Was ist das?

Promotion bedeutet nichts anderes als Werbung und will vor allem eines: Aufmerksamkeit. Das Themenfeld erstreckt sich von Visitenkarten über Poster, von Bandshirts bis CDs, von eigener Website über Social Media, von Flashmobs und Wohnzimmerkonzerten hin zu allem, was euch sonst noch an Sachen einfällt, um Neugier zu wecken.

Selber machen

Bei großen Acts wird die Promoarbeit meistens von Labels übernommen. Lasst euch davon nicht abschrecken. Man kann vieles selbst in die Hand nehmen und "Do It Yourself" hat außerdem seinen ganz eigenen Charme. Euer Budget für Promotion ist überschaubar? Dann konzentriert euch auf Sachen, die ihr selber umsetzen könnt.

TIPP: Macht euch eine Liste mit Ideen. Ein Zeitplan kann hilfreich sein, wenn ihr für euer nächstes Konzert oder eine Videoveröffentlichung werben wollt.

Im folgenden Text haben wir einige Tipps und Basics der Promoarbeit zusammengestellt.

Wenn ihr ein neues Projekt startet, ist es nur logisch, dass eure Reichweite vorerst auf euren Freundes- und Bekanntenkreis beschränkt ist. Um das zu ändern, hilft am Anfang vor allem Mundpropaganda. Erzählt bei jeder passenden Gelegenheit von eurem Projekt. Werdet euch im Vorfeld über ein paar Fragen klar:

  • Wo könnt ihr euch musikalisch verorten?
    Genres, ähnliche Musiker_innen/Bands, usw.
  • Was ist an eurem Projekt besonders?
    Bsp.: Euer Schlagzeuger spielt bei manchen Songs Geige. Ihr spielt einen ungewöhnlichen Stilmix. Eure Texte sind mehrsprachig usw.
  • Was möchtet ihr über euch mitteilen?
    Bsp.: Ihr kennt euch seit dem Kindergarten und macht bereits seit vielen Jahren gemeinsam Musik. Ihr habt bei einem Wohltätigkeitskonzert gespielt, bei dem auf des Thema Umweltschutz aufmerksam gemacht wurde. Ihr plant für den nächsten Sommer eine Akustik-Tour durch Europa usw.

Es lohnt sich, das Ganze in einen Text zu gießen. Ein Infotext gehört zum Einmaleins der Promoarbeit. Ihr braucht ihn, um euch z.B. bei Veranstalter_innen vorzustellen oder auch einfach als Zusatzinfo auf eurer Facebook-Seite. Wenn ihr nicht genau wisst, wie ihr das angehen sollt, könnt ihr euch als ersten Schritt Texte ähnlicher Acts durchlesen. Macht euch dabei Notizen, was euch gefällt und was nicht. Wenn ihr nicht weiter kommt, holt euch doch Unterstützung von schreibbegeisterten Freund_innen. Eine andere Perspektive kann Wunder wirken.

TIPP: Seid originell und haltet euren Infotext kurz und knackig. Beschränkt euch auf das Wesentliche. Es kann sinnvoll sein, eine etwas längere Bandbiografie (eine A4-Seite) als zweiten Text zu schreiben. Hier könnt ihr ausführlicher über euch und euren bisherigen Werdegang sowie über eure Ziele berichten. Haltet eure Texte aktuell.

Wichtige Tipps zum Thema Präsentation findet ihr auf der Seite vom mica

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und bleibt oft lange in Erinnerung. Für Musik-Acts lohnt es sich, eine Sammlung an Bildern in verschiedenen Settings anzulegen. Stimmt die Auswahl der Fotos auf den Anlass ab: Ein Bild von eurem Auftritt mit Bühnenlicht und Nebelmaschine weckt andere Emotionen als eine Aufnahme bei Sonnenschein in einer idyllischen Landschaft oder ein Bandportrait im Fotostudio.

Wenn ihr euch keine professionellen Aufnahmen leisten könnt, fragt ein bisschen im Freundeskreis herum. Die Chance, dass sich unter ihnen ein_e Hobbyfotograf_in befindet, ist sehr hoch.

Die meisten Handykameras sind schon so gut, dass man mit ihnen tolle Fotos machen kann. Wenn ihr mit professionellem Equipment arbeiten wollt, könnte euch unser nächster Tipp interessieren:

TIPP: Das wienXtra-medienzentrum bietet einen kostenlosen Geräteverleih für alle unter 22 Jahren. Im Sortiment befinden sich unter anderem digitale Spiegelreflexkameras, verschiedene Objektive und Aufsteckblitze. Mehr Infos dazu findet ihr hier

SOCIAL MEDIA

Konzertankündigungen, Eindrücke aus dem Proberaum, Textausschnitte von neuen Songs: In Zeiten von Social Media ist es ein Leichtes, seinen Musiker_innen-Alltag mit seinen Fans zu teilen und man wird fast automatisch zum/r Blogger_in. Überlegt, auf welchen Kanälen ihr euch wohl fühlt: Ist es Facebook? Instagram? Snapchat? Und wo bewegt sich euer Publikum?

