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Themen - Projekte - Publikationen

Überblick und Rückblick:
Projekte, Kooperationen und Themenschwerpunkte... ... diese Seite wächst und wächst!


Projekte

 

Das wienXtra-medienzentrum präsentiert die Ergebnisse einer österreichweiten Online-Umfrage und Gesprächen mit Jugendlichen und JugendarbeiterInnen zu jungem Medienverhalten und Medien in der Jugendarbeit. Der Bericht bietet Einblick in die Ergebnisse der Online-Umfrage sowie in die Fallstudien und Fokusgruppengespräche.

Wie weit verbreitet ist der Einsatz von digitalen Medien (von Apps über soziale Netzwerkseiten bis zur Fotokamera) in der Jugendarbeit? Welche Chancen und Potentiale stecken in der Beschäftigung mit digitalen Medien? Was fördert den Einsatz von digitalen Medien? Welche Hindernisse für den Einsatz von digitalen Medien sehen JugendarbeiterInnen, welche Bedenken haben sie? Was profitieren Jugendliche davon? Was profitiert Jugendarbeit davon?

"Screenagers - Digitale Medien in der österreichischen Jugendarbeit" (pdf 2,4 MB)

 

Herzstück des Projektes war eine Online-Umfrage für JugendarbeiterInnen, begleitet von Fallstudien und Fokusgruppengesprächen, um den Einsatz von digitalen Medien in der Jugendarbeit zu verorten.
Fragenkatalog der Online-Umfrage (pdf 1 MB)

Ergebnisse der Online-Umfrage (pdf 1,2 MB)

 

Screenagers International war ein von Erasmus+ gefördertes Projekt und hat die Zusammenarbeit von fünf Ländern in einer strategischen Partnerschaft zum Thema Medien in der Jugendarbeit ermöglicht.

Auf der Projektwebsite von Screenagers International www.youth.ie/screenagers sind neben den einzelnen nationalen Berichten der teilnehmenden Länder auch der internationale Bericht mit Vergleichsergebnissen zu finden.

 

Wir freuen uns über Fragen… und wenn die Studienergebnisse genutzt werden!

Anu Pöyskö, anu.poeyskoe [AT] wienxtra [DOT] at

Michaela Anderle, michaela.anderle [AT] wienxtra [DOT] at

 

Projektpartner:

 

Forschungsprojekt "InMeLi" - Entwicklung eines Instruments zur Erhebung und Reflexion der Medienkompetenz und des Medialen Habitus in Schulen.

Ein Projekt der Wiener Medienpädagogik im Sparkling Science Programm des bm:wfw

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Tests zur Messung der Medienkompetenz und des Medialen Habitus bei 12-13-jährigen SchülerInnen durch 12-13-jährige SchülerInnen.

Medienkompetenz wird in der Medienpädagogik, aber auch in der Bildungspolitik als Schlüsselkompetenz gesehen. Das zeigt, dass die Relevanz der Förderung von Medienkompetenz breit akzeptiert wird. Dem gegenüber steht ein nur rudimentäres Wissen über die tatsächliche Verbreitung von Medienkompetenz. Für Österreich liegen keine Studien vor. Ähnliches gilt für den Medialen Habitus. Studien haben gezeigt, dass der Mediale Habitus wesentlich für das Verständnis von Medienrezeption, Mediennutzung und Medienproduktion ist. Das gilt für Lehrpersonen ebenso wie für SchülerInnen. Studien zur Verbreitung der Medialen Habitustypen fehlen allerdings.

Zur Behebung dieser Desiderata trägt das Projekt InMeLi bei, indem ein Test zur Erhebung der Medienkompetenz und des Medialen Habitus von SchülerInnen entwickelt werden soll – und zwar unter Mitarbeit der SchülerInnen selbst. Der Test wird als Online-Instrument konzipiert und soll nach Abschluss des Projekts für Lehrpersonen frei zugänglich zur Verfügung stehen. Ziel dabei ist, dass dieses Instrument im Zuge der schulischen Vermittlung von Medienkompetenz die SchülerInnen zur Selbstreflexion im Hinblick auf ihre jeweilige Medienkompetenz anregen soll. Die Auswertung erfolgt dabei teilautomatisiert. Dies ermöglicht die Verwendung des Tests als Evaluationsinstrument im Zuge von Schulentwicklungsprojekten ebenso möglich wie die Verwendung als Datenerhebungsinstrument in der medienpädagogischen Forschung.

Die aktive Mitarbeit der SchülerInnen im Projekt besteht vor allem darin, dass jene Fragenelemente (Items), die im Test zur Erhebung der Medienkompetenz und des Medialen Habitus genutzt werden, von den SchülerInnen selbst entworfen werden. Dabei liegt der Fokus darauf, dass die Fragenelemente auch in der jeweiligen Sprache der jungen Menschen formuliert werden, wodurch die Item-Sammlung, wie auch die anschließende Beantwortung der Fragen durch SchülerInnen erleichtert werden sollen, da die Fragen für sie – so die Annahme – besser verständlich sind. Neben der Fragenkonzeption wirken die SchülerInnen an der Umsetzung und Prüfung des Tests in der Pretest-Phase mit.

Neben der Universität Wien bzw. dem Institut für Bildungswissenschaft wirken am Projekt InMeLi die PH Wien und wienXtra als Projektpartner mit. Die am Projekt beteiligten Schulen sind folgende: GTMS Anton-Sattler-Gasse, NMS & JHS Konstanziagasse, NMS College Hernals und WMS Loquaiplatz, Wien. Projektlaufzeit: 1.10.2014 – 31.1.2016

Webseite: http://podcampus.phwien.ac.at/inmeli/

Bericht über das Projekt „und action. Zeig was dich bewegt!" Gesundheits- und Medienkompetenzen von  Jugendlichen stärken, in Kooperation mit  der Wiener Gesundheitsförderung.

