20 Jahre Bilderbuchkino

Kinokultur für die Allerjüngsten – vom Pilotprojekt zur beliebten Programmreihe! Schon seit 1999 gibt es unser Bilderbuch-Kino. Mit diesen ganz besonderen Vorstellungen bietet das cinemagic jungen Zuschauer_innen ab drei Jahren einen Einstieg in die Kinowelt, anregend, abwechslungsreich und altersgerecht.

20 Jahre Konzeption: Margarete Erber-Groiß
20 Jahre am Mikrofon: René Bein
20 Jahre am Klavier: Raino Rapottnig

Termine


Niemals wilde Katzen kitzeln

Der Zapperdockel und der Wock

Dieser Hase gehört Kathi Braun


Kapitel 10 – Wir lieben das Bilderbuch-Kino, weil…

Frühlingsgefühle im Sommer! Seit Juli waren wir auf der Suche nach den schönsten Liebeserklärungen an das Geburtstagskind. Danke für eure Einsendungen – wir haben uns über jede sehr gefreut.

Wir lieben das Bilderbuch-Kino, weil...

… es Kinderaugen zum Leuchten bringt und somit Elternherzen schneller schlagen lässt!

… die Musik bei jedem Buch anders ist! Mal pfiffig, mal jazzig, mal ohrwurmig!

… es einzigartig ist!

… die kreative Arbeit am Bilderbuch-Kino Freude macht, die produktive und wertschätzende Teamarbeit ein perfekter Motor ist und der direkte Kontakt zum Publikum Spaß macht und eine wichtige Rückmeldung für unsere Arbeit ist. (Margarete Erber-Groiß)

… wegen der staunenden Kinderaugen, wegen des entzückenden Kinderlachens, wegen der Bücher, die wir in unserer Art präsentieren, weil ich Margarete und René einfach gerne sehe, weil die Urania ein cooles Kino ist […] und wegen der interessanten Gespräche, die sich nach den Aufführungen immer wieder mit dem Publikum ergeben.  (Raino Rapottnig)

… es eine wunderschöne Aufgabe ist, Kindern vorzulesen und Geschichten näher zu bringen. Ihre Freude am Kinoerlebnis mit ihnen zu teilen und zu beobachten, wie sie mit den Geschichten, Bildern und der Musik mitleben. (René Bein)


Kapitel 9: Statistiken zum Schmunzeln

20 Jahre, 50 Bücher und ein Team lassen sich leicht zählen. Nach einem Blick in den Kalender und ins Bücherregal stehen die Zahlen fest. Aber was ist mit den unzähligen Akteur_innen, die in den Büchern vorkommen?

Wir haben einmal nachgeblättert und staunen nicht schlecht. 18 Mamas sind in den Geschichten vorgekommen, 17 Papas haben wir auch gezählt. Überraschend niedrig ist die Anzahl der Hunde – hier sind es nur sieben. Dafür gibt es durch „Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen“ eine unzählige Anzahl an… richtig… Katzen! Da mussten wir irgendwann aufhören zu zählen. Mit den Hasen kommen wir auch kaum hinterher: Ganze 28 Stück hoppeln durch die Bilderbücher. Zugegeben, davon sind 12 Hasen Kinder von Tobi und Tine, und sechs Kaninchen haben wir auch dazugeschummelt.
Ohne die beiden großen Herden zu berücksichtigen, trompeten und trampeln ganze vier Elefanten hin und wieder über die Leinwand. Dazwischen sind uns noch drei Mäuse (Mollo, Luzili und Josefine) sowie eine ganze Mäusefamilie untergekommen, auch ein ganzes Mäuseorchester ist dabei.

Die 50 Bilderbücher beheimaten über 300 namentlich genannte Figuren, Tiere und Fabelwesen. Dazu kommen noch die unzähligen Herden- und Familienmitglieder sowie die stummen Beobachter im Hintergrund. Ganz spezielle Mitwirkende sind etwa Königin Gloriana die Dritte, ein zahnloses Etwas und auch ein Schatzbewacherdrache. Der Fantasie in den Büchern sind keine Grenzen gesetzt!


