Presseinfo: #factorfake

Aktuelle Kampagne der Österreichischen Jugendinfos zum Thema Fake News und Informationskompetenz für Jugendliche erfolgreich gestartet!

„Informationen im Internet zu bekommen war noch nie so einfach. Die für einen selbst in einer bestimmten Situation richtige Information zu finden, ist hingegen in Zeiten des Informationsüberflusses eine große Herausforderung – insbesondere für junge Menschen“, so Sophie Karmasin, Bundesministerin für Familien und Jugend (BMFJ).

Die Österreichischen Jugendinfos gaben deswegen ihren Startschuss für die Kampagne #factorfake für das Jahr 2017. Die Initiative soll Jugendlichen dabei helfen, ihre Informations- und Medienkompetenzen zu stärken, Fakten von Fake News zu unterscheiden, Informationen kritisch zu prüfen und Werkzeuge in die Hand zu bekommen, um an die richtigen Informationen im Internet zu gelangen.

Jugendministerin Karmasin: „Hier gibt es noch große Defizite, auch bei den so genannten Digital Natives.“

„Wir merken es in unserer täglichen Arbeit. Viele der an die Jugendinfos herangetragenen Anfragen drehen sich um die Frage, ob einer Information im Internet Glauben geschenkt werden kann. Die Jugendlichen tun sich mit der Bewertung von News teilweise unglaublich schwer“, erläutert Aleksandar Prvulović, Geschäftsführer des Bundesnetzwerks der Österreichischen Jugendinfos. „Durch die Wahlen in den USA und der damit verbundenen Diskussion über alternative Fakten, hat das Thema zusätzlich an Brisanz gewonnen.“

Unterhaltsam, sachlich, hilfreich: Kampagne & Workshops
„Wir haben deswegen ein Katalog an Maßnahmen erarbeitet, der den Jugendlichen helfen sollen, sich im Internet besser zu orientieren“, so Prvulović. „Erster Schritt unserer Kampagne ist die Sensibilisierung für das Problem und Thema. In einem zweiten Schritt geben wir in kostenlosen und interaktiven Schulworkshops konkrete Werkzeuge in die Hand.“

Der Startschuss für die Kampagne erfolgte auf der BeSt-Wien 2017 Anfang März, die größte Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung in Österreich. Dabei stand die Sensibilisierung für das Thema im Vordergrund. Wichtig war den Initiatoren in dieser ersten Phase, die Zielgruppe emotional dort abzuholen, wo sie sich selbst täglich bewegt, ohne erhobenen Zeigefinger, spielerisch und unterhaltsam auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die Fotoaktion, bei der Jugendliche vor einer großen Urwald-Fototapete selbst ein Fake Sujet produzierten und später in ihren Social Networks posteten, stürmten rund 1.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene und war einer der Anziehungspunkte auf der Messe.

„Fake News beschäftigen die Jugendlichen offensichtlich sehr. An unserem Messestand haben wir heuer allein über 700 Beratungsgespräche zu diesem Thema geführt“, so Aleksandar Prvulović, Geschäftsführer des Bundesnetzwerks der Österreichischen Jugendinfos.

Bei der visuellen und kommunikativen Umsetzung der Kampagne der Jugendinfos (Plakate, Postkarten, Giveaways) wird auf starke Bilder und Slogans gesetzt. Die Aktion arbeitet mit Fake Sujets, die hinterfragt und dann aufgelöst werden. Auf einer neu installierten Instagram-Seite (www.instagram.com/fact.or.fake), die von einer 16-jährigen Jugendlichen betreut wird, wird das Thema eher spielerisch kommuniziert. Auf den Rückseiten der Postkarten und der Jugendportal–Website www.jugendportal.at/factorfake findet man hingegen sachliche Infos, Tipps und Links. Die Website wird laufend aktualisiert und ergänzt.

Ab Herbst bieten die Österreichischen Jugendinfos Workshops zum Thema Informationskompetenz für SchülerInnen der 7. bis 9. Schulstufe an. In den kostenlosen und interaktiven Workshops lernen die Jugendlichen, ihre eigene Rolle in digitalen Medien und sozialen Netzwerken zu reflektieren, Informationen zu filtern und richtig zu bewerten. Außerdem werden sie darüber aufgeklärt, welche Interessen von Dritten sich hinter Inhalten verstecken. Ein Schwerpunkt wird die Frage sein, wie und wo man Quellen und Urheber von Informationen recherchieren kann. Außerdem werden rechtliche Fragen zu Bild- und Urheberrechten thematisiert.

Wissenschaftliche Grundlage: Umfrage des Instituts für Jugendforschung für Saferinternet.at
In einer Umfrage des Instituts für Jugendforschung für die Initiative Saferinternet.at unter 14- 18 Jährigen vom Dezember 2016 (repräsentative Onlinebefragung mit einer Stichprobengröße von n=400) über den Umgang von Jugendlichen mit Online-News zeigt sich, dass für junge Menschen soziale Medien – neben dem Fernsehen – die wichtigste Quelle sind, um sich über das tagesaktuelle Geschehen zu informieren. Jeweils 6 von 10 Jugendlichen gaben an, dass sie sich hauptsächlich über diese beiden Kanäle über Vorkommnisse aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf dem Laufenden halten. Gleichzeitig sind nur für zehn Prozent der Befragten Social Media Plattformen wie WhatsApp, Facebook etc. vertrauenswürdig. Die Jugendlichen stecken dementsprechend in einem Dilemma: Gerade jene Medien, denen sie nur zu einem geringen Teil vertrauen, gehören zu ihren wichtigsten Informationsquellen. Zudem gibt nur ein Viertel an, richtig gelernt zu haben, wie man Informationen im Internet überprüft.

Weitere Infos zur Studie unter: www.saferinternet.at

Über die Österreichischen Jugendinfos
Die Jugendinfos sind die österreichischen Fachstellen für jugendgerechte Informationsaufbereitung und –vermittlung. Sie bieten kostenlose Erstberatungen und Publikationen zu allen jugendrelevanten Themen auf Augenhöhe: von Arbeit, Ausbildung über Wohnen und Mobilität bis hin zur Sexualität und Freizeitgestaltung. Die insgesamt 28 Stellen in allen Bundesländern bearbeiten jährlich rund 160.000 Anfragen von jungen Menschen zwischen 12 und 26 Jahren. Zusätzlich werden die Online-Angebote der Österreichischen Jugendinfos jährlich von rund einer Million BesucherInnen genutzt. Im Sinne des Empowerment zielen die Aktivitäten der Jugendinfos darauf ab, die Autonomie und Selbstbestimmung sowie die gesellschaftliche Teilhabe und die Eigeninitiative von Jugendlichen zu stärken.

Weiterführende Informationen unter www.jugendinfo.at

Weitere Bilder zur freien Publikation: https://www.dropbox.com/sh/58i7jtjyyou6at4/AABonTYVdTvzmfan4mZyD54wa?dl=0

Ansprechpartner bei Fragen, für Interviewtermine, Foto- und Pressematerial:

Aleksandar Prvulović, Österreichische Jugendinfos, aleksandar.prvulovic [AT] jugendinfo [DOT] at, Tel. +43/699 12005 183

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