Im Frühjahr 2014 kam die Wiener Gesundheitsförderung auf das Medienzentrum mit einer Kooperationsanfrage zu. Frau Mag.a Ingrid Spicker und ihr Team Gesunde Stadt – Gesunde Regionen war daran interessiert neue Wege in der Gesundheitsförderung für die Zielgruppe Jugendliche einzuschlagen. Im Rahmen eines Pilotprojekts, sollte ein Konzept entwickelt werden, das zum Ziel hatte, die Gesundheits- und Medienkompetenz von Jugendlichen zu stärken. Die Laufzeit des Projekts, das aus Mitteln des Landesgesundheitsförderungsfonds finanziert werden sollte, wurde auf drei Jahre veranschlagt (1.1.2014 - 31.12.2016). Hauptzielgruppe des Projekts sollten Jugendliche sein, die aus eher bildungsbenachteiligten Verhältnissen kommen und in Wien einen Berufsorientierungs- oder Hauptschulabschlusskurs besuchen. 

Die Grundidee des Teams der Gesundheitsförderung war es, dass bei dem Projekt mit dem Medium Video gearbeitet werden sollte und dass die Jugendlichen selbst Kurzfilme, Videoclips zu dem Thema Gesundheit produzieren sollten. Eine Idee die das Team des Medienzentrums gerne aufnahm und ein medienpädagogisches Grundkonzept für ein erstes Projekt konzipierte. Um die Themen Gesundheit und Medien zusammen zu bringen, brauchte es aber noch einen Kooperationspartner, der die Expertise und Ansätze der Gesundheitsförderung in das Projekt einbringen konnte. Die Wiener Gesundheitsförderung engagierte hierfür den Verein queraum Kultur- und Sozialforschung. Im Juni kam es zu einem ersten Treffen mit Elisabeth Mayr und Michael Stadler-Vida vom queraum Team und gemeinsam wurde ein Zeitplan für das erste Pilotprojekt, das noch im Herbst 2014 stattfinden sollte, entwickelt. Schon beim ersten Treffen wurde klar, dass das Team von queraum ähnliche Vorstellungen hatte. Gemeinsam mit dem Projektleiter Hannes Heller wurde ein Konzept für die Projektwoche entwickelt, das sowohl die Gesundheitsaspekte als auch die Perspektive der Medienkompetenz berücksichtigte. Grundidee war es, dass eine Projektgruppe jeweils von einer/einem Gesundheitsexperten/In und einer/einem MedienpädagogIn über die gesamte Projektwoche begleitet wird. Dadurch sollte es gewährleistet werden, das sich die TeilnehmerInnen sehr individuell dem Thema Gesundheit annähern können und andererseits  über das Kennenlernen der Technik und der filmischen Gestaltungsmöglichkeiten eine Idee für die filmische Umsetzung entwickeln können.  In der Vorbereitung recherchierte das querraum Team andere Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung. Das Team vom wienxtra-medienzentrum  wiederum gab einen Detailreichen Einblick in die medienpädogische Arbeit, indem zwei vergangene Projekte vorgestellt wurden, die ebenfalls einen Themenschwerpunkt hatten. Aus der Recherche resultierte auch die Entscheidung, dass die Workshops in geschlechtshomogenen Gruppen stattfinden sollten, da Mädchen und Burschen ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Thema Gesundheit haben. 

Als freie MitarbeiterInnen für die Projektdurchführung konnten Thomas Adrian und Renée Frauneder gewonnen werden, was aus Medienzentrumsperspektive die Idealbesetzung war. Renée und Tom verfügen beide über langjährige Erfahrung in der medienpädagogischen Arbeit mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen. Auch das Querraum Team fand mit Stefan Ferchner einen Projektmitarbeiter, der sich mit den Themen der Gesundheitsförderung sehr gut auskannte.

Da das Medienzentrum über vielfältige Kontakte zu Organisationen der Berufsorientierung verfügte, wurde schon im Juni vereinbart, dass Anu Pöyskö die Partnerorganisationen anspricht. Durch die sehr knappe Vorbereitungszeit war es allerdings sehr schwierig einen Kooperationspartner zu finden, der noch im Herbst bei dem ersten Pilotprojekt mitmachen konnte. Das Interesse war im allgemeinen sehr hoch, doch für die meisten war die Anfrage zu kurzfristig. Mit dem Hauptschulabschlusskurs von Wuk m.power wurde dann in letzter Minute noch ein Kooperationspartner gefunden. Das Projekt passte für Wuk M.power perfekt in den den Unterrichtsplan, da das Team schon ein Modul Gesundheitsförderung vorgesehen hatten. Außerdem kannten sie die Arbeitsweise des Medienzentrums schon, weil sie im Frühjahr mit einer anderen Gruppe bereits ein Videoprojekt  gemacht hatten, und sehr begeistert waren.  Sebastian Beer von Wuk m.power war dann bei den folgenden Vorbereitungstreffen immer dabei, was eine sehr große Hilfestellung war, weil so die Methoden perfekt auf die Gruppe abgestimmt werden konnten.

Von der Wiener Gesundheitsförderung wurde auch eine Evaluation des Pilotprojekts in Auftrag gegeben, den Zuschlag bekam das Markt- und Meinungsforschungsinstitut SOZAB, mit dem vor dem Projekt ein Zieleworkshop stattfand. Während des Projekts war geplant den Prozess durch Fragebögen,  Interviews mit den Jugendlichen und BetreuerInnen und durch begleitende Beobachtung zu evaluieren.

