Feriencamps - Tipps zur Auswahl

© Miguel Dieterich

Diese Checkliste ist für Eltern gedacht, die ihren Kindern erlebnisreiche und gut betreute Ferienaktivität ermöglichen wollen. Bei der großen Auswahl an Feriencamps ist es wichtig, sorgfältig auszuwählen. Die nachfolgende Checkliste kann bei der Auswahl helfen:

Allgemeines zur Feriencamp-Auswahl

  • Wer ist der/die VeranstalterIn des Feriencamps?
  • Welche Organisation/welcher Verein steht dahinter?
  • Gibt es Informationsabende vor der Reise?
  • Wie ist die Alters- und Geschlechtsverteilung der TeilnehmerInnen?

Tipp: Manche AnbieterInnen sind als Vereine organisiert und stehen religiösen Organisationen oder politischen Gruppierungen nahe. Ihre Programme richten sich in erster Linie an ihre Mitglieder, sie nehmen aber auch „Gäste“ (zumeist gegen einen Aufpreis) mit.

Kosten

  • Was kostet das Camp?
  • Welche Leistungen sind im Preis eingeschlossen bzw. extra zu bezahlen? (An-/Rückreise, Getränke zum Essen und während des Tages, Transferbusse, Eintritte, Ausflüge, Ausleihen von Sportgeräten, …)
  • Ist die Mitnahme von Taschengeld erforderlich bzw. erlaubt? Wer verwaltet dieses Geld?

Versicherungen

  • Welche Versicherungen hat der/die VeranstalterIn abgeschlossen? (Haftpflichtversicherung des Unternehmens, der BetreuerInnen, für die Kinder, Reiserücktrittsversicherung im Krankheitsfall, ...)
  • Welche unserer privaten Versicherungen decken was ab?


Infrastruktur

  • Wie erfolgen An- und Rückreise?
  • Wie und wo erfolgt die Unterbringung?
  • Wie erfolgt die Zimmer- oder Zelteinteilung bzw. die Zuteilung zu einer Gastfamilie?
  • Wie sieht es mit der Verpflegung aus?
    Wie wird auf die besonderen Bedürfnisse von VegetarierInnen, AllergikerInnen, … eingegangen?
  • Ist am Veranstaltungsort ein Transportmittel vorhanden?
  • Ist am Veranstaltungsort ein Telefon/Handy vorhanden bzw. besteht für die TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu telefonieren? Dürfen die TeilnehmerInnen ihr eigenes Handy mitnehmen und zu welchen Zeiten dürfen sie es benützen?
  • In welcher Entfernung gibt es Ärzte, Krankenhäuser, …?
    Werden die Kinder im Anlassfall von einer Betreuungsperson begleitet?


Programm

  • Welches Programm ist vorgesehen?
  • Wieviel Zeit pro Tag nehmen die Hauptprogrammpunkte z. B. bei Lern- oder Sportcamps ein? Wieviel unverplante Zeit gibt es?
  • Gibt es ein durchgehendes Programm für alle oder werden Schwerpunkte, Projekttage usw. angeboten, an denen man nach Interesse teilnehmen kann?
  • Was passiert im Falle eines andauernden Schlechtwetters?
  • Gibt es bei Campangeboten mit großen Altersunterschieden altersspezifische Programme?
  • Was bedeutet die Beschreibung „Nachmittag zur freien Verfügung" – viel Freiraum, flexible Programmgestaltung, Nachmittag ohne Betreuung, …?


Betreuung

  • Wer sind die BetreuerInnen?
  • Wie sehen das Zahlenverhältnis und die „Geschlechteraufteilung“ von BetreuerInnen aus?
  • Sind die BetreuerInnen volljährig?
  • Wie erfolgt die Auswahl der BetreuerInnen?
  • Welche Qualifikationen/Ausbildungen haben die BetreuerInnen?
  • Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der BetreuerInnen bei „Spezialprogrammen“?
  • Sind die BetreuuerInnen auch nachts für die Kinder verfügbar?
  • Welche Team-Strukturen gibt es? Leitung, Teambesprechungen, Reflexion, Evaluation,...


Missbrauch

  • Was wird von den VeranstalterInnen getan, um physische und psychische Schäden (körperliche Gewalt, Missbrauch) zu vermeiden?
  • Wie wird der/die VeranstalterIn im Falle eines Verdachtsmomentes reagieren? Welche Konzepte liegen dazu vor?


Das könnt ihr zum Gelingen eines Ferienaufenthaltes beitragen:

  • Bezieht euer Kind in die Entscheidung mit ein, wo es teilnimmt.
  • Bereitet das Kind auf den Aufenthalt vor:
    Aufregende Erlebnisse warten, Heimweh könnte auftreten, in neuen Gruppen kann man neue Rollen ausprobieren, ...
  • Stellt sicher, dass eine Vertrauensperson während des Aufenthaltes erreichbar ist. Sagt eurem Kind und dem/der VeranstalterIn, wer wann unter welcher Telefonnummer erreichbar ist.
  • Kommt zunächst nur der Verdacht auf, dass im Feriencamp etwas Unrechtes passiert, so sprecht in Ruhe mit eurem Kind darüber. Nehmt Kontakt mit dem/der Verantwortlichen vor Ort auf.
  • Erkundigt euch, ob und wie Änderungen an der Situation im Camp vorgenommen werden, wenn sich euer Kind nicht wohlfühlt oder welche Schritte gesetzt werden, wenn das Verhalten eures Kindes nicht den Camp-Regeln entspricht.
  • Holt euer Kind ab, wenn ihr den Eindruck habt, dass euer Kind zu sehr leidet oder tatsächlich etwas passiert ist.

Hilfestellungen für den Ernstfall:
Kinderschutzzentrum
Tel. 0043 (0)1 526 18 20
http://kinderschutz-wien.at

Lasst euch von den hier angesprochenen Ernstfällen nicht abschrecken! Ein Ferienaufenthalt kann eine wunderbare und sehr bereichernde Erfahrung sein. Die österreichischen Camp-VeranstalterInnen bieten jedes Jahr vielen tausenden Kindern schöne Erlebnisse und viele hundert BetreuerInnen sind mit Engagement und Freude bei der Sache!

wienXtra arbeitet für Kinder in all ihrer Vielfalt. Menschen mit Behinderung wollen wir bestmöglich unterstützen. Kontaktiert uns, wenn ihr Fragen habt oder erkundigt euch bei den VeranstalterInnen, ob ihre Angebote für euch passend sind.


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