Kapitel 8: Raoul Krischanitz – Autor & Illustrator

Um Bilderbücher auf die Leinwand zu bringen und aus ihnen live erzählte Geschichten zu erschaffen, braucht es also ein engagiertes Team. Doch auch die kreativen Autor_innen und Illustrator_innen, die ihre fantastischen Ideen in den 50 Bilderbüchern festgehalten haben, dürfen nicht vergessen werden.

Einer von ihnen ist Raoul Krischanitz, Autor und Illustrator von „Hamster Heinz auf Schatzsuche“. Raoul hat bereits seit frühester Kindheit an gerne gezeichnet. Mit 14 Jahren illustriert er das Kinderbuch eines Bekannten. Zwar wird es nie veröffentlicht, aber es gibt ihm die Möglichkeit, Einblicke in die kreative Welt der Kleinsten zu erlangen. Und tatsächlich: Einem seiner Berufswünsche, Tierforscher zu werden, ist er nicht nachgekommen – nun denkt er sich allerdings Tiergeschichten aus und illustriert sie noch dazu selbst.

Einer Bilderflut aus Serien mit wenig Inhalt und immer derselben Ästhetik - und auch noch zwischendurch am Handy konsumiert - kann er wenig abgewinnen. Kinder können dadurch nur schwer ihren Kunstsinn und auch die Wertschätzung für Bücher, die Musik oder das Theater entwickeln: „Man muss Kindern aber unbedingt zeigen, dass es Bücher, Theater, Konzerte, Ausstellungen, etc. gibt und wie wichtig sie für unser Leben sind – kurz: ihnen Lust auf Kunst in allen Disziplinen machen!“

Für Raoul ist es ein tolles Erlebnis, seine eigene Geschichte in Leinwand-Größe zu erleben. Er schätzt das Bilderbuch-Kino, weil es Bücher und Geschichten in liebevoller und schöner Weise darstellt und präsentiert: „Mit dem live gesprochenem Wort und der live gespielten Musik belebt ihr die Geschichten auf besondere Art und gebt Kindern einen Eindruck, was mediale Erfahrung auch bedeuten kann!“

(Interview von Margarete Erber-Groiß mit Raoul Krischanitz, März 2018)
Hamster Heinz auf Schatzsuche von Raoul Krischanitz © 2003 Annette Betz Verlag im Verlag Carl Ueberreuter, Wien – München


Kapitel 7: Aus dem Leben eines Projektors

Neben all den zweibeinigen Mitarbeiter_innen des cinemagic dürfen wir einen weiteren wichtigen Akteur nicht vernachlässigen. Man kann sich immer auf ihn verlassen, er steht mit seinem Bein standfest am Boden und nichts kann ihn so leicht erschüttern – naja, vielleicht ein Stromausfall. Erraten? Die Rede ist von unserem Projektor, vollwertiges Team-Mitglied und absolut pflegeleicht, wenn es um unsere vielfältigen Filmwünsche geht.

In unserem Interview haben wir aus ihm herausgekitzelt, dass er – gemeinsam mit seinem Vorgänger, dem Diaprojektor – zwischen 1999 und 2019 ganze 663 Bilderbuch-Kino-Vorstellungen projiziert hat. Das sind 29.835 Minuten, 497 Stunden oder fast 21 Tage nonstop…


Kapitel 6: Raino Rapottnig – Musik und Komposition

Neben den gemeinsamen Entscheidungen, welche Bücher es im Bilderbuch-Kino auf die Leinwand schaffen, ist Rainos wichtigste Aufgabe seit 20 Jahren die Komposition und die Einstudierung der Musik. Was genau der Musiker dabei macht? „Ich lese die Bücher und schaue sie mir an. Wenn ich durchs Lesen und Anschauen eines Buches die Musik spüre, dann sing‘ ich das oder spiele es am Klavier oder am Keyboard. Wenn ich finde, dass das gut klingt, was ich da singe oder spiele, dann nehme ich es auf. Aus dem Aufnehmen und Abhören und Wiederspielen und Aufnehmen und Anhören und Wiederspielen entstehen im Prozess die Stücke.“

Raino notiert sich zu den Büchern keine Noten. Deshalb nimmt er die Stücke im Kino auf, archiviert sie und hört sie sich an, sobald ein Buch wiederaufgeführt wird. Diese Erinnerungshilfe braucht man schließlich, um sich an einige Hundert Musiktitel erinnern zu können. Und auch für Raino heißt es vor einer Bilderbuch-Kino-Vorstellung: üben, üben, üben…