Dann war es endlich soweit.  Das Projekt begann mit einem Vorbereitungstermin ein paar Tage vor der eigentlichen Workshopwoche. Dieser Termin kam auf Grund der Beratung des Wuk Teams zustande, da sie wussten, dass die Jugendlichen durch die Information motiviert werden konnten an der Workshopwoche teilzunehmen. Ursprünglich war geplant, dass die maximale Gruppengröße bei ca. 12 Jugendlichen (Pro Gruppe) liegen sollte. Da das Team von Wuk m.power davon ausgingen, dass  etwa 2/3 der Jugendlichen am Projekt teilnehmen werden  – alle besuchen den Kurs auf freiwilliger Basis und Projekte werden, aus Erfahrung des Wuk Teams, oft als willkommene Auszeit gesehen – waren  alle überrascht, als  am ersten Projekttag fast alle Burschen anwesend waren, damit hatte niemand gerechnet. Für die beiden männlichen Workshopleiter war das eine große Herausforderung, da sie nun mit 20 Burschen konfrontiert waren.  Die Mädchengruppe war mit 8 TeilnehmerInnen eher überschaubar, aber auch hier waren  mehr als 2/3 der KursteilnehmerInnen gekommen. Ein Zitat aus dem Evaluationsbericht von SOZAB gibt einen guten Anhaltspunkt dafür, warum die Jugendlichen von Anfang an so intensiv beim Projekt dabei waren:

„Die Jugendlichen in beiden Gruppen durften ihre Rolle als ExpertInnen wahrnehmen, in erster Linie in der Wahl und der Umsetzung ihres Filmthemas. Dadurch, dass sie ihr Thema selbst umsetzen wollten, ‚waren sie voll dabei’ und sind auch gerne und regelmäßig gekommen. Selbst das WUK hat nicht damit gerechnet, dass so viele Jugendliche so konstant kommen. Daher kann man davon ausgehen, dass sie ihre Rolle auch selbst angenommen haben und auch deshalb mehr Zeit investiert haben, als eigentlich geplant war.“ (Seite 18-19)

Am ersten Tag ging es vor allem darum, dass die Jugendlichen einen Zugang zum Thema Gesundheit finden konnten, was durch ein gemeinsames Brainstorming begann.

„Beim gesundheitsbezogenen Aspekt erscheint die Wahl des Begriffes ‚Wohlbefinden’ als Zwischenschritt essentiell, um die Jugendlichen nicht von einer Teilnahme abzuschrecken und damit sie die Motivation nicht verlieren. Aus Sicht des WUK sowie aus Sicht der TrainerInnen wurde hierzu angemerkt, dass es für die Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt, ihnen keine ‚klassischen’ Gesundheitsthemen vorzugeben, sondern die Jugendlichen die Themen selber wählen zu lassen. Dieses selbst gewählte Thema sowie das damit einhergehende Interesse der Jugendlichen an dem, was sie in der Workshop-Woche produzieren, hat sie am Ball gehalten.“ (Seite 18)

Gleich am ersten Tag lernten die Jugendlichen auch das Videoequipment kennen. Am zweiten Tag ging es dann darum aus den gesammelten Themen, Ideen für den Film auszuwählen. Durch die Gruppengröße bei den Burschen, kam es dann dazu, dass nicht nur eine Idee sondern gleich drei Ideen entwickelt wurden. Aber auch in der Mädchengruppe kristallisierten sich 2 Filmideen heraus. Durch die gute Abstimmung der ProjektbetreuerInnen konnten am dritten Tag alle Filme verwirklicht werden. Durch die Tandem-Teams waren auch Zwischenreflexionen der Projekttage möglich, in denen die Jugendlichen sich immer mehr den BetreuerInnen öffneten und  Beziehung aufbauen konnten.

 „Den WorkshopleiterInnen ist es gelungen, den Jugendlichen das Gefühl des ‚Protagonisten-daseins’ zu vermitteln.“ (Seite 15)

Die ersten drei Tage fanden in den Räumlichkeiten von Wuk m.power statt. Am vierten Tag ging es dann für den Schnitt der Filme ins wienxtra-medienzentrum.  Gruppendynamisch wuchs die Gruppe immer mehr zusammen.

„In beiden Gruppen zeigte sich, dass die TeilnehmerInnen während der Woche an Selbstvertrauen gewannen und eine Art ‚Gemeinschafts-Gefühl’ entwickelten, welches vorher noch nicht vorhanden war. Dieser Eindruck wurde auch in den Interviews mit der Zielgruppe selbst gewonnen – für eines der Mädchen war es zum Beispiel besonders schön, wie sehr Vertrauen in sie gesetzt wurde und ihre Anliegen Gehör gefunden haben. Während der Workshop-Woche hat sie sich immer mehr getraut ihre Meinung zu sagen und fühlte sie nach eigener Aussage in der Gruppe dann immer wohler.“ (Seite 17)

Am letzten Tag wurden die Filme fertiggestellt und die Burschen und Mädchen präsentierten ihre Filme zum ersten mal der gesamten Gruppe. Es war erstaunlich wie vielfältig die Produktionen ausgefallen sind. Die Burschen entwickelt eine sehr nette Idee, die an ihren Wünschen von einer gelingen Zukunftsperspektive anknüpfte. Die beiden weiteren Filme der Burschen waren Spielfilme, die im Gangmilieu angesiedelt waren. Einer durchaus humorvoll, der andere sehr ernst. Auch die Mädchen griffen mit einem Spielfilm über KO-Tropfen ein sehr ernstes Thema auf. Der zweite Film drehte sich um das Thema Ausgrenzung und Vorurteile. Insgesamt sind total interessante Filme entstanden!

„Dass die Jugendlichen sehr stolz waren auf das, was sie in der Workshop-Woche geschaffen haben, war sowohl von Seiten der Jugendlichen selbst wie auch von Seiten der Leitung und des WUK zu hören.“ (Seite 19)

In der ersten Präsentation zeigte sich, dass es eine sehr gute Entscheidung war, dass die Mädchen in einer eigenen Gruppe gearbeitet haben. Die Burschen waren bei der Präsentation zwar respektvoll gegenüber den Mädchen, kritisierten aber auch sehr viel an ihren Produktionen. Da merkte man, dass bei den Jugendlichen  sehr patriarchale Ansichten vorherrschten. Die interne Präsentation war aber noch nicht das Ende des Projekts. Eine Woche später fand ein eigener Reflexionstermin statt, bei dem die Erfahrungen der Jugendlichen nochmals ausführlich besprochen wurden. Außerdem kam im zweiten Teil die Moderatorin Clara Stern bei der Gruppe vorbei, um die halböffentliche Präsentation, die eine Woche später stattfinden sollte, vorzubereiten.

