Die Lockdowns führen laut aktuellen Polizei-Statistiken aktuell zu mehr Gewalt zuhause.

Hier findest du Notrufnummern und andere Möglichkeiten, wie du dir Hilfen holen kannst.

Gern kannst du uns auch kontaktieren, wenn du reden magst.



Druck & Stress können zu Gewalt führen

Vielleicht kennst du so eine Situation, womöglich ist es aber auch neu für dich: Deine Umgebung reagiert auf Stress mit unterschiedlichen Formen von Gewalt. 

In Zeiten, in denen der Druck von außen durch Ausgangsbeschränkungen, erhöhter Polizeipräsenz oder der Verlust des Arbeitsplatzes zunimmt, werden auch die psychische Belastung und der innerliche Stress größer. 

Menschen reagieren ganz unterschiedliche auf derart belastende Situationen:

  • Einige ziehen sich zurück und sprechen immer weniger mit anderen.
  • Andere werden sehr traurig und depressiv. 
  • Manche entwickeln Selbstmord-Gedanken.
  • Andere wiederum orientieren sich nach außen, arbeiten rund um die Uhr, betreiben viel Sport und suchen sich Beschäftigungsformen, die sie den ganzen Tag ablenken.
  • Manche wissen nicht, wie sie den Stress und die Frustration loswerden können und werden in Konfliktsituationen gewalttätig. Sie schreien, schimpfen, toben, werfen mit Gegenständen, schlagen Menschen in ihrem Umfeld und verletzen diese oft schwer.

Die Dynamik hinter gewalttätigen Situationen ist kompliziert. Wichtig für dich ist:

Gewalt ist nie ok. Niemand muss Gewalt aushalten. Hol dir Hilfe!


Was kann ich tun?

Gewalt kann dabei unterschiedliche Formen (psychische, physische oder sexualisierte Gewalt) annehmen und überall vorkommen. Am häufigsten kommt Gewalt im persönlichen Umfeld vor. Zuhause, in der Familie, beispielsweise durch die Eltern, die Beziehungspartner_innen, Geschwister oder Freund_innen. Einen sicheren Ort, ganz ohne Gewalt, gibt es dabei nicht. Dennoch gibt es sichere Strategien und Hilfsangebote, wenn auch du von Gewalt betroffen bist und nicht mehr weiter weißt.

Wenn du das Gefühl hast, dein Zuhause ist gerade gefährlich (für dich, deine Geschwister, deine Mutter...) - dann wende dich an eine Beratungsstelle oder direkt an die Polizei.

Manchmal ist es hilfreich, wenn du dich jemanden anvertrauen kannst.
Oft braucht es aber schnelles Handeln und einen Plan, wie du aus dem Umfeld raus und in Sicherheit kommst.

Ruf die Polizei unter 133 in akuten Krisensituationen!


Wie kann ich helfen?

Wie kann ich helfen, wenn ich Gewalt gegenüber anderen bemerke?

  • Hör auf dein Bauchgefühl und achte dabei immer auf deine eigene Sicherheit.
  • Unterbreche die Situation und schaffe Sicherheit für die betroffene Person: Wenn du was in der Nachbar_innenwohnung hörst, läute an und frag nach zum Beispiel Salz und versuche dabei die Situation einzuschätzen. 
  • Signalisiere der betroffenen Person, dass du bemerkstwas passiert und du da bist und versuchst zu helfen.
  • Hole dir Unterstützung - kontaktiere z.B. eine Vertrauensperson oder ruf die Polizei (Tel.133) an.
  • Lieber einmal zu viel Hilfe geholt als zu wenig.

Ich will nicht gewalttätig werden...

Was kannst du tun,

  • wenn der Druck steigt und du dich in die Enge getrieben fühlst?
  • Wenn du heftige Gefühle gegenüber anderen in dir bemerkst?
  • Wenn du zuschlägst oder verbal andere fertig machst? 

Die Beratungsstelle die Möwe hat Tipps gesammelt, wie du gewaltfrei bleibst, wenn du merkst, dass der Druck in dir steigt.

