs vorkommen, dass bei manchen Veranstaltungen der Zutritt ab dem 16. Geburtstag, bei anderen z.B. erst ab dem 18. oder 19. Geburtstag möglich ist.

Diese Bestimmung gilt auch, wenn du eine gültige Eintrittskarte hast.

Das Wiener Jugendschutzgesetz verbietet Jugendlichen unter 18 den Aufenthalt in Räumen und Orten, in denen Jugendliche in ihrer Entwicklung gefährdet werden können.  

Das sind z.B.

  • Wettbüros und Spielhallen
  • Lokale, in denen es um Prostitution geht
  • Swinger-Clubs und Peepshows
  • Lokale, in denen vorwiegend hochprozentiger Alkohol verkauft wird (Branntweinschänken).

Unter 18-Jährige dürfen nicht an Glücksspielen teilnehmen. Sie dürfen sich nicht an Orten aufhalten, an denen in erster Linie um Geld gespielt wird. Du darfst kein Wettbüro, keine Spielhalle und kein Casino betreten. Das Verbot bezieht sich auch auf die Benützung von Spielautomaten und auf Glücksspiele im Internet.  

Außerdem darfst du dich bis zu deinem 14. Geburtstag nicht an Orten (z.B. normale Gasthäuser) aufhalten, an denen mehr als zwei Spielapparate aufgestellt sind.  

Brief- und Rubellose und andere Lotterieprodukte kannst du ab deinem 16. Geburtstag kaufen. Wetten sind für unter 18-Jährige aber verboten.

In Wien dürfen Computer- und Videospiele nur mit einer Altersangabe verkauft werden. Gültig sind die PEGI und die USK-Kennzeichnung. Erst wenn du das angegebene Alter erreicht hast, darf dir das Spiel verkauft werden.

Linktipp

Kino

In Wien sind Kinofilme ohne Jugendzulassung ab dem 16. Geburtstag freigegeben. Die Jugendzulassung legt ein Mindestalter fest. Diese Altersgrenze gilt auch, wenn du in Begleitung eines Erwachsenen ins Kino gehst. Der Film muss für dein Alter freigegeben sein.  

Videothek und Geschäfte

Beim Verleih und Verkauf muss das Jugendschutzgesetz berücksichtigt werden. Das Wiener Jugendschutzgesetz verbietet die Weitergabe von Medien, die die Entwicklung gefährden. Dies gilt z.B. für Filme mit Gewaltszenen oder pornografischen Inhalten.  

Führerschein B (Auto)

Ein halbes Jahr nach deinem 15. Geburtstag, also mit 15,5 Jahren kannst du die Ausbildung in Theorie und Praxis für die Prüfung für den "Führerschein mit 17" beginnen. Ab deinem 17. Geburtstag kannst du zur Prüfung in Theorie und Praxis antreten.

Mehr zum L17-Führerschein findest du auf der Webpage von help.gv.at.

Mit der theoretischen und praktischen Ausbildung für den regulären Führerschein kannst du sechs Monate vor deinem 18. Geburtstag beginnen.  

Moped

Dafür gibt es eine eigene Führerscheinklasse "AM". Diese berechtigt zum Lenken von Motorfahrrädern (bis zu 45km/h) sowie Mopedautos.

Du kannst ab deinem 15. Geburtstag mit Zustimmung deiner Eltern die Ausbildung und Prüfung machen. Bei der Anmeldung musst du eine schriftliche Einwilligung eines Erziehungsberechtigten vorlegen.

Ohne Zustimmung der Eltern kannst du erst ab 16 den Mopedausweis machen.

Eltern haben das Recht, den Aufenthaltsort ihres minderjährigen Kindes zu bestimmen. Mit ihrer Zustimmung kannst du auch unter 18 ohne Begleitung eines Erwachsenen auf Reisen gehen.  

Bei der Entscheidung, dich alleine verreisen zu lassen, müssen deine Eltern die Art der Reise, das Alter und deine Selbständigkeit berücksichtigen. Tun sie das nicht, kann ihnen die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht vorgeworfen werden.

Reist du ins Ausland, beachte die unterschiedlichen Jugendschutzbestimmungen der einzelnen Länder.

Linktipp

Reiseerlaubnis

Sinnvoll ist es, eine schriftliche Zustimmung der Eltern, eine Art "Reiseerlaubnis" mitzunehmen. Darin sollte die Einwilligung der/des Erziehungsberechtigten und die telefonische Erreichbarkeit stehen – am besten auch in Englisch oder der jeweiligen Landessprache.