Am 11. Dezember war es dann soweit und die halböffentliche Präsentation ging im Medienzentrum über die Bühne. Neben den Jugendlichen und den ProjektmitarbeiterInnen waren auch noch die Projektverantwortlichen der Wiener Gesundheitsförderung, weitere Jugendliche von wuk m.power aus anderen Gruppen und KollegInnen vom wienxtra-medienzentrum dabei. Die Jugendlichen waren trotz des kleinen Rahmens sehr aufgeregt. Clara Stern moderierte sehr charmant und fast alle Jugendlichen trauten sich zumindest einige Fragen zu beantworten. Die MitarbeiterInnen der Wiener Gesundheitsförderung waren sehr begeistert. Auch die Jugendlichen waren sehr glücklich, da sie ein Zertifikat und ein Geschenk (Kinogutschein) bekamen. Abschließend gab es bei einem Buffet noch nette Gespräche und das Projekt fand einen würdigen Abschluss.

Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen aus dem Pilotprojekt ist mittlerweile fixiert, dass das Projekt bis 2016 weitergeführt wird und mit bis zu 6 weiteren Gruppen wiederholt werden soll.   Zusätzlich soll aus dem Projekt Schulungsmaterial für die Ausserschulische Jugendarbeit  den Schulunterricht zum Thema Gesundheitsförderung entwickelt werden, in das die entstandenen Filme eingebettet werden sollen, damit noch mehr Jugendliche von dem Projekt profitieren können.

Bericht Wordrap Projekt

 

Im Rahmen der Jahreskooperation mit dem Fünferhaus entstand die Idee ein interaktives Medienprojekt zu entwickeln, das Sprache und Musik mit dem Medium Video verbindet. Die ursprüngliche Zielgruppe waren Jugendliche, die den Proberaum des 5er Hauses nutzten, das Projektteam Hannes Heller und Stefan Casanova entschieden sich dann aber dazu die Zielgruppe auszuweiten und das Projekt so zu planen, dass es während des offenen Betriebes stattfindet und so für alle Jugendliche zugänglich war.  Als Zeitrahmen für ein Projekt standen 3 Stunden zur Verfügung, das Projekt musste also sehr niederschwellig ausgerichtet werden. Als Grundidee kristallisiere sich der Gedanke heraus, die Jugendlichen für das Zusammenspiel von Musik, Rhythmus und Sprache zu sensibilisieren und ihnen eine kreative, lustvolle Möglichkeit für die eigene Selbstdarstellung zu bieten.

 

Der konkrete Plan für die Umsetzung entstand dann in der Konzeptionsphase über das vorhandene Equipment des  5er Hauses - ein Midi Keyboard - und das Know-How aus den Vjing Projekten des medienzentrums. Über eine fix aufgebaute Kamera sollten die Jugendlichen Clips aufnehmen, bei denen auf der Tonebene nur ein einziges Wort gesprochen wird. In kurzer Zeit konnte so eine große Sammlung von Clips entstehen, die  immer wieder neue  kombiniert werden konnten.

Aufgrund der Vjing-Projekte verfügte das medienzentum über eine VJ-Software, die in Verbindung mit dem Keyboard eine ganz einfache Möglichkeit bot, die Videoclips zur Musik interaktiv abzuspielen und über einen Beamer „live“ zu projizieren. Hinzu kam dann noch, dass es im Jugendzentrum einen Green-Screen gab, der für die Aufnahme Station verwendet werden konnte.

 

Der erste Wordrap Projektabend fand dann am 10.4. von 17:00 bis 20:30 statt. Im Turnsaal wurde die Aufnahme- und Videomixstation aufgebaut.  Am Anfang konnten sich die Kinder/Jugendlichen nicht so richtig vorstellen, was man bei dem Projekt machen konnte. Daher war es gut, schon zwei Clips vorher selbst aufgenommen zu haben, damit man ihnen zum Einstieg was zeigen konnte. Die meisten Kids wollten dann auch gleich einen Clip mit einem Wort aufnehmen. Über den gesamten Abend war es dann total erstaunlich, wie viele Clips produziert wurden. Die Arbeitsweise war in Etappen: die ersten Clips wurden aufgenommen und dann, auf den  Computer überspielt und für das VJ-Programm „Resolume“ konvertiert. Dann wurden die Clips auf die Videomixstation überspielt und jeder neue Clip wurde auf eine Taste des Midi-Keyboards gelegt. Drei Musik-Loops wurden als Hintergrundmusik ausgewählt. Mit den ersten 10 selbst aufgenommen Clips fingen die Jugendlichen dann an zu spielen. Und da merkte man den „Ah-Effekt“. Die Jugendlichen fanden Spaß daran die Clips immer wieder neu zu kombinieren oder immer wieder in der gleichen Abfolge zu wiederholen, was ihnen sichtlich Spaß machte. Die Kurzweiligkeit des Projekts war ein ganz wichtiger Faktor, weil die Jugendlichen in sehr kurzer Zeit ein Erfolgserlebnis hatten. Dadurch, dass das Projekt im Offenen Betrieb stattfand, konnten die Jugendlichen selbst entscheiden wie lang sie dabei sein wollten. Manche nahmen nur einen Clip auf, und schauten sich das Ergebnis an. Andere nahmen viele Clips auf und spielten dann lange mit der Videomixstation.

