Fühlst du dich gerade nicht sicher zu Hause? Hast du Angst, weil es sehr stressig ist? Weil es viel Streit gibt, du dich nicht zurückziehen kannst und dich trotzdem allein fühlst?

Hier findest du Notrufnummern und andere Möglichkeiten, wie du dir Hilfen holen kannst.



Druck & Stress -> Gewalt?

Vielleicht kennst du so eine Situation schon lange, womöglich ist es aber auch eine neue Situation für dich: Deine Umgebung reagiert auf Stress mit Gewalt. 

In Zeiten, in denen der Druck von außen durch Ausgangsbeschränkungen, erhöhter Polizeipräsenz oder der Verlust des Arbeitsplatzes zunimmt, werden auch die psychische Belastung und der innerliche Stress größer. Menschen reagieren ganz unterschiedliche auf derart belastende Situationen: Ein paar Menschen ziehen sich zurück und kehren ihre Gefühle in sich hinein, werden sehr traurig und einsam. Manche sehen vielleicht gar keine Möglichkeit mehr mit all dem umzugehen und ziehen Selbstmord in Erwägung

Andere wiederum orientieren sich nach außen, arbeiten rund um die Uhr, betreiben viel Sport, suchen sich Beschäftigungsformen, die sie den ganzen Tag ablenken. Manche hingegen wissen nicht, wie sie den Stress und die Frustration loswerden können und werden gewalttätig.


Hilfe - Was kann ich tun?

Gewalt kann dabei unterschiedliche Formen (psychische, physische oder sexualisierte Gewalt) annehmen und überall vorkommen. Am häufigsten kommt Gewalt im persönlichen Umfeld vor. Zuhause, in der Familie, beispielsweise durch die Eltern, die Beziehungspartner_innen, Geschwister oder Freund_innen. Einen sicheren Ort, ganz ohne Gewalt, gibt es dabei nicht. Dennoch gibt es sichere Strategien und Hilfsangebote, wenn auch du von Gewalt betroffen bist und nicht mehr weiter weißt.

Wenn du das Gefühl hast, dein Zuhause ist gerade gefährlich - wende dich an eine Vertrauensperson oder an eine Beratungsstelle.

Manchmal ist es schon sehr hilfreich, wenn du dich jemanden anvertrauen kannst und dir wer zuhört. Manches Mal braucht es aber schnelles Handeln und einen Plan, wie du aus dem Umfeld raus und in Sicherheit kommst.


Wie kann ich helfen?

Wie kann ich helfen, wenn ich Gewalt gegenüber anderen bemerke?

  • Hör auf dein Bauchgefühl und achte dabei immer auf deine eigene Sicherheit!
  • Unterbreche die Situation und schaffe Sicherheit für die betroffene Person: Wenn du was in der Nachbar_innenwohnung hörst, läute an und frag nach zum Beispiel Salz und versuche dabei die Situation einzuschätzen. 
  • Signalisiere der betroffenen Person, dass du bemerkstwas passiert und du da bist und versuchst zu helfen.
  • Versuche mit der Gewalttäter_in zu reden,nach dem Motto: ,Gewalt ist nie ok!
  • Hole dir Unterstützung via Telefonberatung, einer Vertrauensperson oder ruf die Polizei (Tel.133) an.

Ich will nicht gewalttätig werden..

Was kann ich tun, wenn der Druck in mir steigt, ich negative Gefühle gegenüber anderen bemerke oder auch Gewalt ausübe? 

Die Beratungsstelle die Möwe hat Tipps gesammelt wie du gewaltfrei bleibst, wenn du merkst, dass der Druck in dir steigt.

zum Beispiel: 

  • Einige dich in der Familie auf ein STOP-Zeichen, wie eine eindeutige Handbewegung bevor der Streit eskaliert
  • Gehe in ein anderes Zimmer oder auch in das Bad und atme tief durch
  • Mach Entspannungsübung
  • Telefoniere mit Freund_innen
  • Sprich unangenehme Gefühle an, bevor sich die Situation weiter verschlechtert

Die Männerberatungsstellen haben dazu auch Infoblätter in 16 Sprachen (z.B. BKS, Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Russisch, Ungarisch) und einen Suvival-Kit für Männer unter Druck herausgebracht.


Beratungsstellen:Hilfe in Krisen

24-Stunden Frauennotruf

Telefonische Beratung für Mädchen ab 14 Jahren und Frauen, die von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind

Tel. 01/71 71 9, rund um die Uhr  

Opfer-Notruf

Telefonische Beratung für Menschen, die Opfer einer Straftat wurden

Tel. 0800/112 112, rund um die Uhr

Rat auf Draht

Beratung für Kinder und Jugendliche am Telefon 

Tel. 147,  (0–24 Uhr), Online-Beratung und Chat 

Telefonseelsorge

Beratung per Telefon

Tel. 142, (0–24 Uhr), E-Mail oder Chat (18–20 Uhr)

Sozialpsychiatrischer Notdienst Wien

Notrufnummer bei psychischen Krisen, Ambulanz und mobiler Dienst bei akuten Krisen

Tel. 01/313 30, rund um die Uhr

Kriseninterventionszentrum

Beratung für Menschen in Krisen per Telefon 

Tel. 01/406 95 95, (Montag bis Freitag, 10–17 Uhr) oder E-Mail

Servicetelefon der Wiener Kinder- und Jugendhilfe

Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei Schwierigkeiten in der Familie, Information über das Angebot der Kinder- und Jugendhilfe

Tel. 01/4000 8011, (Montag bis Freitag, 8-18 Uhr)

Männerberatung

Beratung für Buben, Burschen und Männer

Tel. 01/ 603 28 28, (Montag bis Freitag, 9-12 Uhr)

Selbstlaut

Beratung für Mulitplikator_innen, Eltern oder erwachsenen Bezugspersonen bei Verdacht und Fragen zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in 5 Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch, BKS und Farsi sowie Beratung in leichter Sprache) per Telefon

Tel.  01/810 90 31, (Montag und Dienstag 14-16 Uhr; Donnerstag 10-12 Uhr), Chat oder Video-Call

die möwe Kinderschutzzentrum

Beratung für Kinder und Jugendliche bei körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt per Telefon
Tel. 01/532 15 15, (Montag bis Donnerstag 9 - 17 Uhr, Freitag 9 - 14 Uhr) oder Online-Beratung

Kraftwerk

Beratung für Mädchen ab 16 Jahren und Frauen mit Lernschwierigkeiten, die von sexueller Gewalt betroffen sind 

Tel. 0681/107 603 45 (Montag und Mittwoch von 10 bis 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr)

MEN – Gesundheitszentrum für Männer und Burschen

psychologische, psychotherapeutische, medizinische und soziale Hilfestellung und Informationen in 5 Sprachen (Deutsch, Türkisch, BKS, Arabisch und Farsi/Dari)

Tel. 01/601 91 5454, (Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr)


Letzte Aktualisierung: April 2020

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