Wenn du Musik machst oder auch nur nutzt, solltest du unbedingt über ein paar rechtliche Grundlagen Bescheid wissen.

  • Was sind deine Rechte, wenn du ein Werk erschaffst?
  • Wofür musst du um Erlaubnis fragen?
  • Wofür musst du um Erlaubnis gefragt werden?

Fragen wie diese werden in Österreich vom Urheberrecht behandelt.

Ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit dem Urheberrecht ist das Werk - eine "geistig eigentümliche Schöpfung" wie es im Gesetz heißt. Das kann ein Song, ein Film, eine Fotografie, ein Theaterstück, ein Buch und vieles mehr sein.

Die beiden Werkarten, die Musik betreffen, sind:

  • "Werke der Tonkunst" - das sind Kompositionen bzw. Tonfolgen
  • "Werke der Literatur" - das sind die Texte zu den Musikstücken

Songs sind meist eine Verbindung von diesen zwei Werkarten.

Ein Werk ist bereits geschützt, wenn es erschaffen wird und in der Außenwelt auftaucht. Also etwa mit dem ersten Spielen, Aufnehmen oder Notieren. Sich ein Werk nur auszudenken und es nicht nach außen zu tragen, reicht also nicht aus.

Das heißt, wenn du einen Song schreibst und ihn vor Publikum spielst, ist er automatisch vom Urheberrecht geschützt. Du musst dein Werk also nirgends anmelden, um es vom Urheberrecht schützen zu lassen.

TIPP: Du musst Werke zwar nirgendwo "anmelden", um sie zu schützen, aber viele Musiker_innen schicken sich selbst notierte Versionen oder Aufnahmen ihrer Werke per Post zu - eingeschrieben natürlich. Damit haben sie im Falle eines zukünftigen Rechtsstreits einen Beweis, dass das betroffene Werk zu einem bestimmten Datum bereits erschaffen war. Wichtig ist hierbei natürlich, dass das Kuvert ungeöffnet ist!

Werke sind bis 70 Jahre nach dem Tod der (letzten lebenden) Urheber_innen geschützt.

Aufnahmen sind 50 Jahre ab dem Zeitpunkt der Aufnahme geschützt. Wird eine Aufnahme innerhalb dieser 50 Jahre veröffentlicht, dann läuft der Schutz bis 70 Jahre nach der Veröffentlichung.

Danach sind die Werke und Aufnahmen gemeinfrei, das heißt jede Person darf damit machen, was sie möchte.

Stell dir vor jemand stellt deine Musik ohne deine Zustimmung zum Download online. Das wäre ein typischer Fall von Urheberrechtsverletzung und du könntest diese Person klagen.

Das Recht bietet dir vier Möglichkeiten gegen eine Verletzung des Urheberrechts vorzugehen: 

  • Unterlassung: die Person, die das Urheberrecht verletzt hat, darf das, was sie illegal getan hat, nicht mehr tun.
  • Beseitigung: sind illegal Dinge (z.B. Tonträger) erstellt worden, müssen diese vernichtet werden.
  • Angemessenes Entgelt: die Person, die das Urheberrecht verletzt hat, hat dir ein angemessenes Entgelt für die illegal erbrachte Leistung zu zahlen.
  • Schadenersatz: Ist bei dir ein ideeller oder konkreter Schaden entstanden, muss der Täter/ die Täterin dir diesen erstatten. Der Betrag beläuft sich pauschal auf das Doppelte des angemessenen Entgelts.

GUT ZU WISSEN! Eine urheberrechtliche Klage kostet sehr, sehr viel Geld. Durch Anwaltskosten, Gebühren, Gerichtskosten usw. sammeln sich schnell hohe Beträge an. Ist der Sachverhalt aber klar, bietet das Urheberrecht sehr wirksame rechtliche Instrumente gegen Verletzer_innen! 

Schaffst du ein Werk, so bist du auf jeden Fall der/ die Urheber_in - egal, wie alt du bist. Willst du das Urheberrecht aber ausüben (z.B. um eine Verletzung deiner Rechte einzuklagen), musst du in vollem Umfang geschäftsfähig sein. Das bist du erst mit 18.

Bist du noch nicht 18, müssen alle Verträge von einem Elternteil oder deinem sonstigen rechtlichen Vormund für dich abgeschlossen werden.

In vielen Ländern sind sich die Urheberrechte recht ähnlich, es gibt aber natürlich auch Unterschiede.
So sind Werke in der EU, den USA, Russland und Kanada bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers/ der Urheberin geschützt. In Kanada, China oder Japan endet der Schutz durch das Urheberrecht allerdings schon nach 50 Jahren.

Verletzungen des Urheberrechts werden prinzipiell nach dem Recht jenes Staates beurteilt, in dem die Verletzung stattfindet.
Es ist meistens nicht so wichtig, welche Staatsbürgerschaft die beteiligten Personen haben, oder in welchem Land das Werk entstanden ist.

Durch die globale Reichweite des Internet muss bei jedem Fall individuell beurteilt werden, welche Urheberrechte welcher Länder relevant sind.

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