 

Insgesamt war der erste Projektabend so vielversprechend, dass das Projekteam beschloss, das Wordrap Projekt bei der 50. Geburtstagsfeier des Fünferhauses zu wiederholen. Vorbereitend gab es einen zweiten Workshop, der ähnlich gut verlief, wie der erste. Bei der Feier nutzten dann die Jugendlichen und weitere Gäste das Wordrap Projekt dazu ihre Geburtstagswünsche zu übermitteln.

 

Das Wordrap Projekt war aus medienpädagogischer Perspektive, etwas ganz Neues und ein sehr gelungener Versuch ein Medienprojekt im Offenen Betrieb einen Jugendeinrichtung umzusetzen. Besonders schön ist, dass das Konzept im Jahr 2015 auch im Rahmen einer Fortbildung des ifp für MitarbeiterInnen des Vereins Wiener Jugendzentren vorgestellt wird.

 

Die CU-Redaktion des Vereins Wiener Jugendzentren hat zu Wordrap einen Bericht gestaltet: https://www.youtube.com/watch?v=8KeN3i6m2hQ

Gamepaddle ist ein europaweites Projekt und wurde vom EU-Programm JUGEND IN AKTION gefördert. ForscherInnen, Lehrkräfte, (Medien-) und (Sozial-) PädagogInnen aus Deutschland, Italien, Schweden und Österreich sind daran beteiligt.

Computer, Internet und Computerspiele sind für die meisten Jugendlichen heutzutage fixer Bestandteil ihres (Medien-)Alltags.
Die Computerspielpädagogik betrachtete Spiele mehrheitlich bislang vom Standpunkt der Prävention aus. Sehr neu ist hingegen, die vom Projekt vertretene Position, Computerspiele als Quellen von lebensrelevanten Kompetenzen zu betrachten. Besonders für bildungsbenachteiligte Jugendliche eröffnet sich hier eine neue Chance, sich selbst stark und wirksam zu erleben.

Ziel von Gamepaddle war daher mit ProjektpartnerInnen aus vier Ländern im Rahmen von gemeinsamen Treffen und Workshops Wissen und Erfahrungen auszutauschen und in einem weiteren Schritt gemeinsame Konzepte und Methoden zu erarbeiten, mit denen man gerade sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche durch Empowerment darin unterstützen kann, kompetent und sicher mit Computerspielen umzugehen und diese konstruktiv für sich nutzen zu lernen. Dies soll erreicht werden, indem die den Jugendlichen beim Spielen abverlangten (sozialen) Fähigkeiten und Kompetenzen einerseits bewusst und sichtbar gemacht werden bzw. von ihnen selbst wahrgenommen und reflektiert werden und andererseits in anderen Lebens- und Arbeitsbereichen umgesetzt und eingebracht werden können.

Gamepaddle verlief in vier Phasen

Die erste Phase bereits im Frühjahr 2011, in der die teilnehmenden Länder, Forschungsergebnisse zu den Themen Computerspiel, exzessives Computerspiel, Bildungsbenachteiligung und Bildungspotentiale von Computerspielen zusammengetragen und bei einem ersten Treffen diskutiert haben.
Die zweite Phase war markiert vom Treffen im September 2011 in München. Dieses Treffen war für alle Beteiligten eine multidimensionale Fortbildung, bei der es darum geht, Erfahrungen aus unterschiedlichen pädagogischen Feldern zu nützen, um Methoden für ein möglichst breit einsetzbares Feld zu entwickeln, sodass mit den Themen Computerspiele und (exzessivem) Spielen medienpädagogisch in unterschiedlichen Settings gearbeitet werden kann.
In der dritten Phase waren die teilnehmenden Länder aufgefordert, die entwickelten Methoden im jeweiligen Land in der Praxis umzusetzen und zu erproben.
Das österreichische Projekt "EMPOWER*play" wurde mit Jugendlichen von WUK m.power und spacelab dreifach erprobt und durchgeführt.
Die vierte und letzte Phase diente der Evaluierung des Projektes, dem Austausch von Erfahrungen mit dem Toolkit (dieses Treffen wurde vom wienXtra-medienzentrum organisiert und fand im Oktober 2012 rund um die Game City und die Fachtagung F.R.O.G. - Future and Reality in Gaming - in Wien statt).

Das Projektteam erarbeitete eine Publikation, um alle interessierte PädagogInnen an den erarbeiteten Methoden und den Erfahrungen aus den Projekten teilhaben zu lassen und so auch weitere medienpädagogische Arbeit mit Computerspielen anzuregen und zu stärken.

Das kostenlose ebook "Gamepaddle. Video games. Education. Empowerment" gibt es auf www.gamepaddle.eu zum Download.

Projektpartner

JFF-Institut für Medienpädagogik (D) (PROJEKTTRÄGER)
Karlstads internationella TIME-utbildning (S)
MED Media Education, Associazione italiana per l'educazione ai media e alla comunicazione Palermo (I)
Università Cattolica del Sacro Cuore Milano (I)
wienXtra-medienzentrum (A)


wienXtra-Jahresschwerpunkte

Projekt zum Jahresschwerpunkt: Bildung - Beschäftigung - Inklusion des wienxtra-medienzentrums

Medienprojekte für und mit Jugendlichen aus bildungsferneren Schichten sind ein wichtiger Teil des Angebots des wienxtra-medienztrums. Mit unterschiedlichen Kooperationspartnern (Biku-Treff, Wienwork, Jugend am Werk, etc.) finden regelmäßig Projekte statt. Aufgrund der teilweise prekären Förderungssituation ist die Finanzierung dieser Projekte immer wieder ein Problem. Das wienxtra-medienzenturm reagiert darauf und hat in einigen Fällen die Projektkosten zumindest teilweise übernommen. Durch dieses Entgegenkommen kann das einzelne Projekt stattfinden, nachhaltige Strukturen werden dadurch aber nicht unbedingt gefördert.  Schon länger gab es die Idee ein Konzept für die Projektdurchführung zu entwickeln, das die  MitarbeiterInnen der Partnerorganisation darin befähigt ein Projekt in der Folge selbst durchzuführen zu können.  Grundidee des Konzepts  war es die Qualifizierung durch eine  intensive  gemeinsame Vorbereitung und Projektdurchführung in einem Tandem-Team (Freie  MitarbeiterIn des Medienzentrum/ Mitarbeiter der Partnerorganisation) zu erzielen.