Falls jemand unterwegs vermutet, dass du ausgerissen bist, kannst du damit das Gegenteil beweisen und ersparst dir Schwierigkeiten.

Linktipp

Abhängig vom Land, in das du reist, brauchst du einen Personalausweis oder einen Reisepass. Mit dem Personalausweis kannst du in die meisten Länder innerhalb Europas reisen. Für andere Länder brauchst du hingegen einen Reisepass.  

Ab dem 14. Geburtstag kannst du mit Zustimmung eines Erziehungsberechtigten einen Personalausweis oder Reisepass beantragen. Vorher muss der Antrag von einem Erziehungsberechtigten gestellt werden.

Für jugendliche Reisende gelten die Jugendschutzgesetze des Urlaubslandes. Dinge, die zu Hause erlaubt sind, können auf Reisen verboten sein (z.B. Altersgrenzen für sexuelle Kontakte, Ausgehzeiten).

Umgekehrt gilt: Was zuhause verboten ist, ist es auch im Ausland.

Linktipp

Paintball ist ein Spiel mit Gasdruckwaffen und Farbmunition. Gespielt wird in Hallen und in Anlagen im Freien. In Wien darf man erst ab dem 18. Lebensjahr Paintball spielen. Die ZuschauerInnen müssen ebenfalls volljährig sein.

Feuerwerkskörper sind Knallkörper aller Art. Jugendliche dürfen nur bestimmte Arten von Feuerwerken kaufen und abfeuern.

Auf der Verpackung ist eine Kategorie angegeben. Anhand dieser Kategorie, kannst du feststellen, ob diese Art von Feuerwerk für dich erlaubt ist.

Erlaubt ist der Kauf und die Verwendung von:

  • Wunderkerzen, Knallfröschen und -bonbons (Kategorie F1) ab 12 Jahren

  • Knallfröschen, Baby-Raketen (Kategorie F2) ab 16 Jahren

  • Rauch-, Bengal- und Schellackpulver (Kategorie S1) ab 16 Jahren  

Unabhängig vom Alter dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie F2 im Orts- und Wohngebiet nicht abgefeuert werden. Genauso verboten ist das Knallen in der Nähe von Einrichtungen wie Schulen, Kranken­häusern oder in der Nähe einer Menschengruppe.  

Seit Juli 2013 dürfen "Schweizer Kracher" – auch "Piraten" genannt – nicht mehr verkauft werden. Deine Vorräte kannst du noch bis Juli 2017 zünden.

Mehr Infos zum Thema Feuerwerk

Rechtsinfos: Körper & Gesundheit

Unter 14-Jährige dürfen nicht gepierct werden.

Ab deinem 14. Geburtstag kannst du dich mit schriftlicher Zustimmung eines Erziehungsberechtigten piercen lassen. Auf diese Zustimmung kann verzichtet werden, wenn das Piercing voraussichtlich innerhalb von 24 Tagen verheilt.

Unter 16-Jährige dürfen nicht tätowiert werden. Mit (schriftlicher) Zustimmung der Eltern ist ab dem 16. Geburtstag das Tätowieren erlaubt.

Mehr zu Piercing & Tattoo

Jugendliche unter 18 Jahre dürfen kein öffentlich zugängliches Solarium benützen. Der/die BetreiberIn muss das Alter kontrollieren, sonst macht er/sie sich strafbar.

Das Mindestalter für die Benutzung eines Fitnesscenters wird vom/von der BetreiberIn festgelegt. Die Altersgrenzen sind unterschiedlich.  

Bist du unter 18, darfst du einen Mitgliedsvertrag selbst unterschreiben, wenn die Kosten deinen Lebensunterhalt nicht gefährden. Es muss noch ausreichend Geld für die Bezahlung von Miete, Lebensmittel, Kleidung usw. übrig bleiben.

Das Gesetz geht davon aus, dass mündige Minderjährige grundsätzlich in der Lage sind, über medizinische Behandlungen zu entscheiden. Diese Entscheidungsfähigkeit wird ab dem 14. Geburtstag angenommen.

Bei schweren Eingriffen ist aber in jedem Fall die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten notwendig.  

Ab deinem 14. Geburtstag gilt die ärztliche Verschwiegenheitspflicht. Der Arzt oder die Ärztin darf deinen Eltern keine Auskunft geben.