Zum Beispiel: 

  • Einige dich in der Familie auf ein STOP-Zeichen, wie eine eindeutige Handbewegung oder ein Code-Wort (Banane!), bevor ein Streit eskaliert.
  • Gehe in ein anderes Zimmer und atme tief durch.
  • Mach Entspannungsübungen.
  • Mach Sport, bei dem du dich auspowern kannst (z.B. Laufen oder Boxen)
  • Telefoniere mit Freund_innen.
  • Sprich unangenehme Gefühle an, bevor sich die Situation weiter verschlechtert.

Die Männerberatungsstellen haben dazu auch Infoblätter in 16 Sprachen (z.B. BKS, Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Russisch, Ungarisch) und einen Suvival-Kit für Männer unter Druck herausgebracht.


Notrufnummern & andere Krisen-Hotlines

Coronavirus-Hotline der AGES

  • Allgemeine Fragen rund um Corona
  • rund um die Uhr
  • Tel. 0800 555 621

Corona-Nothilfe-Hotline der Caritas

  • Hotline für Menschen, die durch Corona in Not geraten sind
  • Tel. 05 17 76 300, Mo-Fr  9:00-13:00 Uhr

Corona-Sorgenhotline Wien

  • Hotline bei Belastungen im Zusammenhang mit Corona (z.B. psychische Krisen, Existenzängste...)
  • täglich, 8:00-20:00 Uhr
  • Tel. 01/4000 53000

KINDER-SCHÜLER-ELTERN Beratungshotline

  • Hotline des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP)
  • Beratung durch Psychotherapeut_innen mit Weiterbildung in Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie 
  • Mo-Fr, 14:00-16:00 Uhr
  • Tel: 0512 56 17 34

Traumahilfe Österreich

  • Helpline für Menschen, die unter den psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise leiden
  • Mo-Fr 8:00 bis 20:00 Uhr, Sa & So 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Tel. 01/413 00 44

Allgemeine Notrufnummern

  • Feuerwehr, Tel. 122
  • Polizei, Tel. 133
  • Rettung, Tel. 144
  • Gehörlosennotruf - Feuerwehr, Polizei oder Rettung, 0800/133 133, per SMS, Fax oder E-Mail an  gehoerlosennotruf@polizei.gv.at
  • Ärzte-Funkdienst, Tel. 141 , Mo-Fr 19:00-7:00, Sa, So & Feiertag rund um die Uhr
  • VergiftungsInformationsZentrale, Tel. 01/406 43 43, rund um die Uhr
  • Apothekenruf, Tel. 1455, rund um die Uhr
  • Zahnärztlicher Notdienst, Tel. 01/512 20 78, rund um die Uhr Tonbanddienst

Rat auf Draht

  • Telefonische, Chat und Online-Beratung für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen
  • Tel. 147, rund um die Uhr, kostenlos

Telefonseelsorge

  • Telefonische und Online-Beratung
  • Tel. 142, rund um die Uhr, kostenfrei

Sozialpsychiatrischer Notdienst des PSD

  • Notrufnummer bei psychischen Krisen
  • Ambulanz und mobiler Dienst bei akuten Krisen
  • Tel. 01/313 30, rund um die Uhr

Opfer-Notruf

  • Telefonische Beratung für Menschen, die Opfer einer Straftat wurden
  • Tel. 0800 112 112, rund um die Uhr, kostenlos

24-Stunden Frauennotruf

  • Telefonische Beratung für Mädchen ab 14 Jahren und Frauen, die von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind
  • Tel. 01/71 71 9, rund um die Uhr, kostenlos

Frauenhelpline gegen Gewalt

  • Telefonische Beratung für Frauen, Kinder und Jugendliche, die von Gewalt betrof­fen sind
  • Tel. 0800 222 555, rund um die Uhr, kostenlos

1450 - Die Gesundheitsnummer

  • Diagnostische Abklärung von Coronavirus-Symptomen
  • Telefonische Gesundheitsberatung
  • Tel. 1450
  • rund um die Uhr

Letzte Aktualisierung: Jänner 2021

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