Im Rahmen des Jahresschwerpunkts 2014 konnte ein erstes Pilotprojekt mit dem Team von Wuk m.power  durchgeführt werden. Wuk m.power biete Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit im Rahmen eines 10 monatigen Kurses den Hauptschulabschluss abzuschließen. Die Jugendlichen werden in drei Gruppen (insgesamt ca. 45 Jugendliche) in sieben Fächern auf den Abschluss vorbereitet. Neben dem Unterricht können Jugendliche auch sozialarbeiterische / sozialpädagogische Beratung und Begleitung in Anspruch nehmen.

Die MitarbeiterInnen von Wuk m.power  kannten das medienzentrum bereits durch die Teilnahme an dem  EU-Projekt „gamepaddle“ bei dem sich  Jugendliche mit Computerspielen beschäftigten. Für das Team war das Medienprojekt eine große Bereicherung und es bestand großes Interesse für ein weiteres Projekt mit dem Medium Video. Bei einer Vorbesprechung kam heraus, dass das Team  über relativ wenig Know-How verfügte, medienpädagogische Methoden in der eigenen Arbeit mit den Jugendlichen einzusetzen. Da aber gleichzeitig eine große Offenheit dafür bestand sich auf die  Zusammenarbeit beim  Pilotversuch einzulassen, war ein idealer Partner für das Projekt gefunden. Die Projekt Koordination übernahm Hannes Heller, für die Projekt Umsetzung konnte Adnan Popovic, freier Mitarbeiter des Medienzentrums, und Nina Eckstein von Wuk m.power gewonnen werden. Adnan Popovic war lange in der Jugendarbeit tätig und brachte somit viel Erfahrung in der Arbeit mit der Zielgruppe mit zusätzlich verbindet er medienpädagogisches Wissen (Lehrgang Medienbildung, Zahlreiche Projekte im Rahmen des Medienzentrums) mit seinem künstlerischen Wissen (Studium Akademie der Bildenden Künste). Nina Eckstein ist bei Wuk m.power für die sozialpädagogische Begleitung und Betreuung der KursteilnehmerInnen zuständig.

Im März 2014 startete das Projekt mit der gemeinsamen Vorbereitung. Ein Grobkonzept wurde entwickelt und durch den intensiven Austausch von Adnan Popovic und Nina Eckstein wurde ein gemeinsames Konzept für 3 Projektdurchgänge, jeweils für eine Gruppe, entwickelt. Auch die Jugendlichen wurden einbezogen. Ausgehend vom Kurstalltag sollten die Jugendlichen ihre Erfahrungen und Eindrücke filmisch im Stil eines Musikvideoclips festhalten können. Ursprünglich war geplant, dass auch das Team von wuk m.power, eine Gruppe beim Filmen anleitet, da aber  die Berührungsängste  zur Technik etwas zu groß waren, übernahm Adnan Popovic mehr die medienpädagogisch/technische Seite und Nina Eckstein, die gruppendynamische/inhaltliche Seite des Projektablaufs. Die Projekte dauerten drei Tage, wobei vor jedem Projekt ein eigner Vorbereitungstermin mit der jeweiligen Gruppe eingeplant wurde. Dies erwies sich  als sehr wichtig, da die Jugendlichen schon vor dem eigentlichen Projektstart ein gutes Bild davon bekamen, was sie in den Projekttagen erwartet. Die einzelnen Projekte fanden dann im Zeitraum April bis Mai statt. Da die sich die Gruppen sehr voneinander unterschieden waren auch die einzelnen Projekte sehr unterschiedlich. In der ersten Projektgruppe war der Umgang mit dem eignen Bild ein großes Thema, besonders bei den Mädchen mit Migrationshintergrund. Es zeigte sich wie wichtig Medienprojekte mit dieser Zielgruppe sind, um kreative Freiräume erst ins Bewusstsein zu bringen und einen selbstbestimmten und sicheren Umgang mit dem eigenen Bild zu fördern. Die zweite Gruppe tat sich in diesem Kontext um einiges leichter. Sie gestalten einen Musik Clip der aus der Perspektive eines Papierfliegers gefilmt wurde. Die letzte Gruppe wiederum wählte das Format eines Dokumentarfilms in dem sie sich gegenseitig zu ihren Erfahrungen beim Hauptschulabschlusskurs interviewten. Die Jugendlichen fanden die Arbeit mit Video durchwegs als sehr bereichernd und positiv, was bei der gemeinsamen Präsentation der Filme sehr klar herauskam.

Am Ende des Projekts gab es eine intensive Reflexion, besonders im Hinblick auf die Intention des Projekts, das Team von Wuk m.power nachhaltig dazu zu befähigen selbst Medienprojekte um zusetzten.
Im Hinblick auf filmische Gestaltungsmöglichkeiten und das Wissen wie Filmschnitt prinzipiell funktioniert wurde vieles klarer. Noch nicht ganz vorstellbar für das wuk Team war es  die gesamte technische Seite, Kamera und Schnitt, total selbständig zu machen.   Besonders viel mitnehmen konnte sich das Team von Wuk m.power von den medienpädagogischen Methoden der Gruppenarbeit. Hier entstand viel Klarheit, wie man ein Medienprojekt planen und umsetzen kann. Erste Versuche werden aber eher nicht mit Video sondern mit einem einfacheren Medium wie Fotografie vom Wuk Team in Angriff genommen werden.