Solange du kein oder nur ein geringes Einkommen hast, bist du bei einem Elternteil mitversichert. Du hast eine eigene E-Card, die du ab deinem 14. Geburtstag selbst unterschreiben kannst. Die E-Card musst du bei jedem Arztbesuch mitnehmen. Sie ist der Nachweis deiner Krankenversicherung.  

Ab dem 14. Geburtstag wird dir persönlich das Leistungsblatt der Sozialversicherung zugesandt. In diesem Leistungsblatt scheinen alle ärztlichen Leistungen des Vorjahres auf.

Für unter 16-Jährigen ist es verboten, eine Schönheitsoperation machen zu lassen. Nur wenn deine Gesundheit gefährdet ist, darf operiert werden.

Bei 16-bis 18-Jährigen dürfen Schönheitsoperationen durchgeführt werden, wenn eine psychologische Begutachtung stattgefunden hat. Außerdem müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen.

Eine Frist von mindestens 2 Wochen zwischen ärztlichem Gespräch und der Zustimmung zur Operation ist einzuhalten. Die Operation darf dann frühestens 4 Wochen nach der erfolgten Zustimmung stattfinden.

Rechtsinfos: Mitbestimmen und Wählen

Jugendliche haben das Recht bei Sachen, die sie betreffen, mitzubestimmen.

Mitbestimmung bedeutet z.B. eine Meinung zu äußern und gehört zu werden, mitentscheiden zu können, an Projekten mitzuarbeiten, bei einer Wahl für eine bestimmte Partei oder Person zu stimmen.

Auf politischer Ebene kannst du ab dem 16. Geburtstag wählen.

Du kannst: 

  • deine Stimme für eine Partei und/oder eine/n KandidatIn abgeben
  • bei Volksbefragungen und -abstimmungen deine Meinung zu einem Thema äußern.  

Wählen dürfen österreichische StaatsbürgerInnen, die am Wahltag 16 Jahre alt sind und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.  

Um dich als KandidatIn zur Wahl zu stellen, musst du das 18. Lebensjahr vollendet haben. Um als BundespräsidentIn zu kandidieren, musst du jedoch mindestens 35 Jahre alt sein.  

Nicht-österreichische EU-BürgerInnen sind bei Wahlen zum Europäischen Parlament und in Wien bei den Bezirksvertretungswahlen wahlberechtigt.  

Für alle, die in Wien wählen gehen, gilt, dass sie ihren Hauptwohnsitz in Wien haben müssen.

KlassensprecherIn

SchülerInnen ab der 5. Schulstufe haben das Recht, KlassensprecherIn zu werden. Alle SchülerInnen einer Klasse sind berechtigt, den/die KlassensprecherIn zu wählen.  

In der Hauptschule wählen die KlassensprecherInnen einer Schule eine/n SprecherIn. Diese/r vertritt die SchülerInnen im Schulforum, wo er mit LehrerInnen und Eltern über Angelegenheiten der Schule diskutiert.

SchulsprecherIn

Wenn du eine AHS besuchst, darfst du ab der 9. Schulstufe SchulsprecherIn werden. Der/die SchulsprecherIn vertritt die SchülerInnen im Ausschuss der Schulgemeinschaft. Dort treffen sich VertreterInnen der Eltern, der LehrerInnen und SchülerInnen. Sie diskutieren und beschließen Angelegenheiten der Schule (z.B. schulbezogene Veranstaltungen, Hausordnung).  

Alle SchülerInnen der 9. Schulstufe einer AHS dürfen den/die SchulsprecherIn wählen.  

In einem Betrieb, in dem dauernd mindestens fünf Minderjährige beschäftigt sind, kann ein Jugendvertrauensrat gewählt werden.

Der Jugendvertrauensrat vertritt die Interessen der Jugendlichen im Betrieb.   Wählen dürfen alle Jugendliche unter 18 Jahren, die im Unternehmen angestellt sind.  

Die KandidatInnen müssen am Tag der Wahl

  • unter 21 Jahre alt sein,
  • mindestens sechs Monate im Betrieb gearbeitet haben,
  • EU-BürgerInnen oder gleichgestellt sein.  

Jugendvertrauensrat in der überbetrieblichen Lehre

Jugendliche, die eine überbetriebliche Lehre machen, wählen einen Vertrauensrat für ihren Standort. Dieser vertritt ihre Interessen gegenüber der Ausbildungseinrichtung.