Hat der Komponist auch ein Lieblingsbuch? „Nein, ich habe kein Lieblingsbuch. Die stärkste Verbindung im Laufe eines Jahres ist aber oft zu den Premiere-Büchern vom Herbst. Das Bilderbuch-Kino in seiner Ganzheit aus Bild und Sprache und Musik hat sich in den vielen Jahren ja weiterentwickelt. Bei den neuen Büchern kann ich das gut hören und sehen und genießen. Es ist keine Entwicklung vom Schlechten zum Guten, sondern das Gute ändert im Laufe der Jahre sein Gesicht.“


Kapitel 5: René Bein – Erzählung, Text- und Bildgestaltung

René ist seit 20 Jahren Vorleser in unseren Bilderbuch-Kino-Vorstellungen. Das muss zu Hause immer wieder geübt und wiederholt werden. An welchen Stellen der Erzählungen setzt man Pausen? Wann wird auf der Leinwand umgeblättert? Wo setzt die Musik ein? In den Proben werden dann die Details gemeinsam mit dem Team geübt.

Außerdem ist René für die Text- und Bildgestaltung zuständig. Er überlegt, wie eine Geschichte am besten vorzulesen ist und wie sie für die Leinwand noch spannender, lustiger oder verständlicher wird. Auch die Bilder und Zeichnungen eines Buches müssen angepasst werden, damit sie perfekt auf die Leinwand passen. 

René mag vor allem die Bilderbücher mit gesanglichen Elementen: „Ich finde, dass sie die Geschichte auflockern und noch unterhaltsamer machen. Und es macht einfach Spaß mit Raino zu singen!“ Von den 50 Bilderbüchern findet er "Ein Waldwicht fliegt in den Oman" toll: „Da ich selbst sehr gerne auf Reisen bin, mag ich dieses Buch ganz besonders. Die Geschichte ist auch in wunderbaren Reimen geschrieben, die sich gut vorlesen lassen und die Collagetechnik der farbenfrohen Bilder ist hier auch ganz ausgezeichnet gelungen.“


Kapitel 4: Margarete Erber-Groiß – Konzept und Dramaturgie

Margarete ist seit 20 Jahren der "Bücherscout" des Bilderbuch-Kinos. Sie macht sich regelmäßig auf die Suche nach interessanten Neuerscheinungen, stöbert in Fachzeitschriften, Empfehlungen und blättert sich durch viele Bilderbücher. Diese werden auf Herz und Nieren geprüft und gemeinsam mit dem Team besprochen. Eine Handvoll schafft es pro Jahr dann auch auf die Kinoleinwand.

Bei einer Bilderbuch-Kino-Vorstellung ist Margarete live für das "Umblättern" zuständig. Das erfordert besondere Konzentration, denn die Bildübergänge müssen exakt mit der Erzählung und dem musikalischen Einsatz übereinstimmen.

Von den 50 Büchern ist ihr "Rosa und Bleistift" von Jens Rassmus ganz besonders in Erinnerung geblieben. „Schon die Erarbeitung und die Proben haben richtig Spaß gemacht, und dann zu erleben, wie gut die Geschichte beim Publikum ankommt, ist immer wieder eine Freude.“

Und ihr ganz persönliches Lieblings-Bilderbuch? "Das kleine Ich Bin Ich" von Mira Lobe und Susi Weigl. "Mir gefällt, wie schlicht und universell Mira Lobe und Susi Weigl das Thema Identität und Identitätsfindung auf den Punkt gebracht haben. Ein Bilderbuch, das Kindern Mut macht und sie mit humorvoller Leichtigkeit bestärkt, zu sich selbst zu stehen. Von frühestem Kindesalter an bleibt dieses Bilderbuch ein Lebensbegleiter, das man auch als Erwachsener immer wieder gern zur Hand nimmt und sich an die einprägsamen Reime und Bilder erinnert.“


Kapitel 3: 20 Jahre – 50 Bücher

Als ich klein war, war das Bücherregal in meinem Kinderzimmer mit unzählig vielen Bilderbüchern gefüllt. Wie schön es war, in die fantastischen Welten einzutauchen und die spannendsten Abenteuer zu erleben! Wie viele Bücher es tatsächlich waren, weiß ich bis heute nicht. 

