Spannende Städte mit interessanten und innovativen Projekten, mit neuen Denkansätzen oder mit Schwerpunkten, die auch für Wien relevant sein können, sind Ziel unserer Studienreisen. Jugenarbeiter_innen, Expert_innen und Entscheidungträger_innen der Stadtverwaltung reisen als Teil der Delegation mit. Diese Art des Austauschs ist ein wichtiges und effektives Instrument, um auch unseren Horizont zu erweitern und neue Impulse für das eigene Arbeitsumfeld zu gewinnen.

 


Rückblick

Studienreise Brüssel „EU mittendrin“ 19.-22.3.2019

Studienreise Jugend- und Gemeinwesenarbeit in Jerusalem 1.-8.4.2019


Studienreise Brüssel „EU mittendrin“ 19.-22.3.2019

Hintergrund

„Die in Brüssel…“ wird oft als Synonym für die EU und ihre Institutionen verwendet – aber welche davon haben dort eigentlich ihren Sitz und was sind ihre Aufgaben? Und was macht die Stadt Brüssel auch aus Sicht der Jugendarbeit besonders interessant?

Mit Blick auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 wurden bei der Studienreise im März 2019 die belgische Hauptstadt mit den dort angesiedelten EU-Institutionen und Dachorganisationen zur Koordinierung von europäischer und internationaler Jugendarbeit erkundet.

 

Programmpunkte

Durch Besuche bei der Ständigen Vertretung Österreichs, des Ratsgebäudes (Sitz des Rats der Europäischen Union und des Europäischen Rats) und des Europäischen Parlaments (Plenarsaal und Besucher_innenzentrum Parlamentarium) konnten die 6 Teilnehmerinnen aus verschiedenen Einrichtungen der Wiener Jugendarbeit Einblicke in die Arbeit dieser europäischen Institutionen erhalten.

Auch viele europäische Dachverbände im Jugendbereich haben ihren Sitz in Brüssel. Sehr aufschlussreich war ein Treffen bei der europäischen Interessenvertretung für junge Menschen, dem Europäischen Jugendforum (European Youth Forum - YFJ). Die Mitarbeiter_innen stellten die allgemeine Tätigkeiten des YFJ vor, sowie spezielle Arbeitsbereiche wie den EU-Jugenddialog und die aktuelle YFJ-Kampagne zur Europawahl.
Bei einem Treffen mit einem Vorstandsmitglied des Europäischen Dachverbands für Jugendzentren, der European Confederation of Youth Clubs erhielt die Gruppe Einblick in Vernetzungsmöglichkeiten und europäische Fortbildungsangebote.

Ebenso auf dem Programm stand ein Besuch beim Communityprojekt Cultureghem im Stadtteil Kuregem auf dem Gelände des Schlachthofes von Anderlecht, um Austausch zu den Herausforderungen von Jugendarbeit in Brüssel zu ermöglichen.

Den Abschluss der Studienreise bildete ein Besuch im Museum Haus der Europäischen Geschichte, wo gerade die thematisch sehr passende Ausstellung „Jugend im Aufbruch“ zum Thema „Erwachsen werden in Europa (1945–heute)“ zu sehen war.

Follow-up

Um die Studienreise ausführlich zu evaluieren und das Erlebte zu besprechen gab es nach der Studienreise eine gemeinsame Nachbesprechung der Studienreisegruppe.

Eine weitere Möglichkeit zur näheren Beschäftigung mit der EU bot kurz nach der Studienreise am 28.3.2019 auch die ifp-Bildungsveranstaltung „EU for YOUth – Meine - deine - unsere EU“ in Kooperation mit der Bundesjugendvertretung und Panthersie für Europa. Hier konnten die Teilnehmenden auch anhand von konkreten Methoden ausprobieren, wie man die EU und Europa für junge Menschen greifbar machen kann und sie dazu motivieren könnte, ihr Wahlrecht wahrzunehmen.


Studienreise Jugend- und Gemeinwesenarbeit in Jerusalem 1.-8.4.2019

Hintergrund

Auch dieses Jahr ermöglichte die jahrelange Partnerschaft der Städte Wien und Jerusalem einen Besuch von Wiener Jugendarbeiter_innen in Jerusalem. Ziel war, die israelische Gesellschaft und die Stadt Jerusalem kennenzulernen.

 

Programmpunkte

Beginnend mit Treffen mit Verantwortlichen der Stadtgemeinde Jerusalem lernten wir in dieser Woche  diese besondere Stadt mit ihren Herausforderungen kennen und kehrten doch mit vielen Fragen zurück. So war z.B. während der gesamten Reise auffallend, dass die Bevölkerung der Stadt fast immer als in Gruppen aufgeteilt dargestellt wird und dementsprechend auch die Maßnahmen der Stadt oder einzelner Organisationen sich oft an die einzelnen Gemeinschaften richten.

Dies zeigte sich beispielsweise bei den Besuchen in mehreren „Community Centers“ in den verschiedenen Teilen Jerusalems. Diese Gemeinschaftszentren werden von „Community Boards“ verwaltet und haben zum Ziel, sowohl Infrastruktur und Vernetzungsmöglichkeiten in der jeweiligen Nachbarschaft bereitzustellen, als auch die Anliegen der Bewohner_innen an die Stadt zu erfassen und an die Ebene der Stadtverwaltung weiterzugeben. Dabei sollen möglichst alle Bewohner_innen in der Umgebung erreicht werden und es gibt Angebote für alle Altersgruppen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise waren Besuche in Museen mit besonders inklusiven und innovativen Angeboten (Tower of David Museum, Bloomfield Science Museum), auch ein Besuch in einem Zentrum für Frauenempowermentprojekte und ein Treffen mit sozial engagierten Jugendlichen standen auf dem Programm.

Besonders nahe an der Arbeit der Studienreisenteilnehmer_innen war ein „Night Stroll“ am Wochenende, bei dem wir Jugendzentren besuchten, das Jerusalem Open House for Pride and Tolerance kennen lernten und die Möglichkeit hatten, mit Streetworker_innen zu sprechen. Ein absolutes Highlight war auch das Shabbat-Abendessen bei Gastfamilien, bei dem wir sehr herzlich aufgenommen wurden und durch persönliche Gespräche noch differenziertere Einblicke in die israelische Gesellschaft erhielten.

Einer der letzten Programmpunkte schließlich war der sehr berührende Besuch in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, bei dem wir von einer Museumsführerin mit Wiener Wurzeln begleitet wurden.

Follow-up

Nach der Studienreise gab es ein gemeinsames Treffen der Studienreisegruppe um die Studienreise ausführlich zu evaluieren und das Erlebte zu besprechen.

Um die Erlebnisse und Erkenntnisse mit einem breiteren Kreis der Wiener Kinder- und Jugendarbeit zu teilen wurde von den Teilnehmer_innen der Studienreise am 13.5.2019 am ifp ein Infoabend mit dem Titel „Reiseberichte aus Jerusalem“ veranstaltet, israelische Schmankerl inklusive.

In Kooperation mit
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