Wählen und gewählt werden dürfen alle Lehrlinge, die am jeweiligen Standort beschäftigt sind.

Rechtsinfos: Polizei & Gericht

Bis zum 14. Geburtstag sind Jugendliche deliktsunfähig und strafunmündig. Strafbare Handlungen bleiben aber nicht ohne Folgen: Es können andere Maßnahmen angeordnet werden (z.B. Beratung und Belehrung).  

Ab deinem 14. Geburtstag bist du deliktsfähig und strafmündig. Du musst für strafbare Handlungen die Verantwortung übernehmen.  

In den einzelnen Gesetzen sind für Verstöße Strafen vorgesehen. Es gibt Verstöße gegen das Verwaltungsrecht und das Strafrecht.

Eine Strafe nach dem Verwaltungsrecht bekommst du z.B. wenn du die Verkehrsregeln nicht beachtest oder gegen das Jugendschutzgesetz verstößt. 

Es gibt verschiedene Arten von Verwaltungsstrafen:

1. Abmahnung

Bei kleinen Delikten kann es zu einer Abmahnung kommen. Verstoßen Jugendliche gegen das Jugendschutzgesetz, sieht das Gesetz z.B. ein Informations- und Beratungsgespräch vor.  

2. Geldstrafe

 Die Geldstrafe wird in Tagsätzen bemessen. Kannst du die Strafe nicht bezahlen, musst du die vorgesehenen Tagsätze als Ersatzfreiheitsstrafe in Haft ableisten.  

Bist du mit einer Geldstrafe nicht einverstanden, kannst du dagegen Einspruch erheben. Dann wird in einem Verfahren über die Höhe der Strafe bestimmt.  

3. Verfall

Beim Verfall werden verbotene Gegenstände abgenommen (z.B. Waffen, verbotene Medien).

Straftaten sind z.B. Diebstahl, Körperverletzung, gefährliche Drohungen, Erpressung und der Besitz von Waffen.  

Straftaten werden vor Gericht verhandelt. Das Gesetz behandelt jugendliche StraftäterInnen nicht gleich wie erwachsene. Deshalb gilt für minderjährige Jugendliche das Jugendstrafrecht mit besonderen Regelungen. Zum Beispiel sind fast alle Strafen für Jugendliche auf die Hälfte herabgesetzt.  

Ab dem 18. Geburtstag gilt das Strafrecht für Erwachsene. Für junge Erwachsene bis zum 21. Geburtstag sind einige besondere Regelungen vorgesehen; z.B. die Höhen der Strafen sind niedriger und während einer Vernehmung bei der Polizei darf eine Vertrauensperson dabei sein.

1. Polizei

Ein Strafverfahren beginnt mit einer Befragung bei der Polizei. Bekommst du eine schriftliche Ladung, musst du hingehen. Ansonsten machst du dich strafbar.  

Zur Aussage bei der Polizei kann und soll eine erwachsene Person, der du vertraust (z.B. Eltern, JugendarbeiterIn...), mitkommen. Wirst du von der Polizei aufs Wachzimmer mitgenommen, kannst du verlangen, dass eine Vertrauensperson benachrichtigt wird, bevor du deine Aussage machst.

Du hast das Recht zu erfahren

  • warum du bei der Polizei erscheinen musst.
  • ob du Zeuge oder Beschuldigte/r bist.  

Als ZeugIn musst du eine Aussage machen, als Beschuldigte/r einer Straftat kannst du die Aussage verweigern.  

Kommst du mit der Polizei in Kontakt, dann beachte:

  • Du hast das Recht, die Aussage zu verweigern.
  • Du musst nur Name, Geburtsdatum, Meldeadresse sowie den Namen deiner Erziehungsberechtigten angeben.
  • Du hast das Recht respektvoll behandelt zu werden.
  • Bei einer Körperdurchsuchung hast du das Recht, von einer Person des gleichen Geschlechts durchsucht zu werden.
  • Eine Körperhöhlenuntersuchung (Vagina, After) muss von einem Arzt, einer Ärztin durchgeführt werden und nur bei entsprechendem Verdacht (z.B. versteckte Drogen).

Am Ende deiner Aussage wird ein Protokoll gemacht, das du unterschreiben kannst. Mit deiner Unterschrift bestätigst du, dass dieses Protokoll zusammenfasst, was du ausgesagt hast. Wenn du findest, dass deine Aussage im Protokoll nicht richtig dargestellt wurde, verlange eine Richtigstellung oder verweigere die Unterschrift.

