Unglücklich verliebt? Verlassen worden? Schlimme Trennung? Herzschmerz ohne Ende?

Was hilft? Wann wird es besser? Und wie bewältigt man endgültig das Ende einer Beziehung?



Warum hat man Liebeskummer?

Liebeskummer ist eine Form von emotionalem Leid. Meist ist es eine Reaktion auf das Ende einer Beziehung, wenn man verlassen wird oder wenn die Liebe nicht erwidert wird. Oder weil man sich näher gekommen ist und plötzlich hat das Gegenüber dann doch kein Interesse. Du wirst geghostet (= ignoriert), bekommst keine Antwort auf deine Fragen, hast keinen Kontakt mehr.

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir gehen mit anderen Bindungen ein, führen Freund_innenschaften, verlieben uns. Doch jede Beziehung zu einer anderen Person kann in die Brüche gehen. Egal, ob beste Freund*in, erste Beziehung oder nach langen Jahren gemeinsamer Liebe.

Liebeskummer fühlt sich scheiße an, das wissen die meisten von uns. Du fühlst dich:

  • traurig
  • verlassen und allein
  • hast keine Lust auf Nix
  • kannst dich nicht zum Lernen oder Arbeiten motivieren
  • appetitlos oder im Gegenteil: suchst Trost in Schoko und Co 
  • alles fühlt sich sinnlos an

Es ist ok, so wie du bist und fühlst. Lass dir Zeit. Es dauert, bis der Liebeskummer vergeht.


Was hilft?

Es gibt keine Tipps gegen Liebeskummer, die allen gleich gut helfen. Probiere also aus, was dir hilft. Nimm dir Zeit und stress dich nicht.

Das Schwierige am Liebeskummer ist es diesen Zustand zu ertragen bis es besser wird. Das kann ein paar Tage dauern, Wochen oder auch Monate. Wenn es dir über länger als zwei Monaten so richtig schlecht geht, hol dir professionelle Unterstützung durch eine Beratungsstelle.

Helfen kann z.B.:

  • Weine dir die Augen aus dem Kopf. 
  • Lass alle Gefühle zu: Wut, Trauer, Panik, Angst. 
  • Trauere um deine Liebe. Denk an die schöne Zeit und dass sie nie mehr zurückkommt.
  • Triff dich mit deinen Freund*innen.
  • Lass dich von deiner Familie verwöhnen.
  • Du musst nicht stark sein. 
  • Lass dich von anderen ablenken.
  • Lenk dich selber ab - manche lernen oder arbeiten sehr intensiv, andere suchen sich ein neues Hobby.
  • Entfolge den Social Media-Accounts deiner_deines Ex* - es ist nicht hilfreich, wenn du ständig im Kopf hast, was er__sie aktuell so macht.
  • Schreib für dich auf, was dich verletzt hat.
  • Such Antworten in Büchern, Liedern oder Fotos.
  • Tanzen, Laufen, Boxen oder andere Bewegungsformen können Wunder wirken.
  • Tu dir Gutes. Nimm ein Bad, koch was Schönes, nimm dir Zeit für deine Bedürfnisse.
  • Akzeptiere die Trennung. Lass es geschehen. 

Im Liebeskummer gibt es keine Regeln – der Schmerz ist hart und unfair. Vielleicht helfen dir diese Tipps, vielleicht nicht. Es ist ok, so wie du bist und fühlst. Gib dir und deinen Gefühlen Zeit. Es dauert, bis der Liebeskummer vergeht.


Was noch wichtig ist...

  • Vergleich dich nicht mit anderen.
  • Verzeih dir selber. Lerne aus deinen Fehlern.
  • Keine Gewalt gegenüber der Person, die dich verlassen hat. Das bedeutet: Keine Drohungen, keine Beleidigungen, keine Schläge, Tritte usw.
  • Lass die Person in Ruhe. Sie möchte nicht mehr mit dir zusammen sein. Stalke sie nicht, versuche nicht herauszufinden, wo sie gerade ist und was sie tut.
  • Wenn du der Meinung bist, dass viele Fragen für dich offen sind: Bitte schriftlich um ein letztes klärendes Gespräch. Akzeptiere ein Nein.

Wenn gar nix mehr geht

Bei jedem Liebeskummer kommt immer irgendwann der Moment des Entliebens.

Du merkst:
Es wird leichter. Du vermisst die geliebte Person nicht mehr so stark. Du erinnerst dich an nervigen Eigenschaften und was dir in der Beziehung nicht gut getan oder gefallen hat. 

Es kann länger dauern, bis diese Veränderung eintritt. Auch Monate der Traurigkeit sind ok oder dass die Trauer gelegentlich wiederkommt. Irgendwann sollte sich was merklich für dich verändern.

Kommst du allerdings nach einiger Zeit an den Punkt, wo du den Eindruck hast, dass es dir anhaltend schlecht geht, wie z.B.: 

  • Du fühlst dich über mehrere Monate hinweg traurig, einsam, depressiv und verlassen.
  • Du hast keinen oder nur sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen.
  • Du gehst selten bis nie hinaus.
  • Deine Gedanken kreisen nach wie vor um die eine Person, die du verloren hast.
  • Du hast ab und zu Suizid-Gedanken.
  • Du hast deine Hobbies aufgegeben.

Wenn du dich so oder ähnlich fühlst oder eine Person in deinem Umfeld hast, der es so geht, dann hol dir Unterstützung. Gern kannst du uns kontaktieren, wir beraten dich, welche Beratungsstelle ideal für dich wäre. Manchmal hilft auch eine Psychotherapie.


Letzte Aktualisierung: April 2022

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