Insgesamt fällt das Resümee des Pilotprojekts sehr positiv aus.  Tandem-Projekte mit einer intensiven gemeinsamen Vorbereitung und Durchführung wurden von allen Seiten als eine sehr positive Lernerfahrung gesehen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Nachhaltigkeit nicht unbedingt heißen muss, dass das Projekt eins zu eins wiederholt werden.

 


Publikationen von mz-MitarbeiterInnen

In: Anja Hartung, Thomas Ballhausen, Christine Trültzsch-Wijnen, Alessandro Barberi, Katharina Kaiser-Müller (Hg.) Filmbildung im Wandel. Wien: new academic press, 2015. (Reihe: Mediale Impulse, Band 2).
http://www.newacademicpress.at/gesamtverzeichnis/bildung/filmbildung-im-wandel/

Ein Artikel zum Mashup-Videoprojekt ist auch auf medienimpulse.at online: http://www.medienimpulse.at/articles/view/612

In: Demmler, Kathrin, Lutz, Klaus und Sebastian Ring (Hg.): Computerspiele und Medienpädagogik. Konzepte und Perspektiven. München: kopaed, 2014. http://www.kopaed.de/kopaedshop/?pid=908

Heller, Hannes: Medienbildung am Rande der Legalität! Die Auswirkungen des Urheberrechts und dessen Verwertung auf medienpädagogische Projekte in Bildungseinrichtungen.
online: medienimpulse.at, Ausgabe 3/2014: http://www.medienimpulse.at/articles/view/681

In: Future and Reality of Gaming. Vienna Games Conference FROG 2012. Game Over. Was nun? Von Nutzen und Nachteil des digitalen Spiels für das Leben. Dokumentation der Tagung. BMWFJ, Wien 2013. auch online.

In: Eike Rösch / Kathrin Demmler / Elisabeth Jäcklein-Kreis / Tobias Albers-Heinemann (Hrsg.): Medienpädagogik Praxis Handbuch. Grundlagen, Anregungen und Konzepte für aktive Medienarbeit. Schriftenreihe Materialien zur Medienpädagogik. Band 10, München: kopaed, 2012. http://www.kopaed.de/kopaedshop/?pid=801
Artikel auch online.

In: Eike Rösch / Kathrin Demmler / Elisabeth Jäcklein-Kreis / Tobias Albers-Heinemann (Hrsg.): Medienpädagogik Praxis Handbuch. Grundlagen, Anregungen und Konzepte für aktive Medienarbeit. Schriftenreihe Materialien zur Medienpädagogik. Band 10, München: kopaed, 2012. http://www.kopaed.de/kopaedshop/?pid=801

In: zB - Beiträge zur Jugendarbeit in Tirol und Südtirol; Nr. 2/2012, auch online.

In: Erziehung und Unterricht, Österreichische Pädagogische Zeitschrift, 9-10/2011.

Anu Pöyskö: "Medienbiographie - ein Leben voller Medien. Methodik medienbiographischer Übungen in der Fortbildungspraxis des medienzentrums" In: erwachsenenbildung.at. Das Fachmagazin für Forschung, Praxis und Diskurs, Ausgabe 6/2009. (Artikel online)


Fachgespräch Medienbildung zum Nachhören

Computerspielen jenseits von gut und böse... Computerspiele und ihre möglichen Auswirkungen auf die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen erregen die Gemüter: Die einen üben sich in vorsichtiger Zurückhaltung oder strikter Ablehnung, andere sind schlichtweg begeistert. Während sich Spieler und Spielerinnen in scheinbar unkontrollierbar bunten virtuellen Welten tummeln, fehlt vielen Nicht-Spielenden, die ihnen über die Schulter schauen, jeglicher Zugang zu dieser Welt. Die Begeisterung für Computer- und Konsolenspiele erscheint ihnen fragwürdig, das Spielen selbst als reinste Zeitvergeudung. Konstantin Mitgutsch thematisiert diese polarisierende Kluft und zeigt worin die große Faszination, eventuelle Gefahren oder sogar förderliche Aspekte des digitalen Spielens liegen und wie man diesen am besten begegnet.

Konstantin Mitgutsch studierte Bildungswissenschaft, Soziologie und Publizistik. Er arbeitet u.a. als Research Affiliate am MIT Game Lab in Boston und als Lektor an der Akademie der bildenden Künste Wien, veranstaltet die jährliche Vienna Games Conference (FROG) und gründete das Beratungsunternehmen "Playful Solutions".

Das Fachgespräch vom 4.3.2015 gibt's am Podcampus der PH-Wien zum Nachhören.

Das Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen gestaltet sich in einer vielschichtig aufeinander bezogenen Medienwelt. Heranwachsende nutzten Medien und mediale Inhalte um sich zu informieren, um zu kommunizieren und um sich zu präsentieren. Dabei sind vor allem die elektronischen Medien ein zentraler Bestandteil ihrer Lebenswelt und eröffnen neue Lern- und Erfahrungsbereiche. Im Gegensatz zu vielen Erwachsenen, gehen Heranwachsende viel selbstständiger und unvoreingenommener mit den sich schnell verändernden Medien und Kommunikationsformen um, sind sich aber häufig der negativen Folgen nicht bewusst. Die Förderung von Medienkompetenz muss also ein zentrales Element zeitgemäßer Bildungsangebote sein. Sie ist dann erfolgreich, wenn Wissen und Reflexion über die Mediensysteme, eine kritische Positionierung gegenüber medialen Angeboten und der eigentätige und selbstbestimmte Gebrauch von Medien als Mittel der Artikulation und Partizipation vermittelt werden. Medienkompetenzförderung muss langfristig angelegt und strukturell verankert sein. Um auf neue Medienentwicklungen adäquat zu reagieren, sind Konzepte dabei kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu evaluieren. Medienkompetenz ist mehr als nur ein Schlagwort. Für eine erfolgreiche nachhaltige Verankerung ist es notwendig, formelle und informelle Lernformen zu verbinden und die Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen in ihren Szenen und gleichaltrigen Gruppen einzubeziehen.