2. Strafanzeige

Die Polizei leitet die Strafanzeige und die Ergebnisse ihrer Befragungen an die Staatsanwaltschaft weiter. Die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob das Verfahren eingestellt wird oder ob Anklage erhoben wird und es zu einem Strafverfahren kommt.  

In einem Strafverfahren müssen Jugendliche einen Anwalt oder eine Anwältin haben. Wer sich keinen rechtlichen Beistand leisten kann, kann Verfahrenshilfe beantragen und bekommt einen Anwalt oder eine Anwältin zugeteilt.  

3. Einstellung des Verfahrens/Rücktritt von der Verfolgung

Selbst wenn eine Straftat vorliegt, muss es nicht zu einem Urteil kommen. Die Staatsanwaltschaft oder der/die RichterIn haben die Möglichkeit, von der Verfolgung zurückzutreten bzw. das Verfahren einzustellen. Voraussetzung ist, dass du keine schwere Straftat begangen hast. Stattdessen können andere Schritte gesetzt werden.

4. Ausgang eines Strafverfahrens

Im Laufe eines Verfahrens wird geklärt, ob der/die Verdächtige schuldig oder nicht schuldig ist. Am Ende des Strafverfahrens fällt ein Urteil in dem die Strafe festgelegt wird:  

  • Schuldspruch ohne Strafe
    Handelt es sich um keine schwere Straftat und würde gegen dich nur eine geringe Strafe verhängt werden, so spricht dich der Richter zwar schuldig, verhängt aber keine Strafe. 
  • Schuldspruch unter Vorbehalt der Strafe, bedingte Strafe
    Die Art und die Höhe der Strafe werden im Urteil festgelegt, die Strafe wird aber vorübergehend ausgesetzt. Innerhalb einer festgesetzten Probezeit darfst du keine neue Straftat begehen. Ansonsten tritt die Strafe in Kraft. 
  • Geldstrafe
    Bei Straftaten, bei denen eine Geldstrafe vorgesehen ist, legt der/die RichterIn die Höhe fest. Die Strafe wird in Tagsätzen angegeben. Bezahlst du nicht, musst du die festgelegten Tagsätze in Haft verbringen. 
  • Freiheitsstrafe
    Eine Freiheitsstraße musst du in einem Gefängnis verbüßen. Für Jugendliche ab dem 14. Geburtstag sieht das Gesetz eine maximale Haftstrafe von 15 Jahren vor.  

Im Strafregister werden alle strafrechtlichen Verurteilungen eingetragen. In der Strafregisterbescheinigung scheinen Jugendstrafen bis zu zu einer Höhe von sechs Monaten nicht auf. Diese Bescheinigung braucht man z.B. oft bei Bewerbungen.  

Nach einer bestimmten Zeit werden die meisten Verurteilungen gelöscht. Das nennt man Tilgung. Eine getilgte Verurteilung darf weder in Strafregisterauskünften noch in Strafregisterbescheinigungen aufgenommen werden oder darin auf irgendeiner Weise zu sehen sein.  

Verwaltungsstrafen scheinen nicht im Strafregister auf. Für Jugendliche mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft können sie aber trotzdem zum Problem werden; z.B. beim Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft.

Werden Jugendliche zum Opfer einer Straftat, haben sie das Recht besonders geschützt, betreut und unterstützt zu werden. Das nennt man Opferschutz.

Jugendliche und ihre Angehörigen werden beim Verfahren vor Gericht z.B. von MitarbeiterInnen der Prozessbegleitung unterstützt.

Straftaten können Folgen für andere Personen haben. Deshalb kann zusätzlich zu einer Strafanzeige eine Klage wegen Schadenersatz folgen.

Bei Jugendlichen unter 14 Jahren können die Aufsichtspersonen zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie die Aufsichtspflicht verletzt haben.

Ab dem 14. Geburtstag bist du selbst für den Schaden verantwortlich.

Rechtsinfos: Schule & Arbeit

Schulpflicht

Die Schulpflicht dauert neun Jahre. Jugendliche, die mindestens ein Semester in Österreich leben, müssen die Schule besuchen. Die Schulpflicht endet mit dem 15. Lebensjahr.  