Werfen wir doch einen Blick in das Bücherregal des Bilderbuch-Kinos. Eins, zwei, drei… fünfzig. Ja, tatsächlich – im Oktober flimmert bereits das 50. Bilderbuch über die Leinwand! Alle Infos zu den kunterbunten Geschichten von A wie "Als das Faultier mit seinem Baum verschwand" bis Z wie "Zack bumm!" gibt es in der Bilderbuch-Kino Bibliothek. Hier kann man sich in Ruhe durch die Begleitmaterialien zu den Büchern blättern, in Erinnerungen schwelgen und sich über das laufende Programm informieren.

Im Herbst feiern die beiden Geschichten "Niemals wilde Katzen kitzeln" und "Der Zapperdockel und der Wock" ihre Premiere. Dabei begleiten wir die quirlige Line auf ihrem Ausflug in den Zoo. Wie verlockend es ist, den Pfau zu ärgern und die Elefanten zu erschrecken! Und auch am Tiger kann sie nicht einfach so vorbeigehen.
In der nächsten Erzählung geht es um zwei Fantasiewesen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da läuft dem Zapperdockel so ein wabbeliger Wock über den Weg und verdirbt ihm die Laune! Ob die beiden jemals Freunde werden können?

"Niemals wilde Katzen kitzeln" von Pamela Butchart, Marc Boutavant © 2015 Bloomsbury Publishing Plc., Reprodukt für die deutsche Ausgabe
"Der Zapperdockel und der Wock" von Georg Bydlinski, Jens Rassmus © 2013 NILPFERD IN G&G Verlagsgesellschaft mbH Wien


Kapitel 2: Von Torten, Kerzen und alten Freunden

Kennt ihr diese Kerzen am Geburtstagskuchen, die man ausbläst und – schwupps! – schon brennen sie wieder? Die sind doch unglaublich witzig, bis… ja, bis einem dann wirklich die Puste ausgeht.
Der Drache "Dragobold" aus der gleichnamigen Geschichte hat ein ähnliches Problem, nur umgekehrt. Sein 100. Geburtstag rückt immer näher, aber der Pechvogel hat scheinbar kein Talent zum Feuerspeien. Wie soll er bloß die Kerzen auf seiner Torte anzünden?
Dieses Problem hat der arme Tyrannosaurus in der Geschichte "Freunde fürs Leben" nicht. Allerdings hat er seine Freunde zum Fressen gern – die ehrgeizige Maus Mollo möchte ihm helfen und verschreibt deswegen eine „Kuchenback-Therapie“.

Klingt lecker? Apropos Kuchen: Habt ihr schon für unsere Vorstellung am 5.10. um 15:00 Plätze reserviert? Den besonderen Tag lassen wir mit einem Buffet ausklingen, außerdem gibt es für alle Zuseher_innen eine Überraschung zum Mitnehmen.

PS.: "Dragobold" feierte 2002 seine Premiere im cinemagic und war der erste Drache im Bilderbuch-Kino. 2014 verabschiedete er sich in den wohlverdienten Ruhestand.

"Dragobold" von Susa Hämmerle, Elmar Hämmerle © 2001 Niederösterreichisches Pressehaus, Druck- und Verlagsgesellschaft 
"Freunde fürs Leben" von Florence Seyvos, Anaϊs Vaugelade © 2004 Moritz Verlag, Frankfurt am Main


Kapitel 1: Happy Birthday Bilderbuch-Kino!

Habt ihr schon einmal einen ganzen Kinosaal singen, mit den Füßen stampfen und laut klatschen hören? Ja? Dann wart ihr bestimmt bei einer Bilderbuch-Kino-Vorstellung im cinemagic. Schon seit 1999 gibt es die beliebte Programmreihe, die heuer bereits ihren 20. Geburtstag feiert!

Doch wie kommen Bilderbücher überhaupt auf die Kinoleinwand? Wie viel Vorbereitung steckt hinter einer Aufführung? Und wie entstehen die musikalischen Ohrwürmer?

In den kommenden Tagen wirft das Team vom cinemagic gemeinsam mit euch einen Blick hinter die Kulissen des Bilderbuch-Kinos. Wir erinnern uns an frühere Geschichten, treffen auf die Akteur_innen des Bilderbuch-Kinos und präsentieren Statistiken zum Schmunzeln.

In Kooperation mit
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