Kathrin Demmler hat Lehramt an Grundschulen an der Universität Augsburg studiert, seit 1999 medienpädagogische Referentin mit dem Schwerpunkt Multimedia am JFF, seit 2009 hat sie gemeinsam mit Günther Anfang die Leitung des Arbeitsbereichs Praxis, seit November 2010 ist sie gemeinsam mit Dr. Ulrike Wagner Direktorin des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Sie ist in diversen regionalen, bundesweiten und europäischen Gremien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Medienarbeit mit Kindern, Neue Medien, Internet und Vernetzung.

Das Fachgespräch vom 9.4.2014 gibt's am Podcampus der PH-Wien zum Nachhören.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Medienpädagogik – und nirgends macht sich das so sehr bemerkbar wie in der aktiven Medienarbeit, ihrer zentralen Methode. Noch nie war Medienproduktion so einfach, noch nie hatte Medienpädagogik eine potenziell so große Reichweite wie heute: Oft reicht schon ein einfacher Computer mit Browser und Internetanschluss, um Videos, Hörspiele, Websites und andere Medienprodukte zu erstellen und zu verbreiten – und das Social Web sorgt für ihre Verbreitung. Dennoch sind die Grundkonstanten aktiver Medienarbeit weitgehend gleich geblieben: Kinder und Jugendliche sollen selbstbewusste und mündige BürgerInnen werden, die ihre Meinung in der Gesellschaft artikulieren können. Medienkunde und Medienkritik sind dabei zeitlos wichtig und Bildungsprozesse profitieren von einer wertschätzenden und kritischen Begleitung. MedienpädagogInnen sind daher einmal mehr in ihrer Grundkompetenz gefragt: Sie müssen sich auf eine dynamische Veränderung einlassen und ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrung auf ein neues Level bringen. Während der Veranstaltung wird diskutiert, wie sich medienpädagogische Arbeit, ihre Konzepte und die Anforderungen an MedienpädagogInnen in Zeiten der Digitalisierung verändern.

Eike Rösch ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu social media in der Jugendarbeit und hat einen Lehrauftrag der HAWK Hildesheim-Holzminden-Göttingen. Er engagiert sich unter anderem im Vorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und ist Mitherausgeber vom Medienpädagogik-Praxisblog.

Das Fachgespräch vom 14.5.2013 gibt's am Podcampus der PH Wien zum Nachhören: Teil 1, Teil 2.

Digitalisierung und Vernetzung haben unsere Medienwelt verändert und die Möglichkeiten, sich mit Medien zu amüsieren und informieren, über sie zu kommunizieren und sich mit ihnen zu artikulieren, nicht nur erweitert sondern auch qualitativ verändert. Wir können uns selbst, unser Denken und Handeln öffentlich machen, wir können Informationen, Meinungen und Geschmack verbreiten, uns darüber austauschen. Mit unseren medienbasierten Aktivitäten sorgen wir selbst noch mal, quasi "von unten", für die zunehmende Mediatisierung unseres Lebens. So wird für eine souveräne Lebensführung Medienkompetenz zum notwendigen Fundament des Handelns von Menschen, die ihre Medienwelt selbst- und nicht fremdbestimmt gestalten.

Helga Theunert, Honorarprofessorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft / Medienpädagogik an der Universität Leipzig, ehemalige Direktorin des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, München

Bernd Schorb, Professor für Medienpädagogik und Weiterbildung am Institut für Kommunikations - und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig, Vorsitzender des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, München

Beide sind HerausgeberInnen der Zeitschrift merz (medien + erziehung)

Das Fachgespräch vom 30.5.2012 gibt's am Podcampus der PH-Wien zum Nachhören.

Soziale und pädagogische Arbeit mit Jugendlichen bedeutet auch, sich alltäglich mit Fragen zu Privatsphäre, Grundrechten und freier Meinungsäußerung auseinanderzusetzen. Internet, Web2.0, iPhone, generell die digitale Technik nimmt einen großen Platz in der Lebenswelt junger Menschen ein. Was bedeutet die Preisgabe eigener persönlicher Daten? Was die Preisgabe fremder Informationen? Gibt es soziale Kontrolle, die von der Technik ausgeht und wer lenkt und kontrolliert unsere Aktivitäten im Netz?
Warum ist Überwachung so populär, bietet sie die versprochene Sicherheit oder bedient sie bloß ein Sicherheitsgefühl? Was kommt nach dem Überwachungsstaat? Hans Zeger berichtete über seine Erfahrungen im Umgang mit Informationstechniken und über die Perspektiven der Informationsgesellschaft. Sein Plädoyer: Wir sollten nicht Daten schützen, sondern uns Menschen, unsere Grundrechte und unsere Individualität.

Hans G. Zeger, Autor zahlreicher Fachpublikationen, Lektor am Juridicum Wien, Mitglied des Datenschutzrates im Bundeskanzleramt und Geschäftsführer der "e-commerce monitoring GmbH". In Österreich als "Mr. Datenschutz" bekannt und Obmann von ARGE DATEN.

Das Fachgespräch vom 10. Mai 2010 gibt es hier zum Nachhören (MP3, ca. 70 MB).

Bildung und Sozialisation in der modernen Gesellschaft zunehmend - und unvermeidlich - medial. Wie orientieren sich Menschen/Jugendliche in der komplexen, globalisierten und mediatisierten Gesellschaft? Wie relevant ist also Medienbildung? Welche Zugänge gibt es, die stattfindenden medienkulturellen Umbrüche zu verstehen?

Das Fachgespräch mit Benjamin Jörissen vom 29.4.2010 gibt's am Podcampus der PH-Wien zum Nachhören, die Präsentation findest du auf slideshare.


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