Schul- und Berufswahl

Die Auswahl der Schule und des Berufes, den du erlernen sollst, treffen die Eltern. Bist du damit nicht einverstanden und ihr einigt euch nicht, kannst du ab dem 14. Geburtstag Unterstützung beim Pflegschaftsgericht holen. Das ist in Wien das Bezirksgericht an deinem Wohnort.  

Schulbesuch

Als SchülerIn bist du verpflichtet, den Unterricht zu besuchen. Fehlst du ohne Entschuldigung, kann die Schule eine Anzeige wegen Verletzung der Schulpflicht machen oder das Jugendamt informieren.  

Ab dem 14. Geburtstag bist du strafmündig. Eine Anzeige wegen Verletzung der Schulpflicht betrifft dann nicht nur mehr deine Erziehungsberechtigten, sondern auch dich.

Berufschnuppertage

Beim Schnuppern verbringst du einige Tage in einem Betrieb und lernst den Beruf kennen. Du beobachtest die MitarbeiterInnen und darfst kleine Arbeiten ausprobieren. Für die Schnuppertage brauchst du die schriftliche Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.  

Schnuppern dürfen:

  • SchülerInnen während des Schuljahres im Rahmen der berufspraktischen Tagen und an fünf weiteren Tagen. Diese müssen vom Klassenvorstand genehmigt werden.

  • SchülerInnen während der Ferien. Pro Firma sind 5, pro Kalenderjahr bis zu 15 Schnuppertage erlaubt.

  • Jugendliche auf Arbeitssuche.

Linktipp

Pflichtpraktika sind im Lehrplan berufsbildender Schulen vorgesehen. Um deine Ausbildung abzuschließen, musst du in den Ferien eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden und -erfahrungen sammeln.  

Du schließt mit der Firma einen Praktikumsvertrag ab, in dem die Rechte und Pflichten beider Seiten geregelt sind.

Mehr Infos zum Praktikum

Eine Lehre ist eine Ausbildung. Du arbeitest in einem Unternehmen oder einer Lehrwerkstätte und besuchst die Berufsschule. Um eine Lehre beginnen zu können, musst du 15 Jahre alt sein und die Schulpflicht erfüllt haben.

Der Lehrvertrag muss von dir und einem Erziehungsberechtigten unterschrieben werden.  

Hast du die Schulpflicht erfüllt, wirst aber erst im Laufe des Jahres 15 Jahre alt, kannst du mit 14 deine Lehre beginnen.

Mehr Infos zur Lehre

Ab deinem 15. Geburtstag und der Erfüllung der Schulpflicht, darfst du einen Dienstvertrag unterschreiben (z.B. für einen Ferien- oder Nebenjob).  

Vor dem 15. Geburtstag darfst du nicht arbeiten. Du kannst im Haushalt mithelfen, kleinere Jobs erledigen, im Betrieb deiner Eltern/Verwandten aushelfen oder eine ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen.

Für Jugendliche unter 18 gelten eigene Gesetze, die die Arbeitszeit regeln:  

Tages- und Wochenarbeitszeit

Jugendliche unter 18 dürfen täglich 8 und wöchentlich 40 Stunden arbeiten. Die tägliche Arbeitszeit kann überschritten werden, wenn z.B. Stunden eingearbeitet werden. In diesem Fall darfst du maximal 9 Stunden pro Tag arbeiten.

Arbeitsbeginn und Arbeitsende

Jugendliche unter 18 dürfen grundsätzlich zwischen 6:00 und 20:00 arbeiten.   Ausnahmen gibt es im Gastgewerbe und bei den Bäckern: Bäckerlehrlinge dürfen ab dem 15. Geburtstag um 4:00 mit der Arbeit beginnen. Im Gastgewerbe können Jugendliche ab dem 16. Geburtstag bis 23:00 beschäftigt werden.  

Weitere Ausnahmen gibt es im Bereich der Krankenpflege, im Gesundheits-dienst sowie bei Theater- und Musikaufführungen.  

Überstunden

Jugendliche unter 18 dürfen grundsätzlich keine Überstunden machen.   Ausnahmsweise dürfen Jugendliche ab dem 16. Geburtstag eine halbe Stunde pro Tag für Vor- und Abschlussarbeiten (z.B. Reinigung) zusätzlich arbeiten.   Werden ausnahmsweise Überstunden gemacht, müssen sie mit einem Zuschlag von 50 % entlohnt werden.  

