Urlaub: Wanderurlaub

(c) Bubu Dujmic

Zu Fuß die Natur entdecken, durch Wälder streifen, Staudämme bauen, in urigen Hütten rasten, spielen, jausnen - Wanderurlaub ist für Familien einfach herrlich. Hier unsere Ferientipps für kleine und große Gipfelstürmer*innen.

Ein Wanderurlaub ist für viele genau das Richtige. Voraussetzung: Die Ferien sind auf die Bedürfnisse der Kleinsten in der Gruppe zugeschnitten. Das gilt für die Umgebung, die geplanten Wandertouren, die Ausrüstung und das "Marschgepäck" gleichermaßen.

Die richtigen Tragehilfen
Für Babys sind ausschließlich Mini-Touren in gemäßigte Höhen geeignet. Wenn die Strecke die Mitnahme des Kinderwagens nicht erlaubt, sind Säuglinge in Tragehilfen gut und sicher aufgehoben.
Wenn das Kind schon gut sitzt, kann es im Rückengestell auf Wanderschaft gehen. Gute Rückentragen sind leicht, stabil, gepolstert und ohne scharfe Ecken und Kanten.
Grundsätzlich gilt: Wanderungen mit Kindern, die getragen werden, sollten nicht länger als zwei bis drei Stunden dauern und immer wieder durch Pausen aufgelockert werden.

Auf eigenen Füßen
Im Kindergartenalter können und wollen Kinder die Tour oft auf eigenen Füßen meistern. Klar, dass sie mit Tagestouren, steilen und schwierigen Strecken überfordert wären und die Lust verlieren würden.
Deshalb gilt: Weniger ist mehr! Eine Wanderung von rund zwei bis maximal vier Stunden, mit mäßigen Steigungen, reicht völlig aus.
Tipp: Für Kinder, die überwiegend selbst laufen, empfehlen sich Kinderbergstiefel oder feste Sportschuhe, die den Knöchel stützen und rutschfeste Sohlen haben.

Rucksack packen
Wer mit Kindern wandert, braucht eine ganze Menge Gepäck: Ersatzwäsche, frische Socken, Regenkleidung, Mütze, Sonnenschutz und Notapotheke (Pinzette, Pflaster, Wundsalbe) dürfen nicht fehlen.
Zum Proviant gehören ausreichend Flüssigkeit (ca. ein Liter Wasser, Früchtetee oder verdünnter Saft pro Kind), Obst, belegte Brote, Müsliriegel oder Fruchtschnitten für unterwegs. Für's Baby sollten "Wanderfamilien" die gewohnte Nahrung, viel zu trinken, Windeln und entsprechende Pflegeprodukte in den Rucksack packen.
Tipp: Idealerweise trägt jedes Kind sein Getränk, einen Müsliriegel sowie die Regenjacke im eigenen Rucksack. Das macht das Kind selbstständiger und gibt ihm die Möglichkeit Dinge, die es beim Wandern findet, mitzunehmen.
Wenn ihr öfter wandern geht, können Packlisten sehr hilfreich sein.

Kleine Entdecker*innen
Fest steht: Von Gipfelkreuzen, Wandernadeln und Klettertouren müssen sich sportbegeisterte Eltern vorübergehend gedanklich verabschieden, wenn sie mit kleinen Kindern unterwegs sind. Aber für diesen "Verzicht" werden sie entschädigt, denn Wandern mit Kindern heißt: Die Natur aus einer anderen Perspektive betrachten. Da werden Berggipfel zu Krümelmonstern, Bäche zu reißenden Flüssen und Geröllhaufen zu Zwergenhöhlen – die kindliche Fantasie kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, immer neue Spiele zu entwickeln und sich ausgiebig mit Steinen, Blättern oder Stöckchen zu beschäftigen. Lasst eure Kinder zu euren Wanderführer*innen werden!

Und wenn einmal ein Weg zu lang wird, helfen Spiele:
Kinder im Kindergartenalter beschäftigen sich gerne mit Such- und Zählspielen. Beim Zählen von Bäumen, Berggipfeln oder bei "Ich sehe was, was du nicht siehst" vergisst man den mühsamen Weg.
Mit älteren Kindern kann ein Lexikonspiel unterhaltsam sein: Passend zu jedem Buchstaben im Alphabet kann man sich zum Beispiel ausdenken, was man auf der Hütte essen möchte: von A wie Apfelkuchen bis Z wie Zuccinireis.
Beliebt ist auch Personenraten: Jede/r denkt sich eine Person aus – das kann ein bekannter Star aber auch jemand aus dem Freundeskreis, eine Figur aus einem Buch oder eine Märchenfigur sein. Die anderen müssen die ausgedachte Person erraten, wobei nur Fragen erlaubt sind, auf die mit ja oder nein geantwortet werden kann.

Große Wanderer*innen
Wenn ihr mit größeren Kindern oder Jugendlichen wandern geht, dann achtet darauf, dass die Touren der Kondition und dem Können angepasst sind, wobei man sich immer am schwächsten Glied der Gruppe orientieren sollte. Bedenkt, dass in der Gruppe manchmal Dinge möglich sind, die allein nicht zu bewältigen wären. Mehrtagestouren, vielleicht sogar im alpinen Gelände können angedacht werden. Besprecht neben der geplanten Route auch die sozialen Aspekte mit den Kindern, damit es für alle Beteiligten zu einem schönen Gemeinschaftserlebnis und nicht nur zu einem Wettkampf wird.
Andere Kinder mitzunehmen ist oft hilfreich und gut möglich, da Hüttenübernachtungen günstig sind. Außerdem ist es sinnvoll, in einer Gruppe unterwegs zu sein, wenn doch einmal ein Knöchel verstaucht sein sollte und man sich so besser gegenseitig unterstützen kann. Gute Planung, Erste Hilfe Utensilien inklusive Biwakausrüstung dürfen nicht fehlen. Dann muss nur noch das Wetter mitspielen und es steht der Herausforderung nichts mehr im Wege.

Geeignete Wanderziele in Wien und Umgebung, Spaziergehspiele oder Bestimmungs-Apps findet ihr im kinderinfo-Blog unter dem Schlagwort Wandern.

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