ICH – DU – WIR IDENTITÄTSARBEIT ZWISCHEN EMPOWERMENT UND FRAGMENTIERUNG

Programm

Programm:

 9:00   Check-in & Kaffee

 9:30   Begrüßung mit Großgruppenmethode

10:30  Keynote: Intersektionalität – der neue

           „CommonSense“ oder Identitätspolitik 2.0?

           Myassa Kraitt, Bildungsanthropologin,           
           Künstlerin und Trainerin

11:30  Pause

11:45  Podiumsdiskussion

13:00  Mittagspause mit Snacks

14:00  Workshops

15:40  Schlussworte

16:00  Ende

 

Termin: Mi, 5.10.2022, 9:30-16:00

Ort: Urania Wien/Dachsaal, Uraniastraße 1, 1010 Wien

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich. 

Tagungsflyer

 

Debatten um Safe Spaces, Trigger-Warnungen, Identitätskonflikte … Das Thema Identität hat Konjunktur. Während sich auf individueller Ebene die Frage nachdem „Wer bin ich?“ längst zu einem lebenslangen Projekt entwickelt hat, treffen kollektive Identitätsangebote besonders in gesellschaftlichen Krisenzeiten auf Nachfrage. Jugendliche stehen in diesem komplexen Selbstfindungsprozess noch ganz am Anfang. Auf der Suche nach Anerkennung orientieren sie sich an Peers und erproben Identitätsbildung u.a. über soziale Medien. Zugleich müssen sie in dieser Phase erkennen, dass das bloße „Ich-Sein“ zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen kann.
Welche Ressourcen kann Jugendarbeit bereitstellen, um Identitätsentwürfe von Jugendlichen im Spannungsfeld von Zugehörigkeit und Abgrenzung sinnvoll zu unterstützen? Welche Handlungsoptionen gibt es für Jugendliche, wenn die eigene Identität nicht den Normen der Mehrheitsgesellschaft entspricht? Und wie schaffen wir die Gratwanderung zwischen dem Empowerment marginalisierter Gruppen und der Gefahr der Fragmentierung? Mit interaktiven Methoden und Inputs beleuchten wir Aspekte der Identitätsfindung und die Haltungen, die wir in der Jugendarbeit dabei einnehmen können.

 

 

WORKSHOP 1: Identitätsarbeit mit Medien 
Referent_in: Anu Pöyskö, WIENXTRA Medienzentrum

Meine Playlists, die aktuell gehypten Games, die Profile, denen ich folge, meine Fotos, Stories und Videos auf meiner Wall …. Medieninhalte –  egal ob selbst produziert oder alles was ich mag und konsumiere -  liefern Bausteine für das Bild vom Selbst. Medien ermöglichen Identitätsexperimente.. Und sie bieten Ideen, Vorbilder und Inspiration – im Guten und im Schlechten.

In diesem Workshop gehen wir zunächst mittels Biografiearbeit der Frage nach, wie Heranwachsende Medien für ihre Identitätsarbeit nutzen. Im zweiten Schritt geht es darum, mit welchen Fragestellungen und Methoden wir Jugendliche dabei unterstützen können, für sich klarer zwischen funktional und dysfunktional zu unterscheiden. Was in meinen aktuellen Medienwelten inspiriert und motiviert mich? Was zieht mich runter, erzeugt Stress und Druck? Wo erhalte ich die Bestätigung, die mich aufbaut und bestärkt?


WORKSHOP 2: Von der persönlichen Haltung zum diskriminierungskritschen Handeln - Praktische Herausforderungen und Reflexionen
Referent_in: Myassa Kraitt, Künstlerin und Trainerin

Der Workshop bietet Möglichkeiten für die Auseinandersetzung mit Fremdkonstruktionen und Zuschreibungen. Es wird der Frage nach Sensibilisierung für diskriminierungskritische Zugänge und Haltungen für die sozial-pädagogische Praxis nachgegangen. Wie kann eine diskriminierungskritische Haltung in der eigenen Arbeit realisiert werden? Wie können bestehende Deutungshoheiten, Erhöhungsnarrative, Femdkonstruktionen etc. aktiv hinterfragt werden?

 

WORKSHOP 3: Identitäten und Konflikte  
Referent_in: Joschka Köck, Theater der Unterdrückten Wien

Wir erkennen uns selbst in den anderen und die anderen in uns selbst. Fremd- und Eigenwahrnehmung von Identitäten sind ebenfalls Thema. In diesem Workshop nutzen wir Methoden der palästinensisch-israelischen TdU-Bewegung Combatants for Peace, die stark mit Gegenüberstellung von zwei Extrempositionen arbeiten, um für diese jeweils besseres Verständnis zu generieren. Gerade der Körper sagt oft mehr über uns aus als unsere Worte. Mit Theatermethoden lernen wir über unsere scheinbaren Unterschiede zu sprechen. Der Workshop hat auch eine politische Seite, weil Identitäten immer auch teilende Elemente des herrschenden Systems sind.

 

WORKSHOP 4: Queere Jugendarbeit
Referent_in: Rabea Maas, Queeres Jugendzentrum anyway Köln

Lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere Jugendliche beschäftigen sich - neben den ohnehin schon herausfordernden Entwicklungsaufgaben des Jugendalters -  zudem noch mit dem Abweichen der eigenen sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität von der Hetero-Norm. Fragen wie: "Was macht mich anders?", "Wie kann/möchte ich mich zeigen?", "Was möchte oder muss ich zwangsläufig von mir preisgeben?" stehen an der Tagesordnung. In diesem Workshop geht es um queere Jugendliche aus Sicht des anyway, Europas erstem LSBTIQ*-Jugendzentrum. Seit knapp 25 Jahren treffen hier unterschiedliche Zielgruppen der queeren Community aufeinander und bilden gemeinsam einen "safer space". Was kann gut an einem solchen Raum sein, was sind Herausforderungen? Im Austausch wird darüber hinaus besprochen, wie auch in der heteronormativen Jugendarbeit queerfreundliche Arbeit stattfinden kann, ohne andere Zielgruppen zu verdrängen. Ist es hier mit einer Regenbogenfahre an der Eingangstüre getan?

 

WORKSHOP 5: Identitätslabor – Methoden
Referent_in: Tatjana Gabrielli, Trainerin

Wer bin ich, was macht mich aus? Was ist eigentlich Identität, woraus besteht meine? Und wie ist es, zur Mehrheit zu gehören und wie fühlt es sich umgekehrt an? All diese Fragen sind wichtig, um uns selbst zu begreifen, aber auch andere Menschen, deren Erfahrungen und Perspektiven wir nicht teilen. Durch verschiedene Methoden können Diskussionen dazu gestartet werden, um den Selbstreflexion und den Blick über den Tellerrand zu stärken.

 

WORKSHOP 6: Identitätspolitik als Herausforderung oder Werkzeug?
Referent_in: Samuel Hafner, Black Voices Volksbegehren

In der Sozial- und Jugendarbeit sind wir mit vielen Fragen konfrontiert. Viele davon haben mit Identität zu tun. Wie kann man also die verschiedenen Identitäten und ihre Bedürfnisse berücksichtigen und was hat das mit politischen Forderungen zu tun? In diesem Workshop besprechen wir die Intersektionalität rund um Identitätspolitik und Anti-Rassismus – in Theorie und Praxis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Kooperation mit
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