Sonn- und Feiertage

An Sonn- und Feiertagen dürfen Jugendliche unter 18 nicht arbeiten. Ausnahmen zu dieser Regelung gibt es im Gastgewerbe, in Krankenpflegeanstalten und Pflegeheimen, bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, sonstigen Aufführungen und für Arbeiten auf Sport- und Spielplätzen.

Jugendliche unter 18 haben das Recht auf zwei aufeinander folgende freie Tage, einer davon ist der Sonntag.

Ob du in Österreich arbeiten darfst, hängt von verschiedenen Dingen ab:

  • der Staatsbürgerschaft

  • der Art der Beschäftigung (z.B. Lehre, Ferienjob, Pflichtpraktikum, Werkvertrag)

  • der Art der Aufenthaltsgenehmigung  

Bei der Frage, ob du arbeiten darfst, unterstützt dich das Arbeitsmarktservice für Jugendliche (AMS).

Rechtsinfos: Sucht & Drogen

Illegale (= verbotene) Suchtmittel

Welche Substanzen verboten sind, wird im Suchtmittelgesetz geregelt. Verbotene Substanzen sind z.B. Cannabis, Kokain, Ecstasy, Speed, LSD oder Heroin.

Rausch- und Suchtmittel darfst du nicht

  • erwerben (kaufen, sich schenken lassen, tauschen)
  • besitzen
  • erzeugen
  • befördern
  • verarbeiten
  • einem/r anderen anbieten, überlassen oder verschaffen.

Tabakwaren

Jugendliche dürfen ab dem 16. Geburtstag Tabakwaren (z.B. Zigaretten, Shisha) kaufen und in der Öffentlichkeit rauchen.  

SchülerInnen dürfen in der Schule und bei schulbezogenen Veranstaltungen nicht rauchen.  

Alkohol

Im Wiener Jugendschutzgesetz ist geregelt, dass Jugendliche ab dem 16. Geburtstag Alkohol kaufen und trinken dürfen. Dabei wird nicht unterschieden, um welche Art von Alkohol (z.B. Bier oder Schnaps) es sich handelt.  

Trotzdem verkaufen viele Supermärkte aufgrund ihrer Hausordnung Alkohol grundsätzlich erst ab 18 Jahren.

Der Konsum von Alkohol in der Schule und bei Schulveranstaltungen ist verboten, egal wie alt du bist.

Beachte, dass in anderen Bundesländern andere Regelungen bezüglich Alkohol gelten.

Linktipp

Für den Konsum von Suchtmitteln in der Schule gibt es eine besondere Vorgangsweise: Steht ein/e SchülerIn unter Verdacht, wird der/die SchulleiterIn verständigt. Der Verdacht muss begründet sein. Es genügt nicht, wenn ein/e LehrerIn einen Missbrauch vermutet.  

Der/die SchulleiterIn informiert die Erziehungsberechtigten und schickt den/die SchülerIn zu einer schulärztlichen Untersuchung. Bestätigt sich der Verdacht, werden gesundheitsbezogene Maßnahmen angeordnet (z.B. Beratung, ärztliche Behandlung, Therapie). Weigert sich der/die SchülerIn diese Maßnahmen einzuhalten, informiert die Schule das Gesundheitsamt.  

Diese Vorgangsweise gilt nur für die Schule. Wird ein/e SchülerIn außerhalb der Schule erwischt, folgt eine Anzeige.

Linktipp

Rechtsinfos: Verträge & Geld

Geschäftsfähigkeit unter 14 Jahren

Zwischen deinem 7. und dem 14. Geburtstag bist du zum Teil geschäftsfähig. Du darfst kleinere, ganz alltäglich benötigte Sachen wie beispielsweise deine Schuljause, selbst kaufen. Für größere Einkäufe brauchst du die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.  

Kaufst du etwas Größeres ein, deine Eltern sind aber dagegen, dann muss der/die VerkäuferIn die Ware wieder zurücknehmen. Das Geschäft ist nicht gültig, weil du nur zum Teil geschäftsfähig bist.  

Geschäftsfähigkeit über 14 Jahren

Ab deinem 14. Geburtstag bist du beschränkt geschäftsfähig. Du darfst über dein Geld (z.B. Lehrlingsentschädigung, Taschengeld) und über deine Sachen selbst verfügen.   Allerdings darf dabei dein Lebensunterhalt nicht gefährdet sein. Bei Gefährdung können deine Eltern das Geschäft im Nachhinein rückgängig machen.  

