Feriencamp - Tipps zur Auswahl

Kinder machen Ausflug ins Grüne
(c) Barbara Mair

*** Da es derzeit zu Änderungen kommen kann, informiert euch bitte bei den Anbieter_innen eurer Wahl, ob und zu welchen Bedingungen sie ihr Programm durchführen. Infos zu den aktuellen Corona Rechtsvorschriften findet ihr unter sozialministerium.at und wien.gv.at. ***

Diese Checkliste richtet sich an Eltern, die ihren Kindern erlebnisreiche und gut betreute Ferienaktivitäten ermöglichen wollen. Bei der großen Auswahl an Feriencamps ist es wichtig, sorgfältig auszuwählen. Ein Ferienaufenthalt kann eine wunderbare und sehr bereichernde Erfahrung sein. Die österreichischen Camp-Veranstalter_innen bieten jedes Jahr vielen tausenden Kindern schöne Erlebnisse und viele hundert Betreuer_innen sind mit Engagement und Freude bei der Sache!

Die nachfolgende Checkliste kann bei der Auswahl helfen:

Allgemeines zur Feriencamp-Auswahl

  • Wer ist der/die Veranstalter_in des Feriencamps?
  • Welche Organisation/welcher Verein steht dahinter?
  • Gibt es Informationsabende vor der Reise?
  • Wie ist die Alters- und Geschlechtsverteilung der Teilnehmer_innen?

Tipp: Manche Anbieter_innen sind als Vereine organisiert und/oder stehen religiösen Organisationen oder politischen Gruppierungen nahe. Ihre Programme richten sich in erster Linie an ihre Mitglieder, sie nehmen aber auch „Gäste“ (zumeist gegen einen Aufpreis) mit.

Kosten

  • Was kostet das Camp?
  • Welche Leistungen sind im Preis eingeschlossen bzw. extra zu bezahlen? (An-/Rückreise, Getränke zum Essen und während des Tages, Transferbusse, Eintritte, Ausflüge, Ausleihen von Sportgeräten, …)
  • Ist die Mitnahme von Taschengeld erforderlich bzw. erlaubt? Wer verwaltet dieses Geld?

Versicherungen

  • Welche Versicherungen hat der/die Veranstalter_in abgeschlossen? (Haftpflichtversicherung des Unternehmens, der Betreuer_innen, für die Kinder, Reiserücktrittsversicherung im Krankheitsfall, ...)
  • Welche unserer privaten Versicherungen decken was ab?


Infrastruktur

  • Wie erfolgen An- und Rückreise?
  • Wie und wo erfolgt die Unterbringung?
  • Wie erfolgt die Zimmer- oder Zelteinteilung bzw. die Zuteilung zu einer Gastfamilie?
  • Wie sieht es mit der Verpflegung aus?
    Wie wird auf die besonderen Bedürfnisse von Vegetarier_innen, Allergiker_innen, … eingegangen?
  • Ist am Veranstaltungsort ein Transportmittel vorhanden?
  • Ist am Veranstaltungsort ein Telefon/Handy vorhanden bzw. besteht für die Teilnehmer_innen die Möglichkeit zu telefonieren? Dürfen die Teilnehmer_innen ihr eigenes Handy mitnehmen und zu welchen Zeiten dürfen sie es benützen?
  • In welcher Entfernung gibt es Ärzte, Krankenhäuser, …?
    Werden die Kinder im Anlassfall von einer Betreuungsperson begleitet?


Programm

  • Welches Programm ist vorgesehen?
  • Wieviel Zeit pro Tag nehmen die Hauptprogrammpunkte z. B. bei Lern- oder Sportcamps ein? Wieviel unverplante Zeit gibt es?
  • Gibt es ein durchgehendes Programm für alle oder werden Schwerpunkte, Projekttage usw. angeboten, an denen man nach Interesse teilnehmen kann?
  • Was passiert im Falle eines andauernden Schlechtwetters?
  • Gibt es bei Campangeboten mit großen Altersunterschieden altersspezifische Programme?
  • Was bedeutet die Beschreibung „Nachmittag zur freien Verfügung" – viel Freiraum, flexible Programmgestaltung, Nachmittag ohne Betreuung, …?


Betreuung

  • Wer sind die Betreuer_innen?
  • Für wieviele Kinder ist eine/ein Betreuer_in zuständig (Betreuungverhältnis)?
  • Wie sieht die „Geschlechteraufteilung“ von Betreuer_innen aus?
  • Sind die Betreuer_innen volljährig?
  • Wie erfolgt die Auswahl der Betreuer_innen?
  • Welche Qualifikationen/Ausbildungen haben die Betreuer_innen?
  • Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Betreuer_innen bei „Spezialprogrammen“?
  • Sind die Betreuer_innen auch nachts für die Kinder verfügbar?
  • Welche Team-Strukturen gibt es? Leitung, Teambesprechungen, Reflexion, Evaluation,...


Vernachlässigung oder Missbrauch

  • Was wird von den Veranstalter_innen getan, um physische und psychische Schäden (körperliche Gewalt, Vernachlässigung, Missbrauch) zu vermeiden?
  • Wie wird der_die Veranstalter_in im Falle eines Verdachtsmomentes reagieren? Welche Konzepte liegen dazu vor?


Das könnt ihr zum Gelingen eines Ferienaufenthaltes beitragen:

  • Bezieht euer Kind in die Entscheidung, woran es teilnimmt, mit ein.
  • Bereitet das Kind auf den Aufenthalt vor:
    Aufregende Erlebnisse warten, Heimweh könnte auftreten, neue Kinder und neue Gruppen kennenlernen, ...
  • Stellt sicher, dass eine Vertrauensperson während des Aufenthaltes erreichbar ist. Sagt eurem Kind und dem_der Veranstalter_in, wer wann unter welcher Telefonnummer erreichbar ist.
  • Kommt zunächst nur der Verdacht auf, dass im Feriencamp etwas Unrechtes passiert, so sprecht in Ruhe mit eurem Kind darüber. Nehmt Kontakt mit dem_der Verantwortlichen vor Ort auf.
  • Erkundigt euch, ob und wie Änderungen an der Situation im Camp vorgenommen werden, wenn sich euer Kind nicht wohlfühlt oder welche Schritte gesetzt werden, wenn das Verhalten eures Kindes nicht den Camp-Regeln entspricht.
  • Holt euer Kind ab, wenn ihr den Eindruck habt, dass euer Kind zu sehr leidet oder tatsächlich etwas passiert ist.

Hilfestellungen für den Ernstfall:
Kinderschutzzentrum
Tel. 0043 (0)1 526 18 20
kinderschutz-wien.at

Lasst euch von den hier angesprochenen Ernstfällen nicht abschrecken. Es ist einfach immer gut, auch ein Augenmerk auf Qualität und Sicherheit zu legen! Jedes Jahr nehmen viele Kinder an schönen und bereichernden Feriencamps in Österreich teil.

Tipps zur Suche von geeigneten Camps - sei es in Wien oder ganz Österreich - findet ihr hier:

Diese findet ihr auf unserer Website: kinderinfowien.at/infos-a-z.

WIENXTRA arbeitet für Kinder in all ihrer Vielfalt. Menschen mit Behinderung wollen wir bestmöglich unterstützen. Kontaktiert uns, wenn ihr Fragen habt oder erkundigt euch bei den Veranstalter_innen, ob ihre Angebote für euch passend sind.

Stand: 15.01.2021


Zurück zur Übersicht Angebot als PDF Download

Karte

In Kooperation mit
XS SM MD LG