Ihr entscheidet, was, wie oft und wo ihr postet. Ein kurzes Konzept für eure Kanäle kann hilfreich sein:

  • Wollt ihr lieber euren Bandalltag dokumentieren oder ladet ihr ausschließlich professionelle Bilder hoch?
  • Folgt ihr einem bestimmten Zeitplan für Social Media oder postet ihr, wenn sich die Gelegenheit bietet?
  • Gibt es einen gestalterischen roten Faden (z.B. ein einheitliches Farbschema), der sich durch euer Profil zieht?
  • Postet ihr auf allen Plattformen die gleichen Inhalte oder macht ihr separate Postings?

Da man in seinem Instagram-Profil immer nur einen Link setzen kann, erstellen viele Musiker_innen eine "Landing Page". Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Links, die man auf einer Seite zusammenfasst. Ideal also, wenn ihr auf mehreren Plattformen aktiv seid. Hierfür gibt es verschiedene Apps wie Linktr.ee oder ContactInBio, die kostenlose Tools anbieten. Wenn ihr eine eigene Website betreibt, könnt ihr diese Übersicht selbstverständlich auch direkt dort anlegen.

TIPP: Es gibt unzählige Tutorials rund ums Thema Social Media. Wenn ihr mehr über bestimmte Plattformen erfahren wollt oder nach Tipps & Tricks der Profis sucht, lohnt es sich, auf Youtube nachzusehen.

WEBSITE

Eine gut gemachte Website vermittelt einen professionellen Eindruck. Mit der Wahl der Inhalte, Farben und Schriftarten bekommen Besucher_innen sofort ein Gefühl für euer Projekt. Im Gegensatz zu Social Media steht nicht das Kommunizieren, sondern das Informieren im Vordergrund. Einige Webhosts bieten die Erstellung kostenloser Websites an. Dafür werden jedoch Werbungen geschaltet und die Designmöglichkeiten sind begrenzt. Tipps zur eigenen Musikwebsite und was es alles zu beachten gibt, findet ihr auf der Seite vom mica

Promoarbeit findet vielfach online statt. Nichtsdestotrotz macht es Sinn, analoge Möglichkeiten mitzudenken. Manche Werbemittel kommen nie aus der Mode:

Visitenkarten
Visitenkarten haben an sich schon eine seriöse Ausstrahlung. Durch ihr Format passen sie in jede Geldbörse. Ideal, um für spontanes Networking gerüstet zu sein.

Flyer
Der gute alte Flyer - der unbesungene Held der Konzertkultur. Flyer eignen sich hervorragend für Terminankündigungen. Macht euch eine Checkliste, damit ihr an alle wichtigen Infos denkt, die auf euren Flyer gehören. Wäre doch schade, wenn eure Fans nicht zu eurem Konzert finden, weil ihr vergessen habt, die Location zu erwähnen ;-).

Poster
Ein gut gestaltetes Poster ist definitiv ein Blickfang. Oft kann es von Vorteil sein, verschiedene Formate drucken zu lassen. Wenn ihr ein Poster in einem Lokal aufhängen wollt, holt euch das Einverständnis einer zuständigen Person. Und wenn ihr in Wien ein Event veranstaltet, könnt ihr uns gerne 2 Poster (und Flyer) zum Auflegen in die wienXtra-jugendinfo bringen.

Sticker
"Spread the word". Wenn man aufmerksam durch die Stadt geht, findet man Sticker an allen Ecken. Sie leuchten in den verschiedensten Farben. Oft enthalten sie nur einen Schriftzug, ein Foto oder den Namen der Bandwebsite. Seid kreativ!

Buttons
Buttons waren der Hit in der Punkbewegung. Auch heute sieht man sie noch an Taschen, Jacken und Jeans. Kleiner Tipp: Wenn ihr eure Buttons selber machen wollt, könnt ihr euch bei verschiedenen Organisationen (z.B.: Katholische Jungschar, Evangelische Jugend) eine Buttonmaschen ausleihen. Für jene, die beim Promomaterial auf Nachhaltigkeit setzen wollen, gibt es auch eine kompostierbare und recyclingfähige Variante (z.B.: Biobutton).

Ihr träumt von eigenen Band T-Shirts?

Im Internet findet man viele Anbieter, die selbstgestaltete T-Shirts, Caps oder Stofftaschen herstellen. Je nach Höhe der Stückzahl verringert sich der Herstellungspreis pro Stück. Vergleicht verschiedene Angebote. Einige Unternehmen schicken im Vorfeld Ansichtsexemplare zu. So könnt ihr euch von der Qualität der Produkte überzeugen, bevor ihr eure Bestellung aufgebt. Außerdem haben Bandshirts einen ganz besonderen Mehrwert: Eure Fans werden zur wandelnden Werbefläche.

Merch-Stand
Konzerte sind die Gelegenheit, um Fanartikel zu verkaufen. Organisiert euch jemanden, der sich um euren Verkaufsstand kümmert. Für viele Fans ist es ein absolutes Highlight, nach dem Konzert ein gemeinsames Foto mit der Band zu machen und ein Autogramm zu bekommen.

TIPP: Es gibt Anbieter, die fair produzierte und umweltfreundliche Merchandise Artikel anbieten. Infos dazu findet ihr auf Fair Wear

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