Folgende Bestimmungen gelten für alle Geschäfte von unter 18-Jährigen:

  • Ein Vertragshandy bekommen Jugendliche derzeit nur mit Unterschrift eines Erziehungsberechtigten.

  • Ein Vertrag mit Ratenzahlung ist rechtlich möglich. Es muss noch genug Geld für lebensnotwendige Dinge übrig bleiben. 

  • Beim Online-Shopping gelten die gleichen Regeln wie beim Einkaufen in einem Geschäft.    

Du hast keinen gesetzlichen Anspruch auf Taschengeld. Deine Eltern können selbst bestimmen, ob, in welcher Höhe und wann sie dir Taschengeld geben.

Eine kleine Orientierung kann diese Tabelle bieten.

Ab deinem 15. Geburtstag kannst du eine Lehre beginnen oder einen Dienstvertrag abschließen.

Damit verfügst du über ein regelmäßiges Einkommen. Das Gesetz geht davon aus, dass du von diesem Geld deinen Unterhalt (Wohnen, Essen, Kleidung usw.) mitfinanzierst.

Bankkonto und Bankkarte

Ab deinem 14. Geburtstag kannst du alleine ein Konto eröffnen.  

Du bekommst eine Bankkarte, mit der du beim Automaten der Bank Geld beheben kannst. Durch das Bankkonto und die Bankkarte dürfen deine Lebensbedürfnisse nicht gefährdet werden.  

Bankomatkarte

Mit einer Bankomatkarte kann man von allen Automaten Geld abheben. Vor dem 18. Geburtstag darf dir eine Bankomatkarte nur mit Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten ausgestellt werden.  

Für Jugendliche mit regelmäßigem Einkommen gibt es eine Ausnahme: Sie bekommen ab dem 17. Geburtstag ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten eine Bankomatkarte.  

Überziehungsrahmen

Mit einem Überziehungsrahmen kannst du mehr Geld beheben, als du am Konto hast. Banken dürfen unter 18-Jährigen einen Überziehungsrahmen geben. Voraussetzung ist ein regelmäßiges Einkommen.  

Dafür verlangt die Bank Zinsen, die du zusätzlich zum geliehenen Geld zurückzahlst. Ein Erziehungsberechtigter muss dem Überziehungsrahmen zustimmen.

Kredit

Bei einem Kredit bekommst du eine bestimmte Geldsumme, die du innerhalb einer gewissen Zeit mit Zinsen zurückzahlen musst.  

Ratengeschäft

Bei einem Ratengeschäft bekommst du die Ware und bezahlst den Kaufpreis mit den vereinbarten Zinsen in Raten zurück.  

Diese Art von Geschäft kannst du mit einem regelmäßigen Einkommen ab dem 14. Geburtstag abschließen. Allerdings dürfen die Raten deine Lebensbedürfnisse nicht gefährden. Es muss noch ausreichend Geld für Miete, Lebensmittel, Kleidung usw. übrig bleiben.

Rechtsberatung

Anwaltliche Erstberatung in der jugendinfo

  • Beratung für Jugendliche, junge Erwachsene und Erziehungsberechtigte
  • Jeden 1. Dienstag im Monat
  • Uhrzeit: 15:30-18:30
  • Ort: wienXtra-jugendinfo

Arbeiterkammer Wien (AK Wien)

  • Beratung zu Lehrlingsrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht, Konsumentenschutz, Mobbing am Arbeitsplatz

checkit! - Rechtsberatung

  • Rechtsberatung zu drogenspezifischen Fragen
  • Tel. 01/4000-536 60, Mi & Do 15:00-18:00

Deserteurs- und Flüchtlingsberatung

  • Zivildienstberatung jeden Montag ab 18 Uhr (vorher anrufen)
  • Rechtsberatung in Asyl- und Fremdenrecht

Internet-Ombudsmann

  • Beratung bei Problemen rund ums Online-Shopping, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und Urheberrecht im Internet 

Orient Express

  • Beratung für Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat bedroht/betroffen sind

Rechtsanwaltskammer - Erste anwaltliche Auskunft

  • Kostenlose erste Auskunft durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin

Rechtsberatung der ÖH - Universität Wien

  • Rechtsberatung für Studierende

Schulinfo Wien

  • Auskünfte zu schulrechtlichen Fragen

Vertragscheck für Studierende

  • Fragen rund um Arbeitsverträge, Arbeitsrecht, ArbeitnehmerInnenschutz, Versicherungen, Dienstverhältnisse, Kaufverträge und Reklamationen

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